Digitalisierung Hocschulen
Die Mehrheit der Studis wünscht sich Vorlesungen im Live-Stream. | Foto: littlehenrabi/Thinkstock
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29. Nov 2017

Nina Weidlich

Studium Digital

Digitalisierung an deutschen Unis: Das reicht uns noch nicht!

Das Campus-WLAN ist besonders beliebt

So uneinig sich die Studenten in vielen Fragen des Unilebens sind, so einig sind sie sich in Sachen Digitalisierung auf dem Campus: 91 Prozent der Studis finden, dass an ihrer Hochschule akuter Nachholbedarf besteht. Das hat der Personaldienstleister univativ in einer Umfrage unter rund 900 Studierenden herausgefunden.

Die Befragung zeigt, dass sich das digitale Angebot an deutschen Unis bisher auf die absoluten Basics beschränkt. So gaben jeweils 89 Prozent der Studenten an, momentan hauptsächlich E-Mails und das Campus-WLAN zu nutzen. Weitere häufig genutzte Angebote sind die Uni-Webseite (82 Prozent) und der Download von Vorlesungsskripten (79 Prozent).

Den Zugang zu Online-Bibliotheken nutzt immerhin die Hälfte der Befragten, auch Lernplattformen wie Moodle verwenden 65 Prozent. Uni-Apps haben mit 34 Prozent dagegen nur gut ein Drittel der Studenten auf dem Smartphone installiert.

Obwohl wir mit unseren Freunden ständig über Social Media in Kontakt sind, sind nur 54 Prozent auch mit ihrer Uni über soziale Netzwerke verbunden. Andere Technologien wie Streaming (14 Prozent) oder Videotelefonie (4 Prozent), die für uns mittlerweile selbstverständlich sind, spielen auf dem Campus sogar so gut wie gar keine Rolle.

Digitalisierung an Hochschulen: Das wünschen sich die Studis

Ein Großteil würde vor allem gerne an Vorlesungen teilnehmen, ohne dafür auf dem Campus abhängen zu müssen: Mit 61 Prozent steht das Streaming von Vorlesungen ganz oben auf der Wunschliste der Studierenden.

Die Teilnahme an Vorlesungen via Videotelefonie wünscht sich ebenfalls knapp die Hälfte (45 Prozent) der Befragten. Außerdem hätten 29 Prozent gerne eine Uni-interne App, fast genauso viele würden gerne über Messaging-Dienste wie Slack oder Skype mit Professoren und Kommilitonen kommunizieren.

Projizierst du noch oder streamst du schon?

Der Grund für die mangelnde Digitalisierung ist für viele Studierende der unterschiedliche Wissensstand der Profs auf diesem Gebiet. Mehr als die Hälfte ist nämlich davon genervt, dass der eine Professor seine Vorlesungen schon streamt, während der andere immer noch den eingestaubten Overhead-Projektor anschmeißt.

Auch in Sachen Kommunikation gibt es Probleme: 24 Prozent der Studenten können sich nicht darauf verlassen, dass ihre Professoren auf Nachrichten via E-Mail oder andere Kommunikationstools reagieren. Und auch wenn die Webseiten der Uni häufig zur Informationsbeschaffung genutzt werden, halten 26 Prozent den Internetauftritt ihrer Hochschule für zu unübersichtlich.

Kurz: So wirklich zufrieden sind die Wenigsten – nur neun Prozent gaben an, keinen Verbesserungsbedarf am digitalen Angebot ihrer Uni zu sehen.

Digital first. Bedenken second?

Trotz großer Vorteile der Digitalisierung wachsen bei vielen aber auch die Sicherheitsbedenken: So hat mehr als ein Drittel (34 Prozent) der Studis Sorge, dass ihre persönlichen Daten verloren gehen könnten. Eine instabile WLAN- bzw. LAN-Verbindung auf dem Campus fürchten sogar 41 Prozent der Befragten.

Weniger Angst haben sie dagegen vor der Datenmanipulation durch Hacker (20 Prozent) oder Hochschulangehörige (13 Prozent). Fast ein Viertel ist in Sachen Digitalisierung vollkommen entspannt: 22 Prozent der Studis gaben an, gar keine Sicherheitsbedenken zu haben.

Weitere Informationen zur Umfrage findest du unter www.univativ.com/de/unicensus

Und bei dir so?

Die Studie zeigt: Der Großteil der Studenten ist mit der Digitalisierung an deutschen Unis unzufrieden. Aber wie sieht es an deiner eigenen Uni aus?

 

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