Flüchtlingen helfen
Flüchtlingshilfe: Vernetze dich mit anderen Freiwilligen | Foto: Thinkstock/yuriz

News

01.10.2015

Flüchtlinge Studium

Flüchtlinge in Deutschland: Studieren erlaubt?

Ein reguläres Studium an deutschen...

Viele Flüchtlinge haben in ihren Heimatländern bereits studiert und wollen nun in Deutschland weitermachen. Doch mehr als ein Gast-Studium ist oft nicht drin.

Autorenbild

21. Sep 2015

Denise Haberger

Engagement an der Uni

Engagement zeigen: Uni-Projekte für Flüchtlinge – und wie du helfen kannst

Aktionen unterstützen, eigene Projekte gründen

Drei studentische Hilfsaktionen

Grenzenlos in Bewegung

"Grenzenlos in Bewegung – SpoHo aktiv" heißt das Projekt von Sportstudenten der Deutschen Sporthochschule Köln. Sie helfen mit Bewegungsangeboten. "Damit wollen wir den Flüchtlingen mehr Lebensqualität, eine gesündere Lebensweise, Austausch und eine Menge Spaß bieten", erklärt Luisa Sohrt.

Das Projekt wird von ihr sowie Maria Schmidt und Gregor Preis geleitet, mittlerweile bieten etwa 30 Freiwillige von der Uni in neun Heimen Sportangebote an. Die Studenten besuchen Flüchtlingsheime in Köln und machen mit den Flüchtlingen Sport. "Mit den Kids zum Beispiel tanzen wir, spielen Laufspiele oder machen Fitnessparcours", so Luisa.

Anfangs sei es schwierig gewesen, passende Angebote – vor allem für Frauen – zu finden. Auch dass die Teilnehmer aus unterschiedlichen Kulturen kommen und alle verschiedene Sprachen sprechen, habe sich als Herausforderung herausgestellt. "Aber trotz der Sprachbarrieren ist Sport eine sehr gute Möglichkeit, alle zu vereinen und in sportlicher Atmosphäre Freude zu verbreiten und den Austausch zu fördern", ist die 21-Jährige überzeugt.

Mehr Infos unter: www.facebook.com/Grenzenlos-in-Bewegung-SpoHo-aktiv


Katzen gegen Glatzen

Philipp hatte die fremdenfeindlichen Parolen in sozialen Medien satt. Auf seiner Facebook-Seite "Katzen gegen Glatzen" postet er deshalb niedliche Katzenbilder, versehen mit markigen Sprüchen. "Dadurch lässt sich der tägliche Irrsinn, den rechtsradikale Spinner auf Facebook und anderswo verbreiten, einfach leichter ertragen", sagt der Student der Uni Heidelberg.

Philipp will, dass die Bilder unterhalten, "andererseits bieten sie einen Einstieg, um sich mit den Inhalten und Gedankengängen dieser Leute auseinanderzusetzen. Es ist viel zu leicht, Hetze im Internet einfach zu ignorieren." Natürlich gab es auch schon Reaktionen aus der rechten Ecke: "Ich bin sicher, dass sich die 'besorgten Bürger' ziemlich ärgern, aber außer Stänkermails und bösen Privatnachrichten ist noch nichts passiert. Bellende Hunde eben".

Mittlerweile hat die Seite fast 50.000 Likes, Philipp beschäftigt sich ein paar Stunden täglich damit. Deshalb will er sich auch bald Verstärkung suchen.


Migramed München

Münchener Medizinstudenten wollen die medizinische Versorgung von Asylbewerbern in der bayerischen Hauptstadt verbessern. Ihre Initiative MigraMed München gibt es bereits seit dem Wintersemester 2012/13. Die Studenten begleiten Asylbewerber zum Arzt und helfen bei der Vermittlung. Denn sprachliche und kulturelle Barrieren behindern oft die medizinische Behandlung. Patienten können sich häufig nicht richtig ausdrücken und verstehen ärztliche Anweisungen kaum.

MigraMed berät aber auch die Ärzte. Der Mediziner-Nachwuchs erklärt ihnen die rechtliche Situation bezüglich Versicherung und Abrechnung.


Diese Unis und FHs sind aktiv:

Zahlreiche Hochschulen öffnen ihre Hörsäle. Flüchtlinge können dort als Gaststudierende Seminare und Vorlesungen sowie Deutschkurse besuchen. Solche Angebote gibt es zum Beispiel in:

Die Alice Salomon Hochschule in Berlin veranstaltet seit 2013 sogar Seminare in einem nahe gelegenem Flüchtlingsheim. Studierende und Flüchtlinge nehmen gemeinsam daran teil.

Viele Hochschulen stellen außerdem Unterkünfte zur Verfügung, wie in Dresden oder Paderborn, wo Flüchtlinge in den Turnhallen der dortigen Universitäten untergebracht sind.

Im Rahmen eines Sprachförderprojekts der Uni Köln lernen geflüchtete Kinder und Jugendliche Deutsch. Das Karlsruher Institut für Technologie betreibt auf ihrem Campus u. a. eine Notaufnahme für Flüchtlinge, eine Kleiderkammer und eine Teestube.


Wie kann ich mich selber engagieren?

Du hast eine richtig gute Idee, wie du Flüchtlingen helfen kannst, in deiner Stadt gibt's sowas aber noch nicht? Dann mach es doch einfach selber. Dazu kannst du zum Beispiel einen Verein gründen. Das hat in Sachen Haftung und Steuern so einige Vorteile.

  • Mehr Infos gibt's vom Bundesverband deutscher Vereine & Verbände: www.bdvv.de

Dieser aufwendige Schritt muss aber nicht zwingend sein, du kannst dich mit anderen Helfern natürlich auch ganz "ungezwungen" zusammentun. Wichtig dabei: Vernetze dich und deine Freiwilligen. Nutzt die Sozialen Netzwerke, um auf das Projekt aufmerksam zu machen, in dem ihr zum Beispiel bei schon bestehenden Initiativen die Werbetrommel rührt.

Geldspenden sind natürlich immer gerne gesehen. Wer nicht so viel Kohle hat oder lieber etwas "Handfestes" spenden will, kann ja vielleicht mal den Kleiderschrank aussortieren und die (ganz wichtig!!!) ordentlichen Klamotten abgegeben. Gerade wenn es wieder langsam in Richtung Winter geht, ist vor allem warme Kleidung begehrt. Frag doch auch mal bei deiner Familie und Freunden nach, ob die nicht noch etwas übrig haben. Willkommen sind auch Spielsachen und nicht selten Einrichtungsgegenstände.

Doch bitte klär vorher bei den Flüchtlingsunterkünften ab, ob die Sachen auch wirklich gebraucht werden; bring sie nicht einfach vorbei. Denn: An vielen Orten werden zum Beispiel so viele Klamotten gespendet, dass die Helfer vor Ort gar nicht mehr hinterher kommen, die Sachen zu sortieren; außerdem gibt es oft Lagerungsprobleme. Kontakt bekommst du zum Beispiel auf Facebook. Vor allem aus den größeren Städten gibt es zig Seiten, über die sich Helfer organisieren.

Ebenfalls eine Möglichkeit: Teil deinen Internetanschluss. Für Flüchtlinge sind ihre Smartphones oft die einzige Möglichkeit, mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben. Um das Technische kümmert sich der Verein Freifunk.

Bist du sportlich? Dann denk doch mal in Richtung Sportangebote für Flüchtlinge. Kannst du Arabisch oder Farsi? Dann hilf doch beim Übersetzen. Gerade bei Behördengängen ist das sehr hilfreich. Vor allem für Lehramtsstudis könnten Deutschkurse eine Idee sein. So hilfst du Flüchtlingen und sammelst gleichzeitig ein wenig Unterrichtserfahrung. Möglich ist auch so was wie vorlesen, spielen, basteln, kochen oder Kleidung sortieren.

Frag einfach in der Unterkunft, wie du helfen kannst. In den Städten, in denen besonders viele Flüchtlinge mit Zügen ankommen, wie etwa in Dortmund, werden vor Ort oft auch Leute gesucht, die Brötchen schmieren oder Suppe verteilen.

Artikel-Bewertung:

3.2 von 5 Sternen bei 254 Bewertungen.

Deine Meinung: