Versicherung für Studenten
Versicherungen – in kniffligen Situationen ein wahrer Rettungsring | Foto: Thinkstock/voyagerix
Autorenbild

17. Okt 2015

Barbara Kotzulla

Geld & Finanzen

Versicherungsschutz für Studierende

Gut versichert durch das Studium

Unverzichtbar: Die Krankenversicherung

Die wichtigste Versicherung ist zum Glück mit wenig Aufwand verbunden, denn in den meisten Fällen ist die Krankenversicherung über die Eltern geregelt. Diese Familienversicherung ist jedoch an einige Voraussetzungen geknüpft, so ist man etwa nur bis zum 25. Lebensjahr beitragsfrei mitversichert. Zudem darf das monatliche Einkommen neben dem Studium 385 Euro nicht überschreiten, wobei auch ein Minijob bis 450 Euro das Versicherungsverhältnis nicht gefährdet; ebenso zählt das BAföG nicht zum Einkommen.

Wer aus der Krankenversicherung der Eltern rausfällt, geht in der Regel in die Krankenversicherung der Studenten (KVdS) über: "Die ist allerdings nicht mehr beitragsfrei – da bezahlt man knapp 80 Euro im Monat", so Finanzexperte Jochen Altvater, Geschäftsführer des Verbraucherportals Vorsorge-und-Finanzen.de. "Außerdem endet dieser Versicherungsschutz, wenn man das 14. Fachsemester erreicht hat beziehungsweise man 30 wird."

Eine weitere Grenze: "Wer mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitet, muss aufpassen. Dann ist die KVdS nicht mehr möglich, und man muss deutlich höhere Beiträge bezahlen." Zudem empfiehlt Jochen Altvater eine Reisekrankenversicherung, schließlich gibt es kaum einen Studenten, den es nicht ins Ausland zieht – sei es für einen Urlaub oder ein Auslandssemester. Leider fällt man bei vielen Policen mit 17 oder 20 Jahren aus der elterlichen Versicherung. Doch der Auslandsschutz ist "mit circa zehn bis zwölf Euro im Jahr für jeden erschwinglich". 

Unentbehrlich: Die Haftpflichtversicherung

Auch hier gibt es für Studenten erstmal eine gute Nachricht: In der Regel ist man kostenlos bei den Eltern abgesichert. Zumindest solange man unverheiratet ist und sein Studium im Anschluss an die Schulzeit oder nach Wartesemestern aufgenommen hat. Sprich: Studierende, die schon ein anderes Studium abgeschlossen haben, berufstätig waren oder in den Bund der Ehe getreten sind, müssen sich selbst versichern. Für Autobesitzer ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung Pflicht.

Beim ersten eigenen Auto kann man sich aber günstig an den Versicherer der Eltern hängen. Auch sollte man überlegen, ob man wirklich eine zusätzliche Kaskoversicherung benötigt. "Mit Teil- oder Vollkasko deckt man gewisse Schäden am eigenen Auto ab. Aber alte Rostlauben müssen nicht unbedingt gegen Diebstahl oder Ähnliches versichert sein", erklärt Altvater. "Bei den Kaskoversicherungen sollte man dann nicht nur auf den Preis gucken, sondern vor allem darauf, was die Kasko genau absichert."


Versicherung Studium


Nicht zwingend: Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Was passiert, wenn man als Student durch einen Unfall oder eine Krankheit plötzlich berufsunfähig wird? Eine Erwerbsunfähigkeitsrente bekommt man in diesem Fall vom Staat jedenfalls nicht. Zwar ist die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) nicht gerade billig, wer sie aber früh abschließt, bezahlt dauerhaft niedrigere Raten. Nur sollte man aufpassen, dass die Police wichtige Kriterien erfüllt. Experte Jochen Altvater warnt etwa vor der "Erwerbsunfähigkeitsklausel", die "besagt, dass die Versicherung nur einspringt, wenn man wirklich gar nicht mehr arbeiten kann. Im Gegensatz zur BU, die bereits zahlt, wenn man den angestrebten Beruf nicht ausüben kann."

Dann gibt es noch die "abstrakte Verweisung", die man jedoch nicht mehr oft findet: "Dort kann im Vertrag stehen, dass man im Fall der Fälle auf einen anderen Beruf verwiesen werden kann." Außerdem sollte man auf eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung Wert legen: "Als Student kann man oft nur eine gewisse monatliche Rente absichern. Eine Nachversicherung gibt einem die Möglichkeit, zum Beispiel nach Abschluss des Studiums die Rente zu erhöhen."

Unnötig: Die Hausratversicherung

Eine Hausratversicherung wird hingegen zwar gerne verkauft – im Grunde ist sie aber überflüssig, "da ist man als Student in der Regel über die Familie mitversichert. Man sollte aber darauf achten, dass die Eltern ihrer Versicherung die Studentenbude mitteilen, damit diese miteingeschlossen wird", so Altvater. Und selbst wenn du komplett ausgezogen bist, brauchst du nicht unbedingt eine Hausratversicherung – außer du besitzt besonders hochwertige Sachen wie elektronische Geräte oder Möbel.


InfoDownload-Tipp

Das Verbraucherportal Vorsorge-und-Finanzen.de hat eine kostenlose Broschüre "Versicherungen für Studenten" veröffentlicht. Der zehnseitige Ratgeber erklärt leicht verständlich, welche Versicherungen für Studenten wichtig, welche überflüssig sind und wie ihr günstige Tarife erhaltet.

Artikel-Bewertung:

3.22 von 5 Sternen bei 265 Bewertungen.

Deine Meinung: