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13. Jan 2014

Barbara Kotzulla

Archiv

Guter Ruf & bessere Berufschancen: Ausländische Studenten zieht es an deutsche Universitäten

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Die Ergebnisse aus dem Sonderbericht der 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks

Deutschland als Wunschland für das Studium

Im Jahr 2012 waren mehr als 200.000 ausländische Studenten an deutschen Hochschulen immatrikuliert. Unser Hochschulsystem scheint im Ausland auf große Beliebtheit zu stoßen, immerhin war Deutschland für 61 Prozent der sogenannten Bildungsausländer, also solchen Studierenden, die erst für das Studium eingereist sind, das Wunschland. Zwar sinkt der Anteil der Studenten aus dem restlichen Europa, aber noch jeder zweite ausländische Studierende kommt aus einem unserer Nachbarländer (49 Prozent). 31 Prozent kommen aus dem asiatischen Raum, 11 Prozent aus Amerika und 9 Prozent aus Afrika.

In der Studie des DSW fällt ein Zusammenhang zwischen dem Herkunftsland und der Studienwahl auf. Studierende aus Asien entscheiden sich am häufigsten für die Ingenieurswissenschaften, Studierende aus Westeuropa für Sprach- und Kulturwissenschaften. Diese Bereiche sind auch im Gesamtüberblick am beliebtesten: Je etwa 25 Prozent der ausländischen Studenten entscheiden sich in Deutschland für eine universitäre Ausbildung zum Ingenieur oder ein geisteswissenschaftliches Fach.

Im Uni-Alltag plagen sich ausländische Studierenden dann mit ähnlichen Sorgen ab wie deutsche Unigänger: Die Wohnungssuche (42 Prozent) wie die Leistungsanforderungen des Studiums (31 Prozent) sorgen für Probleme. Ebenso die Finanzierung des Lebensunterhaltes (39 Prozent): hier steht Studenten aus anderen Ländern mit durchschnittlich 749 Euro (Verheiratete: 812 Euro) weniger Geld zur Verfügung als deutschen Studierenden (864 Euro). Laut des Sonderberichtes ist es für mehr als drei Viertel der erwerbstätigen ausländischen Studenten zwingend erforderlich, neben dem Studium arbeiten zu gehen (78 Prozent). "Für Bildungsausländer(innen) hat die Sicherung des Lebensunterhaltes eine höhere Bedeutung als für deutsche Studierende, die sich häufiger etwas Geld für zusätzlichen Konsum dazu verdienen möchten", so Beate Apolinarski und Jonas Poskowsky aus dem Team der Sozialerhebung.

Der gute Ruf sowie vielfältige Unterstützungsangebote wie Deutschkurse oder Studienberatung sind es, die viele ausländische Studenten nach Deutschland ziehen – aber vor allem auch hohe Erwartungen: Von einem Studium an einer deutschen Universität erhoffen sich 81 Prozent schlichtweg bessere Berufschancen.


Zur Sozialerhebung

Die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW), die das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchführt, ist eine bundesweit repräsentative Befragung von Studierenden, die Auskunft über das Sozialprofil sowie die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden an deutschen Hochschulen gibt. An der 20. Sozialerhebung haben insgesamt mehr als 15.000 Studierende teilgenommen. Sie wird seit 1951 durchgeführt und richtet ihre Aufmerksamkeit zunehmend auch auf Internationalisierungsprozesse an den Hochschulen, zu dem Bildungsausländer(innen) einen wesentlichen Beitrag leisten. Weitere Informationen zur Studie sowie zur Sozialerhebung unter www.sozialerhebung.de

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