Soziales Engagement Studium
Engagier dich – alleine oder mit Freunden! | Foto: Thinkstock/william87

Engagement an der Uni

21.09.2015

Flüchtlingshilfe

Engagement zeigen: Uni-Projekte für Flüchtlinge – und wie du helfen kannst

Aktionen unterstützen, eigene...

Hunderttausende Menschen engagieren sich aktuell in Deutschland für Flüchtlinge und gegen Fremdenhass. Auch an den Hochschulen wird eine Menge gemacht. Hier ein kleiner A ... mehr »

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23. Aug 2016

Carolin Quante

Engagement an der Uni

Soziales Engagement: Studieren sollte mehr sein als nur Lernen

Wie du dich neben der Uni einsetzen kannst

Soziales Engagement geht an fast jeder Uni

An den meisten Hochschulen gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten sich zu engagieren. Zuerst gilt es, sich einen Überblick zu verschaffen: An vielen Unis, wie zum Beispiel in Aachen und Münster, gibt es bereits vom Asta oder der Uni selbst eine Kartei der Studierendeninitiativen, gemeinnützigen Vereine und Hochschulgruppen. Von der TU München wurde sogar eigens dafür die Plattform "TUMsocial" eingerichtet.

Gerade bei akuten und regionalen Problemen ist auch Facebook sehr hilfreich, wenn es darum geht, schnell Hilfe zu leisten und zu koordinieren. Um beispielsweise eine bereits bestehende Hilfsaktion zum Thema Flüchtlingshilfe zu finden, genügt es schon, ein paar Schlagwörter wie "Flüchtlingshilfe [Name der Stadt]" zu suchen. So entdeckst du sicher schnell eine gemeinnützige Organisation, der du dich direkt anschließen kannst.


InfoNachfragt bei Studierenden:

"Ich engagiere mich für Geflüchtete, weil wir alle Menschen sind und jeder mal Hilfe braucht. Außerdem hilft die Arbeit ungemein, die meisten Vorurteile und Ängste als irrational und unbegründet zu entlarven. Man setzt sich ja direkt und konstruktiv mit dem Problem auseinander. So hilft man nicht nur den Menschen, die neu zu uns kommen, sondern lernt auch sich selbst ein Stück weit besser kennen."

  • Studentin Elena Kortmann, engagiert sich in der lokalen Flüchtlingshilfe

In diesen Bereichen kannst du dich engagieren

Man kann sich in so vielen verschieden Bereichen des Lebens freiwillig engagieren – da ist es hilfreich, seinen Suchradius etwas einzuschränken, um nicht von der Masse überwältigt zu werden. Einige Bereiche, in denen freiwilliges Engagement möglich ist, sind:

  • Politik
    Politisches Engagement umfasst ein weites Feld. Vom Asta oder Wahlhelfern, über die (Jugend-)Ortsverbände der großen Parteien, bis hin zur Organisation von Demonstrationen ist vieles möglich. Besonders aktuelle Themen, wie z.B. die Diskussion bezüglich des Atomkraftwerks Tihange nahe Aachen, bieten einen guten Grund, sich zu engagieren.
     
  • Flüchtlingshilfe
     
  • Wirtschaft / Entrepreneurship
    Auch im Bereich der Wirtschaft sind die die Möglichkeiten zahlreich, etwa bei Enactus, Sneep oder dem Venture Club Münster.
     
  • Religion
    An vielen Hochschulen findest du sowohl evangelische, katholische, als auch muslimische Studierendengemeinden.
     
  • International
    Weltweit operierende Organisationen wie Amnesty international, UNICEF oder AIESEC verfügen in ganz Deutschland über Hochschulgruppen.
     
  • LBGT+
    Häufig organisieren sich Initiativen in diesem Bereich als selbstständige lokale Vereine, wie zum Beispiel das Queerreferat in Aachen
     
  • Besuchsdienst in Altersheimen / Mehrgenerationenprojekte
    Meist bieten sich hier in Kooperation mit örtlichen Alten- und Pflegeheimen Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement. An der Uni Münster bietet zum Beispiel der Studentische Besuchsdienst e.V. einen guten Anlaufpunkt.

Reicht die Zeit im Studium überhaupt für ein Ehrenamt?

Zeit ist ein entscheidender Faktor. Das weiß man spätestens, wenn es bis zur Klausur nur noch 48 Stunden sind und ein unberührtes Skript auf dem Schreibtisch liegt. Jemand, der also bereits als studentische Hilfskraft arbeitet oder bald mit der Bachelor-Arbeit anfängt, sollte das dringend bedenken. Daher sollte man sich im Vorfeld schon darüber im Klaren sein, wie viel Zeit man investieren möchte. Schließlich kann jede Organisation nur mit einer gewissen Planungssicherheit helfen und etwas bewegen.

Doch es gibt auch Angebote, die sich zeitlich flexibler gestalten lassen, als andere. So kann sich beispielsweise die ehrenamtliche Arbeit bei der Tafel oder in der Flüchtlingshilfe mit einem unvorhersehbaren Terminkalender von Woche zu Woche besser vereinbaren lassen, als ein dauerhaftes Engagement in der Politik oder als Vorstand eines Vereins.

Viele Organisationen und Vereine bieten regelmäßig Infoveranstaltungen an – eine gute Gelegenheit, um sich unverbindlich umzuhören und mit anderen ins Gespräch zu kommen.


Soziales Engagement im Studium – zwei Beispiele

Das klassische Ehrenamt: Die Tafel

Es muss nicht immer direkt die ganze Welt gerettet werden, vor der eigenen Haustür gibt es schließlich auch Menschen in Not. Hier setzen "Die Tafeln" mit deutschlandweit mehr als 900 gemeinnützigen Vereinen an und tragen mit ihrer Arbeit dazu bei, dass Bedürftige qualitativ einwandfreie Lebensmittel erhalten, die anderenfalls vernichtet worden wären. Pro Woche beanspruchen 1,5 Millionen Menschen in Deutschland Hilfe durch die Tafel, besonders Arbeitslose, Alleinerziehende, Geringverdiener, kinderreiche Familien und Rentner sind darauf angewiesen.

Wer sich hier ehrenamtlich engagiert, leistet wertvolle Arbeit für die wirtschaftlich benachteiligen Menschen unserer Gesellschaft, und wirkt gleichzeitig der immensen Nahrungsmittelverschwendung unserer Zeit entgegen. Ebenso lernt man eine neue Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln im Allgemeinen.


InfoNachfragt bei Studierenden:

"Es wird so viel weggeschmissen. Das wurde mir erst durch meine Arbeit bei der Tafel wirklich klar. Und selbst die Ware, die bei der Tafel ankommt, ist nur ein Bruchteil dessen, was schlussendlich im Supermarkt nicht mehr verkauft wurde. Wahnsinn. So hat sich auch mein Blick auf Lebensmittel verändert. Man kann zum Beispiel viele Dinge noch bis zu Wochen nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums bedenkenlos essen - und auch sonst bekommt man ein besseres Auge für Frische und Haltbarkeit."

  • Studentin Rebecca Küsters arbeitet seit der Schulzeit ehrenamtlich bei der Tafel

Eigeninitiative: Enactus

Bei Enactus engagieren sich ca. 1.700 Studierende in 36 Ländern, die unternehmerisch die Welt im Kleinen verbessern wollen und zwar durch die praktische Umsetzung von universitärem Wissen zum Wohle der Allgemeinheit. Allein in Deutschland ist Enactus schon an 38 Hochschulen vertreten, unter anderem in Aachen mit mehr als 60 Mitgliedern. In den einzelnen Städte-Teams werden Projekte entwickelt, die zum Ziel haben, sich zukunftsorientiert mit gesellschaftlichen, ökologischen oder wirtschaftlichen Herausforderungen auseinanderzusetzen und Lösungen zu erarbeiten.

So vielfältig wie die Probleme weltweit sind, so unterschiedlich sind auch die Projekte bei Enactus. Bei Enactus in Aachen gibt es zum Beispiel das Projekt Samaki. Dieses hat sich zur Aufgabe gemacht, es Menschen in Afrika zu ermöglichen, sich eine Existenz als Fischzüchter aufzubauen. Die Studierenden haben dafür ein solarbetriebenes Tanksystem entwickelt, das auch in trockenen Regionen aufgestellt werden kann. Um das Projekt endgültig in die Tat umzusetzen, ist ein Teil des Teams im April 2016 nach Uganda geflogen, wo sie gleich mehrere Anlagen mit einem lokalen Partner aufgebaut haben.


InfoNachfragt bei Studierenden:

"Für mich persönlich stellt Enactus einen sehr guten Zusatz zu meinem Studium dar. Ich habe hier zum einen die Möglichkeit, das in den Vorlesungen Gelernte anzuwenden und Verantwortung zu übernehmen. Zugleich wird wie in einem kleinen Unternehmen agiert. Zum anderen macht es auch viel Spaß neue Leute kennenzulernen und gemeinsam für eine gute Sache zu arbeiten.

  • Gang Lu engagiert sich als Teamleiter "Samaki" bei Enactus Aachen

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