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12.07.2013

Konto löschen im Internet

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02. Okt 2014

Sascha Gull

Archiv

Ello - das ganz große Ding?

-ARCHIV-

Ein Tritt auf die Euphorie-Bremse

Vor allem die positiven Stimmen der einflussreichen US-Tech-Blogs haben dazu beigetragen, dass Ello seit kurzem als "Next Big Thing" im Netz gilt, von dem nicht weniger erwartet wird, als den milliardenschweren Platzhirschen Facebook, Twitter und Google plus den Rang abzulaufen. Noch ist ein Beitritt nur mit Einladung möglich und die Nutzerzahlen des sozialen Netzwerks sind im Vergleich zu den großen Dreien mickrig - doch nach eigenen Angaben verdoppeln sie sich mittlerweile im 3-Tages-Takt.

Was macht Ello so besonders?

Der Look. Noch erweckt das soziale Netzwerk den gleichen Eindruck wie die Ex-Frauen von Lothar Matthäus: sieht gut aus und sorgt für mächtig Medienrummel, kann aber nicht viel. Das Design wirkt aufgeräumt und minimalistisch, in Graustufen gehalten, mit vielen Freiflächen. Und so tummeln sich auf der Plattform vornehmlich Designer, Webentwickler und Fotografen, die Ästhetik und vor allem die Möglichkeit zum Posten von großformatigen Bildern und bewegten GIFs zu schätzen wissen. Andere Multimedia-Inhalte wie Audiofiles oder Videos lassen sich (noch?) nicht einbetten.

Des Weiteren das Selbstverständnis. Die Versprechen im "Manifest" von Ello, das mit dem vielsagenden Satz "You are not a product" schließt, lesen sich wie der Gegenentwurf zur Facebook-Philosophie: werbefrei, mit Datenschutz-Versprechen und ohne Klarnamenpflicht. Selbst pornografische Inhalte sind - anders als bei Facebook, wo die Sittenwächter eifrig zensieren - erlaubt, wenn die Profile entsprechend gekennzeichnet werden. 

Ungeklärt bleibt indes die Frage, wie Ello einmal Geld verdienen will, ohne den Verkauf von Nutzerdaten oder Anzeigen. Schließlich haben die Macher im Vorfeld eine knappe halbe Million US-Dollar von einem Risikokapitalgeber eingesammelt, der das Geld bestimmt nicht aus Nächstenliebe rausgerückt hat. Einen Businessplan hat Ello noch nicht veröffentlicht. Es kursieren allerdings Gerüchte, dass zukünftige Features der Plattform kostenpflichtig werden sollen.

Da war doch was

Ello ist nicht der erste neue Stern am Himmel der sozialen Netzwerke. In verlässlicher Regelmäßigkeit wird von Bloggern und Journalisten das Ende von Facebook und Twitter durch aufstrebende Konkurrenzdienste heraufbeschworen. Weder "path", noch "app.net" oder "diaspora" konnten die Erwartungen erfüllen. All diese Plattformen erlebten einen ähnlichen Hype, und all diese Plattformen sind schnell wieder in der Bedeutungslosigkeit versackt. Ob Ello das gleiche Schicksal ereilt, bleibt abzuwarten.


Sascha Gull ist Volontär bei UNICUM.de und besucht sein altes myspace-Profil, wenn er mal seine Ruhe haben will.

Kontakt: onlineredaktion@unicum.com oder Twitter

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