Die Schöne und das Biest Rezension
Szene aus "Die Schöne und das Biest" | Foto: © 2016 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Studibuzz

18.11.2016

Die Schöne und das Biest

Quiz: Die Schöne und das Biest

Wie gut kennst du den Disney-Klassiker?

Im März 2017 startet "Die Schöne und das Biest" in den deutschen Kinos. Uns dauert das noch viel zu lange! Um dich schon jetzt auf die Realverfilmung mit Emma Watson einz ... mehr »

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13. Mär 2017

Nina Weidlich

Filme

Die Schöne und das Biest

Die Realverfilmung des Disney-Klassikers kommt am 16. März ins Kino

Für Noobs: Die Story

Die Story des Films basiert – wie auch schon die Zeichentrickversion – auf dem französischen Volksmärchen "La Belle et la Bête" aus dem 18. Jahrhundert: Die schöne Belle (Emma Watson), lebt mit ihrem Vater Maurice (Kevin Kline) ein bescheidenes Leben in Frankreich. Als kluges Mädchen, welches das Lesen beherrscht und sich mithilfe von Büchern in ferne Welten jenseits der provinziellen Einöde träumt, hebt sie sich deutlich von den anderen Bewohnerinnen ihres Dorfes ab.  Auch gegen die Avancen des Frauenhelden Gaston, der sie unbedingt zur Frau nehmen will, ist Belle resistent.

Als ihr Vater auf einer Reise vom Weg abkommt und auf der Suche nach Unterschlupf im Schloss des Biests (Dan Stevens) gefangen genommen wird, nimmt Belle seinen Platz im Verlies des Ungeheuers ein und rettet ihrem Vater damit das Leben. Schnell freundet sie sich mit den Bewohnern des Schlosses an – einst Bedienstete von Prinz Adam, die durch einen Fluch in Alltagsgegenstände verwandelt wurden. Die verzauberten Gegenstände setzen alles daran, Belles Herz zu gewinnen und sie von der Liebenswürdigkeit des Biests zu überzeugen. Denn nur, wenn sie dem Ungeheuer die wahre Liebe schenkt, bevor das letzte Blütenblatt der verwunschenen Rose verblüht, wird der Fluch gebrochen und sie alle wieder zu Menschen verwandelt.

Für Fortgeschrittene: Die Neuheiten

Eingefleischte Fans, denen die Story schon aus den etlichen Verfilmungen, Theateraufführungen und Musical-Performances bekannt ist, können sich außerdem auf die eine oder andere Neuheit freuen:

Zum ersten Mal erfahren wir mehr über Belles Vergangenheit, ihrer Herkunft und den Tod ihrer Mutter. Auch die Kindheit von Prinz Adam, dem Biest, wird in einer kurzen Rückblende aufgegriffen und zeigt, wie er zu dem herzlosen und arroganten Mann heranwachsen konnte, der ihm die Verwandlung zum Biest letztendlich eingehandelt hat.

Außerdem dürfen wir uns auf einen neuen Schlossbewohner freuen: Maestro Cadenza, einst Dirigent und Ehemann von Madame Garderobe. Nach der Verwandlung sorgt er als leicht neurotischer Flügel für die musikalische Unterhaltung im Schloss.

Die Schöne und das Biest Gaston

Der perfekte Cast

Obwohl "Die Schöne und das Biest" in der realen Welt spielt, wirken sowohl die Kulisse als auch die Schauspieler vom ersten Moment an magisch: Emma Watson ist wie die fleischgewordene Belle – perfekt und wunderschön. Gleichzeitig erfüllt sie die Rolle des abenteuerlustigen Mädchens, das sich nach der weiten Welt sehnt und sich für nichts zu schade ist. Und natürlich: Singen kann sie auch noch. Dass Emma uns in der Rolle der Belle nicht  enttäuschen würde, war zu erwarten.

Eine positive Überraschung ist hingegen ihr Vater Maurice: Wirkte er in früheren Umsetzungen immer ein bisschen zu verrückt und weltfremd, macht Kevin Kline aus Maurice einen liebenswürdigen Vater, der seine Tochter Belle in ihrer Rebellion gegen die Unterdrückung der Frau unterstützt. Er ist nicht länger der abgedrehte Erfinder, der dampfende Maschinen aus unzähligen, rostigen Einzelteilen zusammenbaut – sondern ein begabter Feingeist, der wunderschöne Spieluhren und Zeichnungen anfertigt, die an glückliche, längst vergangene Zeiten mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter Belle erinnern.

Auch Luke Evans macht als Dorfschönling Gaston eine perfekte Figur: Gutaussehend, selbstverliebt und fest davon überzeugt, Belle eines Tages zur Frau zu nehmen. Übertroffen wird er nur von seiner besseren Hälfte – seinem Handlanger LeFou. Denn auch der Tölpel ist ganz anders, als wir ihn aus dem Zeichentrickfilm kennen: Uns erwartet eine moderne – und vor allem schwule – Version LeFous. Nicht länger nur der Prügelknabe Gastons, setzt er auch mal seinen eigenen Kopf durch und ist für die meisten witzigen Momente im Film verantwortlich. Ganz klar: Josh Gad als LeFou ist der heimliche Star des Films.

Realität trifft Animation

Um dem Kronleuchter Lumière, der Pendeluhr von Unruh und all den anderen Gegenständen Leben einzuhauchen, haben die Macher von "Die Schöne und das Biest" auf modernste Performance- und Facial-Capture-Technologie gesetzt. Das Biest wurde von Dan Stevens im Spezialanzug gespielt und erst im Nachhinein komplett computeranimiert. Und obwohl natürlich klar ist, dass sprechende Uhren und schnarchende Kleiderschränke einer Fantasiewelt entspringen und es der Animation keineswegs an Detailverliebtheit fehlt, ist der Bruch zwischen lebendigen und animierten Charakteren an manchen Stellen einfach zu groß.

Wenn Lumière etwa den Ohrwurm "Sei hier Gast" anstimmt, haben wir als Zuschauer das Gefühl: Hier passt irgendetwas nicht. Zu stark ist die Diskrepanz zwischen aufwändig animierter Musical-Performance (die ohne Frage toll ist!) und Emma Watson, die an einem Tisch mit tanzenden Tassen, Tellern, und einem singenden Armleuchter irgendwie seltsam fehl am Platz wirkt. Hier wäre ein bisschen weniger vielleicht tatsächlich mehr gewesen.

Und das Biest? Auch hier wurde an einigen Stellen etwas zu dick aufgetragen – Vor allem bei der Stimme: ein bisschen zu tief, ein bisschen zu blechern, ein bisschen zu unecht. Die Verwandlung vom Biest zum Prinzen ist erwartungsgemäß dramatisch – der menschliche Dan Stevens dann aber irgendwie sehr viel weniger charismatisch als der bestialische. Trotzdem: Im Vergleich zu anderen Verfilmungen oder der Musical-Umsetzung des Disney-Klassikers ist die Verwirklichung des Biests in der Realverfilmung ein riesengroßer Fortschritt.



Der Soundtrack: Eine Reise in die Vergangenheit

Ist es komisch, wenn Emma Watson plötzlich zum Chanson ansetzt und in feinster Musical-Manier die Lieblings-Disneylieder unserer Kindheit trällert? Ein bisschen. Bereits nach den ersten Takten ertappen wir uns aber dabei, leise mitzusummen. Und plötzlich ist es gar nicht mehr seltsam, sondern einfach nur schön.

Obwohl der Komponist Alan Menken die altbekannten Lieder nicht eins-zu-eins kopiert und teilweise sogar die Texte leicht abgewandelt hat, fühlen wir uns mit jedem Song in der Zeit zurückversetzt. Und spätestens, wenn unser neuer, schwuler Freund LeFou in der Dorfkneipe inbrünstig "Gaston" performt, bekommen wir das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

Neben den bekannten Liedern wurden für die Neuinterpretation auch drei komplett neue Songs komponiert. Sie tun den Film keinen Abbruch und reihen sich unauffällig in den Soundtrack ein, den wir aus Kindheitstagen kennen und lieben – an die altbekannten Klassiker kommen sie allerdings nicht heran.

Fazit zu "Die Schöne und das Biest"

Obwohl die Animationen liebevoll und aufwändig umgesetzt sind, kommt die neue Version von "Die Schöne und das Biest" nicht an die Realverfilmung von "Das Dschungelbuch" aus dem letzten Jahr heran. Es mag einfacher sein, Wölfe und Tiger zum Sprechen zu bringen als Teekannen und Staubwedeln Leben einzuhauchen. Auf jeden Fall fehlt es der Inszenierung rund um Belle und Co. trotz allen Zaubers ein bisschen an Selbstverständlichkeit. Der Aha-Effekt, den wir uns nach den langen Monaten des Wartens versprochen haben, verpufft irgendwo zwischen Glitzer und fröhlicher Musik.

Trotzdem sollten sich Fans des Zeichentrickfilms die Neuauflage des Klassikers nicht entgehen lassen. Fest steht, dass jeder, der die Geschichte liebt, auch den neuen Kinofilm lieben wird.  Wir bekommen das, was wir erwarten – und auch die neuen Elemente machen die uns bekannte Märchenwelt nicht kaputt. Vor allem die Auswahl der Schauspieler sorgt dafür, dass die alte Story einen neuen, modernen Anstrich bekommt und uns nicht langweilt. Außerdem: Belles gelbes Kleid lässt all unsere Prinzessinnenträume wahr werden.


UNICUM Film-Tipp:

Die Schöne und das Biest KinoDie Schöne und das Biest

Fantasy, USA 2017

Regie: Bill Condon

Darsteller u.a.: Emma Watson, Dan Stevens, Luke Evans

Verleih: Walt Disney Germany

Kinostart: 16. März 2017

Mehr Infos unter www.filme.disney.de/die-schoene-und-das-biest-2017

 


Mitmachen und gewinnen:

Zum Kinostart von "Die Schöne und das Biest" am 16. März verlosen wir 3 x 1 Fanpaket mit je einem Schmuckkasten, einem Filmposter, einer Tasche und einem Kerzenständer!

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Teilnahmeschluss ist der 10. April 2017.

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