Hochschul-Rankings
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Denise Haberger

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Uni-Rankings: Wer hat die besten Karten?

Internationale und nationale Hochschulvergleiche in der Kritik

Die internationalen Rankings

An den großen drei kommt bei internationalen Hochschulvergleichen keiner vorbei:

  • Das "Shanghai-Ranking" mit 500 Hochschulen gibt es seit 2003. Die Macher kommen hier sogar selbst vom Campus, nämlich von der chinesischen Jiaotong-Universität. Publikationen und Nobelpreise sind die wichtigsten Kriterien dieser asiatischen Uni-Tester.
  • Hinter dem "QS World University Rankings" steckt das britische Karrierenetzwerk QS Quacquarelli Symonds. Die Wertung der QS-Rankings erfolgt aufgrund von sechs Indikatoren, unter anderem der Reputation bei Wissenschaftlern sowie Unternehmen. 700 Unis weltweit werden bei diesem Ranking jährlich verglichen.
  • Das Ranking mit dem längsten Namen kommt ebenfalls von der Insel und heißt "Times Higher Education World University Rankings". Verantwortlich dafür ist der Verlag TSL Education, veröffentlicht wird es im Bildungsmagazin "Times Higher Education" (THE). Die Top 200 werden anhand der Kategorien Lehre, Forschung, Zitationen, Einkommen aus der Industrie und Internationalisierung bewertet.

Der Nutzen

Hinter den drei Rankings stehen drei Macher mit ganz unterschiedlichem Hintergrund. Doch sie eint ihr Ziel: Öffentlichkeit in den Medien. Und das kann auch bares Geld bedeuten. Wenn beispielsweise das THE das jährliche Ranking in seinem Bildungsmagazin präsentiert, steigen die Verkaufszahlen deutlich an. Auch den bewerteten Hochschulen bescheren die Ranglisten Aufmerksamkeit, positive wie negative.

Die Ergebnisse

Egal, wohin man schaut, Harvard, Cambridge und Stanford bilden regelmäßig die Spitze aller internationalen Uni-Charts. Die erste europäische Uni ist die ETH Zürich. Die Schweizer schaffen es seit Jahren in allen Rankings konstant unter die Top 20. Die deutschen Hochschulen haben – zumindest auf dem Papier – Schwierigkeiten, zur internationalen Elite aufzuschließen. Den aktuell höchsten Platz ergatterte die LMU München mit Position 29 beim "Times Higher Education World University Rankings".

Die Kritik

Das Problem bei allen drei Rankings beschreibt Ulrich Teichler: "Sie sind völlig irreführend, weil sie ein total künstliches Gesamturteil über die ganze Universität konstruieren und nicht die einzelnen wissenschaftlichen Einheiten beurteilen", erklärt der Experte der Hochschul-Forschungseinrichtung INCHER in Kassel. Das zweite Problem ist die internationale Ausrichtung. Die Rankings vergleichen die Unis über Ländergrenzen hinweg. Die Besonderheiten der einzelnen Hochschulen und die Eigenarten der bildungspolitischen Landschaften in jeder Nation werden dabei nicht berücksichtigt.


Die Rankings in Deutschland

Neben den internationalen großen drei gibt es auch hierzulande zahlreiche Uni-Rankings. Dahinter stecken in der Regel Magazine und Zeitungen wie Focus oder das Handelsblatt. Daneben erstellen auch Wissenschaftsgremien fleißig Listen. Ein besonderes Augenmerk auf Forschungsleistungen legen die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit ihrem Förderranking und der Wissenschaftsrat mit seinem Forschungsrating.

Das CHE-Ranking

Besonders in der Kritik steht regelmäßig das CHE-Ranking, das wohl bekannteste Ranking, das von der Wochenzeitung "Die Zeit" veröffentlicht wird. Das CHE-Ranking, erstellt vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), bewertet im Gegensatz zu anderen keine ganzen Hochschulen, sondern einzelne Fächer. Zahlreiche Gremien, wie etwa der Historikerverband, haben ihre Institute aufgerufen, keine Daten mehr an das CHE zu liefern.

Hauptkritikpunkt sind die methodischen Mängel. Es würden Dinge verglichen, die nicht vergleichbar seien, sagt Wolfram Koch, Geschäftsführer der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Frank Ziegele, CHE-Geschäftsführer, verteidigt sich: "Viel Kritik beruht auf totaler Uninformiertheit." Die Methodik des Rankings sei sicherlich nicht perfekt, würde aber stetig weiterentwickelt.

Das Handelsblatt-Ranking

Im Verbund riefen viele BWL-Profs im September 2012 zum Boykott des Handelsblatt-Rankings auf, das auch die Lehrenden bewertet. Anhand der Anzahl von Publikationen wird so der forschungsstärkste BWL-Professor bestimmt. "Es reduziert Professoren auf ihre Veröffentlichungen", kritisiert Alfred Kieser, der Managementtheorie an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen lehrt. Doch Ärger gibt es nicht nur gegen das Personen-Ranking, sondern auf breiter Front. A

us Kritik an der Methodik oder aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes, durch die Bereitstellung der gewünschten Daten, wollen etwa Köln, Leipzig und Hamburg nicht mehr an Rankings teilnehmen. Für Uwe Schmidt vom Zentrum für Bildungs- und Hochschulforschung ist das keine gute Idee: "Es ist nicht förderlich, wenn sie gar nicht teilnehmen. Das könnte den Eindruck erwecken, dass es diese Unis überhaupt nicht gibt."

Die Auswirkungen in Deutschland

Die Ranking-Ergebnisse sind gefragt, schließlich wollen nicht nur die Studenten wissen, was die Hochschulen aus Steuern und Semesterbeiträgen machen. Gerade diese "legitimatorische Funktion" hält Holger Burckhart für wichtig. "Grundsätzlich müssen wir uns auch für die Gelder rechtfertigen, die wir bekommen", sagt der Rektor der Uni Siegen. Deshalb müssten sich Hochschulen heute messen lassen.

Dem stimmt Bildungsexperte Teichler zu: "Das System lässt sich nicht von selbst motivieren. Ein gewisser Wettbewerbsdruck scheint für bessere Leistung notwendig zu sein." Allerdings ist dabei Vorsicht geboten, sagt Teichler, denn das erzeuge einen "Wettbewerb im Nachäffen" und verhindere Vielfalt.

Der Nutzen für Unis und Profs

Kritiker der Rankings warnen vor dem Effekt, dass gut platzierte Unis bei der Mittelverteilung durch die Länder besser abschneiden. Eine Angst, die CHE-Chef Frank Ziegele nicht teilt: "Ich halte die politische Wirkung für überschätzt." Auch Hochschulforscher Uwe Schmidt sieht keine Verbindung, gesteht Rankings aber indirekte Effekte – etwa im Wettbewerb um Drittmittel – zu.

Für Professoren kann es durchaus positive Auswirkungen geben, wenn sie, ihr Fach oder ihre Hochschule gut abschneiden. So etwas könne die Verhandlungsposition bei Berufungsverfahren verbessern, weiß Matthias Jaroch vom Hochschulverband, dem Berufsverband von Wissenschaftlern in Deutschland, und schiebt zum jeweiligen Uni-Rang nach: "Es ist kein entscheidendes Kriterium, aber ein unterstützendes Element."

Nutzen für die Studierenden

Für Studieninteressierte können Rankings unterstützend wirken, nämlich bei der Wahl der Hochschule. Bei einer CHE-Umfrage gaben zwei Drittel der befragten Studienanfänger an, sich vor ihrer Entscheidung Rankings angesehen zu haben. Erik Marquardt vom freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften (fzs), dem Dachverband der Studentenvertretungen, sieht darin eine "irreführende Orientierungshilfe".

Hilfreicher sei eine transparente Beratung. In Sachen Karrierechancen macht eine gut gerankte Hochschule im Lebenslauf vielleicht etwas her, einen Job garantiert sie aber nicht oder, wie es Bildungsexperte Teichler formuliert: "Das berufliche Schicksal hängt in Deutschland in der Regel nicht von der Uni ab."

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