Oscars 2018
Es lohnt sich, für die Oscars 2018 wachzubleiben! | Foto: Jacob Ammentorp-Lund/Thinkstock
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01. Mär 2018

Patricia Brinkmann

Filme

Oscars 2018: 10 Gründe, warum du die 90. Oscarverleihung nicht verschlafen solltest

1. Zeichen setzen: #Metoo #TimesUp

Bereits im Januar nutzte die Hollywood-Elite bei den Golden Globes und den Baftas ihre Reichweite, um ein Zeichen im Rahmen der #Metoo-Debatte gegen Sexismus, Missbrauch und für Gleichberechtigung von Frauen zu setzen. Der Slogan "Time’s Up" verbreitete sich daraufhin weltweit auf den Social-Media-Plattformen wie ein Lauffeuer. Die Fortsetzung dieser Bewegung ist auch bei den Oscars zu erwarten. In welcher Form die Zeichensetzung dieses Mal von der Crème de la Crème Hollywoods umgesetzt wird und ob es wie bei den Golden Globes und Baftas einen vereinbarten Dresscode gibt, um auch äußerlich Farbe zu bekennen, ist noch unbekannt.

2. #SoMale vs. Frauenpower

Obwohl die Männer unter den Nominierten deutlich in der Überzahl sind, gibt es doch auch für die Frauen einen Grund zur Freude: Die US-amerikanische Kamerafrau des Films "Mudbound", Rachel Morrison, könnte bei der diesjährigen Oscarverleihung Geschichte schreiben. Denn erstmals in der 90-jährigen Historie der Preisverleihung ist eine Frau in der Kategorie Beste Kamera nominiert. Und auch für Greta Gerwig kam ihre Nominierung sicher unerwartet. Sie ist diejenige, die nach acht Jahren als fünfte nominierte Frau in der Kategorie Beste Regie mit ihrem Film "Lady Bird" auf einen Award hoffen darf.

3. #SoWhite

Wie jedes Jahr ist kritisch zu beäugen, dass viel mehr Weiße als Nicht-Weiße unter den Nominierten zu finden sind. Trotzdem kann eine Frau am Abend für die Schwarzen Filminvolvierten ein Zeichen setzen: Mary J. Blige gelang es bei der diesjährigen Verleihung als erste dunkelhäutige Frau in mehr als einer Kategorie (Beste Nebendarstellerin, Bester Song "Mudbound") eine Nominierung zu erhalten.

4. Wieder politisch?

Letztes Jahr boykottierten einige Schauspieler die Academy Awards aufgrund des von Donald Trump im Januar verhängten Einreiseverbot in die Vereinigten Staaten für Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern. Dieses Jahr ist zu erwarten, dass einige Laudationen und Dankesreden genutzt werden, um Kritik am Präsidenten sowie am amerikanischen Waffengesetz zu äußern, das jüngst durch den Amoklauf an einer Highschool in Parkland, bei dem 17 Menschen starben, wieder in die Kritik geraten ist.

5. Meryl Streep – die ewig Nominierte

Überrascht war sie sicherlich nicht: Meryl Streep, mittlerweile anerkannter Stammgast der Oscars, ist bereits wie im Jahr zuvor eine Oscarnominierung vergönnt. Sie ist für ihre Rolle in Steven Spielbergs Film "Die Verlegerin", in dem sie die Rolle der Verlegerin der Washington Post, Kay Graham, verkörpert, nominiert. Ob sie beim diesjährigen Oscarjubiläum endlich mal wieder jubeln und eine Dankesrede halten darf, bleibt abzuwarten. Bei einer Rate von bislang 20 Nominierungen und drei Gewinnen malt sie sich für ihre 21. Nominierung sicherlich nicht die größten Chancen aus. Vor allem hat sie dieses Jahr starke Konkurrenz: Neben ihr sind Margot Robbie ("I, Tonya"), Sally Hawkins ("Shape of Water"), Saoirse Ronan ("Lady Bird") und Frances McDormand ("Three Billboards Outside Ebbing, Missouri") um den Goldjungen in der Kategorie Beste Schauspielerin im Rennen. Letztere wird als Favoritin gehandelt, da sie bereits wichtige Trophäen wie den BAFTA-Award, den Golden Globe sowie den Screen Actors Guild Award entgegennehmen konnte.

Meryl Streep Oscars 2018

6. Vier Nominierungen für einen Horror-Film

Bester Film, Beste Regie, Bester Schauspieler und Bestes Originaldrehbuch - Diese vier Nominierungen hat die Get Out-Film Crew um Jordan Peele und Daniel Kaluuya sicherlich überrascht. Denn ein Horror-Film unter den Nominierten ist doch eher eine Seltenheit. Ob er sich durchsetzen kann?

7. Jimmy Kimmel wieder Gastgeber

Wie bereits letztes Jahr wird Jimmy Kimmel, Late Night-Show Moderator, wieder die Ehre zuteil bei der größten Filmveranstaltung durch den Abend zu führen. Es bleibt spannend, ob seine Darbietung genauso gut ankommt wie bei der letzten Verleihung und ob seiner Präsenz als Moderator und Entertainer im Vergleich zu letztem Jahr noch mehr Raum gegeben wird und er die positive Resonanz noch toppen kann.

8. Fauxpas vorprogrammiert?

Letztes Jahr sorgte die Panne bei der Verkündung des Gewinners der Kategorie Bester Film für ordentlich Aufsehen. Ob die Bekanntgabe der Oscarpreisträger dieses Jahr glatt verläuft? Jimmy Kimmel würde es als Gastgeber wohl freuen, nicht wieder solch eine Situation mit seinem Humor retten zu müssen. Um so einem Fauxpas der Gewinner-Umschlagreicher vorzubeugen, herrscht dieses Jahr ein strenges Smartphone-Verbot im Backstagebereich. Zudem wacht ein weiterer Mitarbeiter über die Verteilung der Gewinnerumschläge. Brenzlich könnte es dennoch in der Kategorie "Bester Schauspieler" werden. Denn in dieser sind zwei Daniels für einen Oscar nominiert. Daniel Kaluuya für den Horrorfilm "Get Out" und Daniel Day-Lewis für das Drama "Der seidene Faden". Es bleibt zu hoffen, dass die Laudatoren aufmerksam den Gewinnernamen verlesen und sich beide Daniels trotz des Adrenalins bewusst sind, nicht direkt nach der möglichen Verlesung ihres Vornamens Richtung Bühne zu stürmen. Einer der Namensvettern müsste sich jedoch erst einmal gegenüber einer starken Konkurrenz durchsetzen. Denn die weiteren Nominierten in dieser Kategorie sind die Hollywood-Größen Denzel Washington für den Film Roman J. Israel, Esq., Gary Oldman für das biografische Drama "Die dunkelste Stunde" sowie Timothée Chalamet für seine Darbietung in "Call Me By Your Name".

9. Oscarfavorit vs. Mitnominierte und La La Land

Mit dreizehn Nominierungen gilt "Shape of Water" als klarer Favorit des Abends. Zwar steht der Film von Guillermo del Toro mit den Hollywood-Größen Sally Hawkins und Octavia Spencer La La Land bezüglich der Anzahl an Nominierungen etwas nach, allerdings besteht die Möglichkeit, mehr Glück im Endspurt zu haben und somit mehr als sechs Kategorien für sich zu entscheiden. Und vielleicht gelingt es dieses Jahr dem Favoriten, als Gewinner der Königskategorie "Bester Film" hervorzugehen. Doch dafür muss sich der Film gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen. Mit im Rennen sind Christopher Nolans achtfach nominierter historischer Kriegsfilm "Dunkirk", die siebenfach nominierte Tragikkomödie "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" von Martin McDonagh, Joe Wrights sechsfach nominiertes biografisches Drama "Die dunkelste Stunde" sowie das ebenfalls sechsfach nominierte Liebesdrama "Der seidene Faden" von Paul Thomas Anderson.

10. Drei deutsche Nominierungen

Auch deutsche Nominierte sind bei der diesjährigen Oscarverleihung vertreten. Die Regisseure Jakob Schuh und Jan Lachauer hoffen mit ihrem Zeichentrickfilm "Revolting Rhymes" als Gewinner der Kategorie "Animierter Kurzfilm" hervorzugehen. Oscarerfahren sind die Zwei allemal. Beide waren bereits in der Vergangenheit unabhängig von einander für einen Kurzfilm nominiert.

Masterabsolventin mit Oscar-Chancen

Außerdem ist für Katja Benrath der Oscar zum Greifen nah. Die Geschichte soll ein Zeichen für Menschlichkeit und Solidarität setzen: Ihr Kurzspielfilm "WatuWote: All of us" ist in der Kategorie Live-Action-Kurzfilm nominiert. Dieser war die Abschlussarbeit ihres Masterstudiums "Film" an der Hamburg Media School, das sie 2016 abschloss. Es ist ein Film über einen Busanschlag in Kenia, inspiriert durch ein damalig aktuelles Ereignis. Bereits 2017 gewann sie in der Kategorie "Narrative (International Film School)" den Student Academy Award Gold.


Oscars 2018: Alle Infos auf einen Blick

Hier kannst du vom 04. auf den 05. März die Oscars schauen:

ProSieben im TV

  • 23:30 Uhr: "red. Der OSCAR®-Countdown"
  • 00:45 Uhr: "OSCAR® 2018 – red.-Carpet live"
  • 02:00 Uhr: "OSCAR® 2018 – Die ACADEMY AWARDS®– live aus L.A."

Im Livestream: https://www.prosieben.de/livestream
Mit der ProSieben App: https://www.prosieben.de/app


Foto (Meryl Streep): Dick Thomas Johnson/flickr.com, CC BY 2.0

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