Aufschieberitis
Nur kurz aufs Handy schauen, bevor es mit der Arbeit losgeht... | Foto: Thinkstock/lolostock

Lerntipps

21.06.2015

Selbstmotivation

Mehr Motivation im Studium!

Schluss mit der Aufschieberitis

Ob Prüfung oder Hausarbeit – irgendwann schleicht sie sich an: die Lustlosigkeit, die Aufschieberitis. UNICUM weiß, wie du dir die fehlende Motivation zurückholen kannst. ... mehr »

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11. Feb 2016

Ann-Christin Kieter

Lerntipps

Sag der Aufschieberitis den Kampf an!

Unsere 5 Expertentipps gegen Prokrastination

1. Aufschieben hat noch nie geholfen

O. k., ihr sollt euch nicht vor Aufgabendrücken, um zu hoffen, dass sie sich von selbst erledigen oder dass ein anderer sie einem abnimmt. Wenn euer Gehirn jedoch unter Druck tatsächlich super funktioniert, dürft ihr ruhig bis zum "Es geht fast nicht mehr" warten.

"Ich habe mir auch immer vorgenommen, meine Vorträge drei, vier Wochen im Voraus fertig zu stellen. Und eingesehen: Vergiss es, das wird nix!", erzählt der Motivations-Coach Daniel Hoch. Der große Vorteil aus seiner Sicht: "So habe ich das, was ich vorbereitet habe, gleich im Kopf. Ich geh ins Bett, und am nächsten Tag habe ich es zum Abruf in meinem Kurzzeitgedächtnis.

"Wenn ihr etwas ruhen lasst, macht es bewusst: "Grämt euch bloß nicht Wochen vorher, sondern genießt die Zeit, bis es wirklich soweit ist", lautet die klare Empfehlung. Natürlich klappt die Last-Minute-Taktik nicht bei allen Dingen, eine Bachelorarbeit schreibt sich einfach nicht über Nacht.

2. Studenten sind besonders anfällig

"Aufschieberitis kennt kein Alter", sagt Daniel Hoch. Studenten würden besonders oft als Patienten dargestellt, weil sie meist nur das Studium und einen Nebenjob als Ausrede benutzen können und keine sonstigen Verpflichtungen wie die Familie.

Trotzdem ließe sich nicht leugnen, dass man während der Uni-Zeit besonders anfällig für die Krankheit ist: "Wir haben heute so viele Möglichkeiten und Freiheiten, können alles machen. Für mich kommen viele nicht auf den Punkt, weil sie ständig überall dabei sein wollen und Angst haben, etwas zu verpassen."

Außerdem würde man lieber für faul als für dumm gehalten werden, weswegen man eher noch ein Semester dranhängt oder die Bachelorarbeiten verschiebt statt die Prüfung zu verhauen. Und auch ganz wichtig: Perspektivlosigkeit. "Wenn Studenten nicht wissen, was sie nach dem Abschluss machen sollen, schieben sie gerne noch ein, zwei Semester ein."


InfoDrei Kuriose Ausreden von Studierenden:

  • "Ich habe den Hörsaal nicht gefunden."
  • "So, wie ich gerade aussehe, kann ich echt nicht in die Uni."
  • "Das Essen in der Mensa ist heute nicht der Knaller und extra fürs Essen heimzufahren lohnt sich ja auch nicht."

3. Schreibe dir kleine Erinnerungen

Daniel Hoch hält die Weisheit eines Zeitmanagement-Papstes für falsch und sagt stattdessen: "Bevor du ins Bett gehst, musst du die Sache anfangen. Und wenn es ein Mini-Plan ist, den du dir aufschreibst, oder ein Spickzettel oder eine Wiedervorlage, die du dir in den Kalender einträgst. Hauptsache, du hast etwas, an das du dich morgen oder übermorgen oder in zwei Wochen nochmal erinnerst."

Denn wenn man sich etwas nur im Kopf vornimmt und dann schlafen geht, könne passieren, dass man es vergisst.

4. Fange morgens mit etwas Leichtem an

"Ich bin mit dem Rezept am Ende und sage, mach es genau anders herum. Wir gönnen uns eh genug schöne Dinge und machen, was wir wollen", erklärt der Experte.

Seine Strategie lautet daher: "Beginne morgens mit dem, auf das du am wenigsten Lust hast, was dich am meisten quält. Und das 20 bis 30 Minuten maximal." Das reiche meistens schon aus. Entweder, um es ganz vom Tisch zu schaffen, oder zumindest zu erkennen, dass das Problem gar nicht so groß oder so doof ist, wie man dachte.

5. Es gibt keine Prioritätenliste

Auch hier ist Daniel Hoch radikal: "Es gibt keine ABC-Prioritäten. Es gibt nur A oder B – Tun oder Nicht-Tun. Wir verarschen uns schon genug selbst. Deswegen: Ran, Tacheles!". Außerdem gehöre alles, was man innerhalb von fünf Minuten sofort erledigen kann, erst gar nicht auf eine To-do-Liste.


Unser Experte: Daniel Hoch

Daniel Hoch
  • Arbeitet als Autor, Berater und Speaker und steht auch mal vor der RTL- und MDR-Kamera.
  • Zwei Dinge schiebt er schon lange auf: den Segelschein und eine London-Reise mit seinen Eltern.
  • Putzen würde er aufschieben, wenn er keine Haushälterin hätte.
  • Alle Tipps könnt ihr in seinem Buch ausführlich nachlesen: Aufschieberitis: Die Volkskrankheit Nr. 1

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