Umweltfreundliche Hochschule
Umweltschutz beginnt im Kleinen – auch an der Hochschule | Foto: Unsplash/Will Cornfield
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25. Sep 2017

Janna Degener-Storr

Engagement an der Uni

Wie sich Studierende für eine umweltfreundliche Hochschule engagieren

Umweltschutz und nachhaltiges Management an der Hochschule

UNICUM: Warum hast du dich entschieden, bei sO2lutions mitzuarbeiten?
Daniel Berger: Alle Studenten, die die Gruppe vor zehn Jahren mitgründeten, haben 2016 ihren Abschluss gemacht und die Hochschule verlassen. Unser "Basics of Management"-Professor Haack an der TH Wildau, der sO2lutions betreut, fragte deshalb bei uns Studierenden herum, wer Interesse hätte, mitzumachen. Mir gefiel die Idee, die Zeit während des Studiums zu nutzen, um Umweltschutz und nachhaltiges Management in der Hochschule und in Brandenburg zu etablieren. Wenn eine Person sich alleine Gedanken über solche globalen Themen macht, kann sie nicht viel bewegen. Aber eine Gruppe kann sich Gehör verschaffen.

Wie macht ihr auf euch und eure Anliegen aufmerksam?
Überall auf dem Campus sind gut sichtbar Schilder angebracht, die auf Umweltthemen aufmerksam machen und Denkanstöße geben. Aufkleber zeigen zum Beispiel, wie viel Strom pro Kopf verbraucht wird, wenn man einen Aufzug alleine oder gemeinsam mit anderen nutzt – und wie viele Kalorien im Gegenzug durch Treppensteigen verbraucht werden. Und eine Fotoreihe im Administrationsgebäude hat sich umweltfreundlichen Alternativen wie der Fahrradnutzung gewidmet. Durch einen Lebensmittelmarkt in unmittelbarer Nähe der Hochschule hat die Gruppe auf regionale Anbieter und Bio-Produkte aufmerksam gemacht. Manchmal fragen auch Politiker an, denen wir die Hochschule zeigen und unsere Arbeit vorstellen. Und 2015 ist der erste Umweltbericht veröffentlicht worden. Er zeigt die Ressourceneffizienz der Hochschule, aber auch Veränderungspotentiale auf.

so2lutions Forschungsgruppe

Der nächste Umweltbericht folgt 2018

An welchen Ideen und Projekten arbeitet ihr aktuell?
Wir haben der Gruppe eine neue Struktur gegeben und die Bereiche Marketing, Finanzen, Veranstaltungen, Umweltbericht und Social Media auf verschiedene Köpfe verteilt. Neben unserem Facebook-und Twitter-Account haben wir Anfang des Jahres einen Instagram Account eröffnet und einen Kleider-Tauschmarkt veranstaltet, der von den Studierenden super aufgenommen wurde. Die Veranstaltung war eine tolle Gelegenheit, darauf aufmerksam zu machen, dass man Klamotten nicht wegschmeißen und neu kaufen muss, sondern auch wiederverwenden kann. Außerdem arbeiten wir am nächsten Umweltbericht, der 2018 veröffentlicht wird. Des Weiteren bereiten wir zum Ende des Jahres unser zehnjähriges Jubiläum vor.

Wie wollt ihr das Jubiläum der Gruppe feiern?
Geplant ist eine Veranstaltung, die die Arbeit von sO2lutions würdigt. Und wir wollen das Jubiläum auch als Gelegenheit nutzen, um den Studierenden der Hochschule zu zeigen, wer wir sind und wofür wir stehen. Denn viele haben immer noch Vorurteile und denken, Studierende, die sich mit Umwelt beschäftigen, haben lange Haare, tragen Hanf-Klamotten und trinken nur Mate-Tee aus Argentinien. Wir möchten alle Menschen für Umweltschutz begeistern. Aber als Forschungsgruppe einer praxisorientierten Hochschule wollen wir auch an Unternehmen herantreten, um sie auf Möglichkeiten der ressourceneffizienten Produktion, etwa das Papiersparen durch digitale Trends, aufmerksam machen.

Gibt es ähnliche Gruppen auch an anderen Hochschulen?
Mit der HNE (Hochschule für nachhaltige Entwicklung) in Eberswalde gibt es in Brandenburg eine Hochschule, die sich sehr intensiv mit Umweltthemen beschäftigt und auch Studiengänge zu nachhaltigem Management anbietet. Und auch deutschland- und europaweit gibt es verschiedene Projektgruppen, die sich intensiv mit nachhaltigen Themen beschäftigen. In Spanien zum Beispiel steht das Thema Wasserknappheit besonders durch die geografische Lage im Fokus und wird durch  Forschungs- und Arbeitsgruppen analysiert und optimiert. Wir würden gerne sowohl nationale als auch internationale Kooperationen mit anderen Forschungsgruppen oder Unternehmen eingehen, die sich intensiv mit Umweltschutz beschäftigen, damit das Thema europaweit die nötige Aufmerksamkeit erhält.


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