Betsy Interview
Rote Lippen und Nägel sowie platinblonde Haare sind BETSYs Markenzeichen | Foto: Warner Music
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20. Apr 2017

Ann-Christin Kieter

Promis & Interviews

Newscomerin BETSY im Interview: Music meets Fashion

"Mein Look ist nicht das, was man erwartet, wenn man meine Stimme hört"

UNICUM: Deine Stimme wird oft mit Billie Holiday, Cher und Annie Lennox verglichen. Sind das auch deine musikalischen Vorbilder?
BETSY: Yeah. Zu 100 Prozent. Ich selbst fand noch nie wirklich, dass ich so klinge wie sie, aber die Leute sagen es eben. Besonders Annie Lennox inspiriert mich sehr mit ihrem Art Work, ihrer Stimme und ihrer Musik. Das sind wirklich nette Vergleiche.

Optisch gehst du allerdings in eine andere Richtung …
Ach, ich finde den Look von Annie Lennox auch cool. Mein Look ist vielleicht einfach nicht das, was man erwartet, wenn man meine Stimme hört. Aber es kommt bei mir von innen heraus, es ist das, was ich bin.



Warum BETSY gerne mal Dolly Partons Brüste anfassen würde

Stimmt es, dass Dolly Parton deine Fashion-Inspiration ist?
Oh mein Gott, sie ist einfach eine Lebensinspiration, oder etwa nicht? Sie ist so clever und talentiert. Und eine starke Persönlichkeit. Entweder man mag sie, oder man mag sie nicht. Mir ist es ebenfalls wichtig, dass ich ein starkes Image habe.

In einem Interview hast du mal gesagt, dass du gerne ihre Brüste anfassen würdest …
Ja, sie sind einfach so groß! Wie Fußbälle. Ich wüsste gerne, wie die sich anfühlen. Ich glaube, sie wäre auch die Erste, die mir verraten würde, wie sich das anfühlt. Ich habe eine Doku über sie gesehen und sie war da sehr offen.

Ständig sieht man dich mit rotem Lippenstift. Trägst du gar keine andere Farbe mehr?
Manchmal, wenn ich nur eben einkaufen gehe, trage ich gar keinen Lippenstift. Aber die restliche Zeit über habe ich immer rote Lippen und rote Finger- und Fußnägel.


Betsys MUSIKBETSY Album

  • Die Stimme der Waliserin erinnert an Billie Holiday, Cher und Annie Lennox.
  • Das Genre lässt sich schwer einordnen: "Normalerweise sage ich, Power Balladen und Dance Songs, beeinflusst durch große Soul-Stimmen und melancholische Texte. Und auch ein bisschen durch 'Massive Attack' aus den 90ern."
  • Bekannte Singles u. a. : "Waiting", "Lost & Found", "Wanted More".
  • Ihr Debüt-Album erscheint demnächst.
  • Mehr unter www.facebook.com/betsymusic und betsymusic.co.uk

"Ich dachte, ein Star-Trek-artiger Mantel aus gold-glänzendem Plastik käme gut"

Was fasziniert dich an Mode, dass du sogar Modedesign studiert hast?
Ich wollte immer Musikerin werden, da lag mein Fokus drauf. Aber ich habe mich auch schon immer für Mode interessiert. Ich erinnere mich, so mit 10 Jahren, habe ich mal mein eigenes Fashion-Magazin zusammengebastelt, das "Betsy Fashion Magazin". Außerdem geht Mode Hand in Hand mit Musik.

Wie meinst du das?
Das hat mit dem visuellen Teil zu tun. Ich kann besser mit den Leuten kommunizieren und ihnen sagen, was ich genau will, zum Beispiel bei Fotoshootings oder Video-Drehs. Viele Konzepte mache ich selbst.

Wie schwer war die Aufnahmeprüfung am Central Saint Martins College in London?
Es war extrem schwer, dort reinzukommen. Jetzt im Nachhinein betrachtet finde ich meine Arbeit schrecklich. Aber irgendwas müssen sie darin gesehen haben. Ich habe mich mit einer riesigen Frauen-Skulptur unterm Arm auf den Weg nach London gemacht. Ich habe ihr ein Cut-out-Kleid geschneidert. Irgendwie total lächerlich.

Welches war dann im Studium deine ausgefallenste Kreation?
Ich habe mal einen Mantel gemacht, der bestand aus unendlich vielen gold-glänzenden Plastik-Schichten. Das hatte was von Star Trek. Ein scheußliches Teil. Ich dachte, es sei cool, den samstagnachts zu tragen. Leider – oder zum Glück? – gibt es keine Fotos mehr davon.


BETSY Sängerin

London kam ihr erst vor wie ein anderer Planet

Du kommst aus Wales, bist auf dem Land aufgewachsen. Wie schnell hast du dich in der Großstadt eingelebt?
Um ehrlich zu sein, fand ich es einige Jahre lang schwierig. Es war wie ein komplett anderer Planet für mich. So langsam fühle ich mich zu Hause und finde es überhaupt nicht mehr stressig. Aber als ich hier angekommen bin, haben mich die ganzen Leute, der Schmutz und der Lärm überfordert.

Deine Eltern hatten dir das Studium ans Herz gelegt, falls es mit der Musik nicht klappt. Aber ist die Mode-Welt karrieretechnisch nicht genauso unsicher?
Nein, Mode war gut. Ich war auch nie gut in Mathe, deswegen wäre Wirtschaft oder so ohnehin nicht infrage gekommen. Es musste unbedingt etwas Künstlerisches, Kreatives sein.

Hardcore-Songschreiben: 2 Monate, 500 Euro und ein "Caravan des Verderbens"

Trotz deines Erfolges in der Mode-Welt bist du irgendwann zurück in die Heimat gekommen, um an deiner Musik-Karriere zu arbeiten. Stimmt es, dass du dafür in einem alten Caravan gelebt hast?
Oh ja, das war schrecklich! Der war wirklich alt. Es gab kein fließendes Wasser und er hatte Löcher im Boden und in der Decke. Ich habe drei Tage gebraucht, um ihn zu reinigen. Und selbst dann war er noch furchtbar. Aber es war eine gute Inspiration für mich. Meine Manager gaben mir 500 Euro, damit ich mich hinsetze und Musik schreibe. Das habe ich dann fast zwei Monate lang gemacht. In der Zeit sind viele Songs entstanden, die auf meinem Album zu finden sein werden. Und auch viele Songs, die man bereits kennt, wie zum Beispiel "Wanted More" und "Lost and Found". Sie alle sind im Caravan entstanden. Im Caravan des Verderbens. (lacht.)

Was ist dein absoluter Traum für die Zukunft?
Wenigstens einen Song zu schreiben, der für immer bleibt. Oder zumindest so lange, dass sich meine Enkel daran erinnern. Ich hätte aber auch gerne meine eigene Mode-Linie. So wie Kanye West. Ich würde auch mit ihm zusammenzuarbeiten. An seinem Label oder an seiner Musik.


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