Skyrim Doom VR-Games
Foto: Bethesda
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26. Dez 2017

Christopher Lymer

Games

Skyrim vs. Doom: VR-Games im Check

Bethesdas Beste im Virtual Reality Test

Skyrim VR

Skyrim ist noch immer eines der mit Abstand beliebtesten Fantasy-Rollenspiele – und zwar schon seit über sechs Jahren. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Spieleschmiede Bethesda seit Release bemüht ist, den Lebensfunke Skyrims regelmäßig anzufachen: Sei es durch Add-Ons, Game-of-the-Year-Editions oder wie zuletzt mit einem Remaster für PS4 und Xbox One sowie der Portierung auf Nintendos neue Konsole Switch.

Seit November steht Skyrim nun ein weiteres Mal in den Ladenregalen – diesmal mit dem Zusatz "VR". Und der Begriff 'Zusatz' trifft es recht präzise: Schließlich handelt es sich bei Skyrim VR um eine 1-zu-1-Übertragung des Mammut-Rollenspiels auf die neue Hardware.

VR-Eindruck: Altbekanntes neu erleben

Entsprechend vertraut ist uns der klapprige Wagen, der uns zu Beginn des Spiels gen Schafott kutschiert – ebenso wie die zahlreichen Charaktere, Städte, Verliese und Festungen, die es im Laufe unserer Reise zu entdecken gilt. Und trotz dieser unerschütterlichen Vertrautheit fühlt sich das ach so altbekannte Skyrim dank der virtuellen Mittendrin-Erfahrung vollkommen anders an.

Skyrims Einwohnern Auge in Auge gegenüberzustehen, bekannte Orte in körperlicher Präsenz zu durchschreiten oder einfach nur in Ehrfurcht erstarrt aufzublicken, während sich ein haushoher Drache schnaufend vor uns aufbäumt – in der Virtual Reality nehmen wir buchstäblich eine neue Perspektive ein, welche uns Skyrim in einer bisher nie dagewesenen und beeindruckende Weise wiedererleben lässt.

Eine überwältigende Schönheit ist Skyrim VR dabei allerdings nicht. Damit die VR-Erfahrung flüssig läuft, musste Bethesda die zuletzt noch in der Special Edition enorm aufpolierte Grafik wieder spürbar runterschrauben. Gepaart mit der im Vergleich geringen Auflösung des Headsets müssen wir uns mit Kantenflimmern, gröberen Texturen und einer spürbar eingeschränkten Sichtweite arrangieren. Das sorgt dafür, dass Skyrims alte Stärke, die wundervollen und scheinbar unendlichen Landschaftspanoramen, in der VR-Version eher zu einer Schwäche werden. Gerade weitläufige Gebiete wirken meist etwas trostlos und leergefegt. Dafür gewinnen die stimmungsvoll beleuchteten Kammern und Flure von Burgen, Dungeons und Hügelgräbern umso mehr Atmosphäre – nicht nur wird uns hier grafisch mehr geboten, auch das Mittendrin-Gefühl ist durch den räumlichen Bezug deutlich intensiver.

Steuerung: Besser bei Bewährtem bleiben!

Steuern lässt sich Skyrim VR ausschließlich aus der Ego-Perspektive. Dabei dürfen wir wie gewohnt das Gamepad verwenden – hier ändert sich im Vergleich zur klassischen Variante so gut wie nichts.

Alternativ haben wir die Option zwei Motion-Controller zu verwenden, um die Immersion noch zu steigern: Ganz intuitiv dürfen wir dank Bewegungssteuerung mit der einen Hand das virtuelle Schwert schwingen und mit der anderen den Schild.

Was in der Theorie allerdings fantastisch klingt, erweist sich in der Praxis leider als überaus umständlich. Während sich das Fortbewegen via Teleport-Funktion oder Dauerlauf per Knopfdruck noch managen lässt, artet das Kämpfen allzu häufig in hektische Fuchtelei aus. Ganz zu schweigen von der Navigation durch Skyrims verschachtelte Menüs, welche mit den Move-Controllern zu einer wahren Tortur werden.

Fazit zur Skyrim VR

Skyrim VR ist ein eindrucksvolles Virtual-Reality-Erlebnis, welches das komplette Content-Paket auf die neue Hardware bringt. An wem dieser Rollenspiel-Hit bisher komplett vorbeigegangen ist, dem wird hier einen triftiger Grund geliefert, sich ein VR-Headset zuzulegen. Skyrim-Veteranen werden sich durch den erfrischenden Perspektivwechsel sicher begeistern lassen. Ob jener aber Anreiz genug ist, erneut mehrere hundert Stunden in dieses Spiel zu investieren, ist fraglich – zumal Bethesda keine Option integriert hat, einen Austausch von Spielständen zwischen VR- und Standard-Version vorzunehmen.


UNICUM Gaming-Tipp

Skyrim VR CoverSkyrim VR

Bethesda

Erhältlich für: PS4

Ab 16 Jahren

 

 


Doom VFR

Obwohl die Doom-Reihe erst im vergangenen Jahr ein überaus erfolgreiches Reboot erhalten hat, bekommen wir mit Doom VFR – im Gegensatz zu Skyrim VR – keine bloße Portierung, sondern einen komplett neu entwickelten Virtual-Reality-Shooter mit eigenständiger Story.

Und diese lässt uns nicht in die Rolle des klassischen Doom-Serienhelden schlüpfen, sondern in die eines einfachen UAC-Mitarbeiters, dessen Arbeitstag durch eine plötzliche Dämonen-Invasion unsanft unterbrochen wird. Ausgerüstet mit einem High-Tech Kampf-Chassis sowie einer kontinuierlich wachsenden Anzahl an Feuerwaffen nehmen wir die Verteidigung der Mars-Station fortan in die eigenen Hände und versuchen die fiesen Höllenbewohner zurückzudrängen.

Eindruck: Doom ist intensiv – vor allem in VR

Wie bereits in der 2016er Auskopplung gestaltet sich die Dramaturgie auch bei Doom VFR recht simpel: Mit dem Ziel, das durch einen Unfall geöffnete Höllenportal zu schließen, werden wir immer wieder von A nach B beordert, um Schlüsselkarten zu finden, Maschinen wieder in Gang zu bringen, wichtige Gegenstände zu beschaffen und ähnliches. Dabei treibt es uns fortwährend durch die funkensprühenden Korridore und rauchverhangenen Hallen sowie Maschinenräume der verlassenen UAC-Forschungseinrichtung, die als virtuelle Umgebung mit einer eindrucksvollen Atmosphäre überzeugen kann.

Selbstverständlich dauert es auch nicht lange, bis sich uns die ersten Horden blutrünstiger Kreaturen in den Weg stellen. Und dann heißt es: Ballern, was das Zeug hält! Insbesondere hier kann die Virtual Reality durch die scheinbar körperliche Präsenz der bizarren Monster beeindrucken: Selten war es so befriedigend, das Mündungsfeuer gefühlt vor der eigenen Nasenspitze aufblitzen zu lassen, um daraufhin einen meterhohen Koloss in roten Dunst zu verwandeln.

Damit uns das möglichst mühelos gelingt, dürfen wir unsere Waffen regelmäßig an Upgrade-Stationen aufwerten und um alternative Feuermodi ergänzen. Das gilt auch für unser Kampf-Chassis, welches sich mit Blick auf Lebensenergie und Co. verbessern lässt.

Steuerung: Da geht eindeutig mehr!

Bedauerlicherweise wird das adrenalingeladene Spielerlebnis durch unausgegorene Steuerungsoptionen torpediert. Zur Auswahl stehen ganz klassisch das Gamepad sowie die Motion- und der Aim-Controller.

Wie schon bei Skyrim VR kommt die Steuerung über das Gamepad dem klassischen Spielerlebnis am nächsten. Die Option, sich neben einer Teleport-Funktion auch vollkommen frei fortzubewegen, ermöglicht zwar einen hohen Grad an Kontrolle, stellt aber auch den härtesten Magen auf die Probe:  Vor allem wenn es in rasanten Gefechten mal etwas hektischer wird, lässt Motion-Sickness nicht lange auf sich warten. Während Skyrim VR für schnelle Bewegung eine automatische Vignettierung vorsieht, um diesem Phänomen zu trotzen, suchen wir bei Doom VFR vergeblich nach etwas Vergleichbarem – schade.

Kein Thema ist Motion-Sickness hingegen bei der Steuerung via Motion-Controller. Schließlich bekommen wir hier ausschließlich die Möglichkeit, uns per Teleport zu bewegen, was in der Regel gut funktioniert. Und auch das Waffen-Handling überzeugt: Während wir mit der rechten Hand intuitiv zielen, schleudern wir unseren Gegner mit der linken Granaten entgegen. So weit, so gut! Dumm nur, dass die Steuerung über Motion-Controller komplett ohne die Möglichkeit daherkommt, sich um die eigene Achse zu drehen. Eine irritierende und umso gravierendere Lücke im Steuerungskonzept, dass die Nutzung der Motion-Controller für uns letztlich disqualifiziert.

Die Steuerung über den Aim-Controller, der freies Zielen und Fortbewegen zugleich erlaubt, konnten wir bisher nicht testen.

Fazit zu Doom VFR

Doom VFR sieht toll aus, fühlt sich spektakulär an und gibt einen guten Eindruck davon, wie schnelle, bombastische Action in der Virtual Reality funktionieren kann. Schade nur, dass die Steuerung via Gamepad sowie Motion-Controller zahlreiche Wünsche offen lassen. Das dürfte zumindest für Spieler gelten, die keinen Magen aus Stahl besitzen oder bei einem Ego-Shooter Wert auf uneingeschränkte Bewegungsfreiheit legen.

Dennoch: Wer eine VR-Brille sein eigen nennt, den sollten diese Einschränkungen nicht davon abhalten, Doom VFR eine Chance geben.


UNICUM Gaming-Tipp

Doom VFR CoverDoom VFR

Bethesda

Erhältlich für: PS4

Ab 18 Jahren

 

 


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3.03 von 5 Sternen bei 211 Bewertungen.

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