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11. Dez 2014

Simon Sperl

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Die zehn skurrilsten Silvesterbräuche aus anderen Ländern

Wieso es Glück bringt, in roter Unterwäsche mit Asche im Champagner vom Stuhl zu springen

1. Rote, gelbe oder pinke Unterwäsche tragen

In Spanien und Italien ist es Tradition, in der Silvesternacht rote Unterwäsche zu tragen. Die Farbe Rot steht nicht nur für Liebe, sondern ebenfalls für Glück, Erfolg und Gesundheit. Allerdings muss die Unterwäsche ungetragen sein und am 1. Januar weggeworfen werden. In mittelamerikanischen Ländern tragen die Menschen gelbe Unterwäsche, da die Farbe mit Geld verbunden wird.

2. Zwölf Weintrauben zu Mitternacht

Um Mitternacht pflegen Spanier, Portugiesen und Argentinier den Silvesterbrauch, zwölf Weintrauben zu essen. Dafür treffen sich die Menschen zumeist auf öffentlichen Plätzen und verzehren mit dem ersten Glockenschlag um 24 Uhr die erste Traube. Bei jedem weiteren Schlag folgt die nächste Traube. Dabei darf man sich bei jeder Weintraube etwas wünschen.

Dieser Brauch ist so beliebt, dass Supermärkte extra Döschen mit zwölf Trauben verkaufen. Wer diese Tradition aufgreifen will, sollte kernlose Trauben wählen, um sich nicht zu verschlucken. Denn wer sich verschluckt, verzählt oder beim Wünschen durcheinanderkommt, soll dem Aberglauben nach im nächsten Jahr Pech haben.

3. Aus einem Apfel die Zukunft lesen

In Tschechien existiert der Brauch, einen Apfel zu halbieren und am Kerngehäuse die Zukunft abzulesen. Entscheidend ist dabei die Anordnung der Apfelkerne: Sind diese sternförmig angeordnet, bedeutet das Glück. Wenn die Kerne jedoch ein Kreuz bilden, droht Unheil.

4. Asche im Champagner

Anders als in den westlichen Ländern feiert die russisch-orthodoxe Kirche wegen des julianischen Kalenders erst in der Nacht vom 12. auf den 13. Januar Silvester.

Nicht nur das Datum ist für uns ungewöhnlich, sondern auch das Brauchtum: So schreiben Russen kurz vor Mitternacht einen Neujahrswunsch auf ein Blatt Papier. Anschließend verbrennen sie dieses und geben die Asche in ein Glas Champagner. Wenn dieses Glas dann bis Punkt Mitternacht ausgetrunken wird, soll der Wunsch in Erfüllung gehen.

5. "First footing" an "Hogmanay"

"Hogmanay" – so heißt Silvester in Schottland, auch wenn damit gleich mehrere Bräuche verbunden sind, ist einer besonders beliebt: das "First Footing".

Um im neuen Jahr möglichst viel Glück zu haben, braucht es hier schon jede Menge Glück vorab. Denn bei diesem Silvesterbrauch muss kurz nach Mitternacht ein guter Freund oder Nachbar mit einer Flasche Whiskey, einem Rosinenbrot und am besten einem Stück Kohle vor der Tür stehen.

6. Brot mit Münzen backen

In Griechenland wird traditionell vor dem Backen eine Münze in den Brotteig gegeben. Derjenige, der die Münze in seiner Brotscheibe findet, ist mit Glück und Reichtum gesegnet.

Zumindest derjenige, der auf die Münze beißt, ist um diese reicher. Nur zu feste sollte man nicht kauen, ansonsten steht ein Zahnarztbesuch an. Ob das ein glücklicher Start ins Jahr ist?

7. Vom Stuhl springen

Genau das machen viele Dänen: Sie springen um Punkt Mitternacht mit dem ersten Uhrenschlag von einem Stuhl ins neue Jahr.

8. Hausputz, Lüften oder Mandarinenwurf

Nicht nur in Russland wird Silvester bzw. Neujahr erst mit Verspätung gefeiert, sondern auch in China, Vietnam oder Korea. Dort orientiert man sich nämlich am ersten Vollmond, der jedes Jahr zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar liegt.

Neben dem Feuerwerk dient auch das Putzen der Häuser dazu, die bösen Geister zu vertreiben. Ein weiterer Silvesterbrauch vieler Chinesen besteht darin, eine Stunde vor Mitternacht die Fenster am Haus zu öffnen. So soll das Glück seinen Weg in die Familie finden.

Etwas skurriler dahingegen ist der Aberglaube, der unverheirateten Frauen zu einem Partner verhelfen soll: So soll der Wurf von Mandarinen ins Meer einen Mann bringen. Einige Frauen schreiben sogar ihren Namen auf die Frucht, um dem Mann die Suche zu erleichtern.

9. Süße Speisen

Beim jüdischen Neujahrsfest, dem sogenannten Rosch ha-Schanah (deutsch: Jahresbeginn), ist es Tradition, süße Äpfel, Honig, Honigkuchen und andere Süßspeisen zu servieren. Das soll dafür sorgen, dass das neue Jahr süß wird.

Manchmal gibt es auch ein süßes Möhrengericht, weil das jiddsche Wort "Meren" gleichzeitig "wachsen" oder "zunehmen" bedeutet.

10. Prosit Neujahr & Guten Rutsch

Dieser Neujahrswunsch ist in vielen deutschsprachigen Ländern ein Brauch und geht auf das lateinische Verb "prodesse = nützen, nützlich sein" zurück. Dabei ist die Form "prosit" die dritte Person Singular im Konjunktiv Präsens und bedeutet in der Übersetzung "Es möge nützen". "Prosit Neujahr" heißt also so viel wie "Das neue Jahr möge nützen/etwas bringen".

Der in Deutschland übliche Silvesterwunsch "Guten Rutsch" entstammt möglicherweise auch dem Jiddischen und leitet sich von "Gut Rosch" ab. Rosch heißt hier jedoch "Kopf" oder "Anfang" und hat rein gar nichts mit Rutschen zu tun.

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