Sugar Daddy statt Nebenjob
3.600 Euro monatlich "verdient" ein Sugar Babe | Foto: Thinkstock/Brand X Pictures

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Caroline Friedmann

Liebe & Sex

Sugar Daddy statt Nebenjob

Wie Sugar Babes an ihren Sponsor kommen und was sie als Gegenleistung tun

Dating-Plattform statt Stellenbörse

Die einen haben wohlhabende Eltern, die nächsten bekommen BAföG oder Stipendien und wieder andere jobben, um sich das Studium zu finanzieren. Und dann gibt es noch diejenigen, die sich einen reichen Wohltäter suchen, einen "Sugar Daddy". So wie Judith (22) und Lisa (25)*. Sie haben über eine Dating-Website gezielt nach einem Sponsor gesucht – und sind fündig geworden.

"Ich hatte schon immer eine Vorliebe für ältere Männer", erzählt Judith, die Architektur in Bielefeld studiert. "Dann habe ich von einer Online-Plattform gehört, bei der man einen Sugar Daddy kennenlernen kann, und mich einfach angemeldet." Seit einem Jahr führt Judith als "Sugar Babe" nun eine Beziehung zu einem reichen 46-Jährigen. Er zahlt ihr die Miete, die Studiengebühren, schicke Klamotten, lädt sie nach Paris oder auf die Malediven ein und geht mit ihr aus. Arbeiten muss Judith also nicht.

Und im Gegenzug? "Er hat eine attraktive Begleitung ohne Verpflichtungen eingehen zu müssen", sagt Judith. "Und natürlich haben wir auch Sex."

Eine Form der Prostitution?

Ganz ähnlich ist es bei Lisa. Sie arbeitete früher als Rechtsanwaltsgehilfin, wollte aber schon immer Jura studieren. Doch erst durch ihren Sugar Daddy – einen wohlhabenden, 47-jährigen Geschäftsmann – bekam sie die Möglichkeit dazu.

"Er fragte mich, ob ich nicht doch noch studieren will, und natürlich wollte ich", erklärt die 25-Jährige. "Jetzt zahlt er die Studiengebühren an der Privat-Hochschule." Ohne ihn hätte sich Lisa das Studium niemals leisten können. Sie hätte, wie sie sagt, "wahnsinnig viel arbeiten müssen", um sich ihren Lebensunterhalt per Nebenjob zu verdienen. "Und so habe ich die Zeit zum Lernen, die ich brauche."

Miete muss Lisa keine bezahlen. Sie lebt in einer Wohnung, die ihrem Sponsor gehört. Auch sie hat Sex mit ihm. Den sieht sie aber nicht als Verpflichtung, betont sie. Geschlechtsverkehr gebe es nur dann, wenn beide Lust darauf hätten.

Beide Studentinnen profitieren vom Geld ihrer Wohltäter. Aber auch bei Lisa und Judith ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn die Beziehung zu einem Sugar Daddy hat auch Nachteile. Kritiker sehen in dieser Art des Arrangements nichts anderes als Prostitution. Hinzu kommen die unangenehmen Blicke anderer. "Wenn man zusammen durch die Stadt läuft, wird man schon doof angeguckt. Der Altersunterschied ist eben deutlich", gibt Lisa zu.

Kein dauerhaftes Vergnügen

Der Trend, sich per Online-Kontaktbörse einen Sugar Daddy – oder auch eine Sugar Mommy – zu suchen, stammt aus den USA. Aber auch hierzulande erfreuen sich Dating-Seiten wie SeekingArrangement.com oder MySugardaddy.eu immer größerer Beliebtheit. Letztere hat nach eigenen Angaben aktuell etwa 75.000 Mitglieder in Deutschland. Der Zuwachs liegt laut Unternehmen zwischen 30 und 40 Prozent pro Jahr.

Etwa 40 Prozent der weiblichen Mitglieder sind Studentinnen. Auch bei SeekingArrangement.com melden sich immer mehr Studierende an, die auf der Suche nach einem reichen Sponsor sind. Sie machen der Firma zufolge mehr als 48 Prozent aller Mitgliedschaft en aus. Und mit Mygaysugardaddy.eu gibt es sogar ein Schwulen-Portal mit derzeit etwa 7.000 Sugarboys.

Ob über diese Dating-Seiten aber jeder seinen persönlichen Wohltäter findet, ist fraglich. Wie lange so etwas funktioniert, ebenfalls. Judith sieht es realistisch: "Vielleicht bin ich in ein paar Jahren dann auch zu alt für meinen Sugar Daddy."


Sugar Daddys im Fakten-Check

  • Der durchschnittliche Sugar Daddy ist 44 Jahre alt und gibt ein Privatvermögen von rund 300.000 Euro an.
  • Sugar Babes sind etwa 23 Jahre alt, befinden sich in der Ausbildung oder studieren.
  • Im Schnitt erhält ein deutsches Sugar Babe monatlich 3.600 Euro in Form von Geld und Geschenken.

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