Europa Auslandssemester
Nachhorchen lohnt sich: In Europa warten tolle Orte auf dich | Foto: Thinkstock/STUDIO GRAND OUEST

Auslandssemester

13.05.2014

Erasmus+

Mit Erasmus+ noch leichter ins Ausland

EU-Progamm fördert junge Europäer...

Die EU greift für die Erweiterung des beliebten Austauschprogramms Erasmus tief in die Tasche. "Erasmus+" ebnet noch mehr jungen Europäern den Weg ins Ausland – für viele ... mehr »

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04. Apr 2016

Kristin Hahn

Auslandssemester

Europa-Geheimtipps fürs Auslandssemester

Fünf lohnenswerte Ziele, die fast niemand auf dem Schirm hat

Europa wartet: Trau dich!

Tallinn bzw. Bukarest: Jana Scheurer (26) und Franziska Jahn (23), Korrespondentinnen der DAAD-Kampagne "studieren weltweit – ERLEBE ES!", haben sich für besonders exotische Erasmus-Austausch-Ziele entschieden. "In Osteuropa – und insbesondere in Estland – hat sich in den letzten Jahren wirtschaftlich und gesellschaftlich sehr viel getan. Diese Wandlungsprozesse hautnah miterleben zu dürfen, finde ich spannend", begründet Jana ihre Entscheidung.

Dass bei vielen so ein Umdenken noch nicht stattgefunden hat, weiß auch Franziska: "Wenn man sagt, dass man am anderen Ende der Welt durch Indonesien tourt, ist die Reaktion: 'Ja cool'. Wenn man sagt, dass man nach Rumänien geht, heißt es hingegen: 'Warum?', 'Was willst du denn da?'."

Wir stellen die Top-5-Orte in Europa vor!


Bukarest

Erasmus Bukarest

Aufregend & unterschätzt

  • Sprachliche Voraussetzungen: Rumänisch nicht nötig, lediglich Englisch ist Pflicht. Die Studiengänge werden teilweise in Englisch, Französisch und Rumänisch angeboten.
  • Studienort Bukarest: schöne Cafés in Hinterhöfen, bunte Bars auf Dächern von Hochhäusern, trendige Elektroclubs und eine gute Ausgangslage für Ausflüge (z. B. Karpaten). Ein Ort mit unverwechselbarem Charme des Aufbruchs.
  • Lehrangebot: verschultes Studiensystem, Kurse für Erasmus-Studenten frei wählbar (im ersten Monat können alle Veranstaltungen besucht werden, bis man sich entscheiden muss).
  • Wohnen: schön und easy – für ein Zimmer im Zentrum muss man ca. mit 200 Euro monatlich rechnen.
  • Nebenjobs: Es gibt viele Firmen, die im Outsourcing aktiv sind. Mit fließendem Deutsch hat man sehr gute Chancen auf einen für rumänische Verhältnisse gut bezahlten Nebenjob.
  • Lebenshaltungskosten: sehr gering (z. B. rund 1,30 Euro für Bier in Bars, Restaurantbesuche 5 Euro). Insgesamt ca. 400–600 Euro.

Tallinn

Erasmus Tallinn

Modern & vielfältig

  • Sprachliche Voraussetzungen: Es wird Englisch, Russisch oder Estnisch verlangt. Für internationale Studierende werden Sprachkurse in Estnisch und Russisch angeboten.
  • Studienort Tallinn: Von traditionsreichen Bauten bis hin zu Hipster-Bars wie in Berlin, in der hochentwickelten Stadt ist alles mit dabei. Ausflüge z. B. nach Helsinki, Riga oder Sankt Petersburg möglich.
  • Lehrangebot: Auswahl an englischsprachigen Kursen begrenzt, thematisch spannendes Angebot, viele Online-Lernplattformen oder komplette Online-Kurse, Arbeitsaufwand machbar, gute akademische Lehrqualität.
  • Wohnen: Platz im Wohnheim garantiert (ab 120 Euro pro Monat), allerdings teilt man sich dort in der Regel ein Zimmer mit einer anderen Person. Bezüglich privater WGs wird man über diverse Facebook-Gruppen schnell fündig. Die Monatsmieten sind generell günstiger als in Deutschland (200–400 Euro).
  • Nebenjobs: schwierig zu finden und sehr geringe Löhne!
  • Lebenshaltungskosten: identisch oder teilweise etwas höher als in Deutschland (Bus und Tram kostenlos!). Insgesamt ca. 600–800 Euro im Monat.
  • Extra-Tipp: Sommer mit endlosen "weißen Nächten" (es wird nicht dunkel) nicht verpassen!

Porto

Erasmus Porto

Sonnig & entspannt

  • Sprachliche Voraussetzungen: Nahezu alle Lehrveranstaltungen sind auf Portugiesisch (Grundkenntnisse reichen aber). Erasmus Intensive Language Course vorab oder kostenpflichtige Sprachkurse (240 Euro) während des Semesters an der Uni.
  • Studienort Porto: tolle Architektur, vielfältiges kulturelles Angebot, aufregendes Nachtleben mit vielen Bars und Kneipen, gute Infrastruktur (zu Fuß alles erreichbar, 20 Minuten vom Centrum bis zum Meer), praktischer Ausgangspunkt für Reisen (Algarve, Madeira, Lissabon).
  • Lehrangebot: großes Spektrum an Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Arbeitsaufwand trotz Sprachbarrieren machbar und geringer als in Deutschland. In den ersten beiden Semesterwochen ist es erlaubt, alle Kurse zu besuchen, bevor man sich endgültig entscheiden muss.
  • Wohnen: Wer ein Zimmer sucht, wird schnell und günstig (zw. 100 und 200 Euro Monatsmiete) fündig.
  • Nebenjobs: schwierig zu bekommen und schlecht bezahlt.
  • Lebenshaltungskosten: wesentlich geringer als in Deutschland (z. B. 50–70 Cent für einen Kaffee, Restaurantbesuche 5–10 Euro). Insgesamt ca. 400–700 Euro im Monat.
  • Extra-Tipp: perfekt für Langschläfer und Zuspät-Kommer: Pünktlichkeit spielt in der Uni keine Rolle!

Leuven

Erasmus Leuven

Tradition & Party pur

  • Sprachliche Voraussetzungen: variieren je nach Studiengang. In Belgien gibt es drei Amtssprachen (Niederländisch, Französisch, Deutsch). Das Kursangebot in englischer Sprache ist geringer.
  • Studienort Leuven: viele organisierte Ausflüge über die Uni (Brüssel, Paris etc.), großes Sportangebot und vor allem Party nonstop: Von Montag bis Donnerstag finden jeden Tag verschiedene Events statt. Am Wochenende sind die internationalen Studis unter sich, da fast alle Belgier nach Hause fahren.
  • Lehrangebot: viele seltene Themengebiete (vor allem in Niederländisch), sehr gute akademische Lehrqualität mit hohem Anspruch und Arbeitsaufwand und größerer Studienbelastung.
  • Wohnen: Wohnheimplätze stehen internationalen Studenten kaum zur Verfügung. Ein WG-Zimmer ("Kot") hingegen lässt sich frühzeitig relativ problemlos finden. Kosten: 200–500 Euro. Achtung: oft in einem sehr schlechten Zustand!
  • Nebenjobs: sehr schwierig ohne ausreichend Niederländisch-Kenntnisse.
  • Lebenshaltungskosten: ca. 20 Prozent höher als in Deutschland. Insgesamt ca. 800 Euro.

Kopenhagen

Erasmus Kopenhagen

Anspruchsvoll & gesellig

  • Sprachliche Voraussetzungen: Da nahezu alle Lehrveranstaltungen auf Englisch sind, sind Dänisch-Kenntnisse keine zwingende Voraussetzung.
  • Studienort Kopenhagen: großes kulturelles Angebot, moderner Stil, Nähe zu den Ostseestränden, viele Kulturzentren mit sportlichen Aktivitäten, tolles Nachtleben, viele Festivals. Geselligkeit ("hygge") ist bei den Dänen großgeschrieben. Überall kann man gemütliche Cafés, Bars und Restaurants zum gemeinschaftlichen Verweilen finden.
  • Lehrangebot: breite Auswahl an englischsprachigen Kursen, Aushängeschild Ökonometrie, sehr anspruchsvoll, großer Arbeitsaufwand, sehr gute Lehrqualität.
  • Wohnen: Kopenhagen zählt zu den teuersten Städten der Welt und das merkt man auch am Wohnungsmarkt. Generell ist es schwierig, ein Zimmer zu ergattern. Eine Alternative bietet die Organisation "Housing Fundation" (gegen Gebühr), die Zimmer in Studentenwohnheimen garantiert.
  • Kostenpunkt: 400–900 Euro monatlich für ein Zimmer.
  • Nebenjobs: nur mit guten Dänisch-Kenntnissen.
  • Lebenshaltungskosten: sehr teuer, keine preiswerte Studentenszene in der Stadt (Dänen erhalten Geld vom Staat für das Studium). Insgesamt ca. 1.000 Euro.
  • Extra-Tipp: In "Public Kitchen" kann man gegen eine Spende zusammen kochen und essen.

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