Autorenbild

12. Apr 2013

Svenja Friedrichs

Archiv

Studenten entwickeln: die besten Smartphone-Apps

Events, Nachrichten und Co. – für jeden was dabei

SponsoRun

Die Anwendung soll zur Bewegung animieren. Durchgeführte sportliche Tätigkeiten, ob Joggen oder Fitnessstudio, werden mit verschiedenen Gutscheinen belohnt. Das Belohnungssystem läuft über eine unterschiedliche Anzahl von Sternen, die vom Sponsor des Gutscheins gefordert werden und vom Sportler über die jeweilige Aktivität gesammelt werden können. Öffnet man die App gelangt man als Erstes auf die Startseite, auf der man sich einen, für sich interessanten, Sponsor aussuchen kann. Ich wähle zunächst „Alle Sponsoren“, mir wird eine Liste angezeigt. Ich entscheide mich, die Ergebnisse zu filtern. Dieser Filter kann entweder nach der gewünschten Stadt erfolgen oder nach den Kategorien. Meine Stadt gibt es leider noch nicht, deswegen wähle ich "In meiner Umgebung". Nun werden mir eine Reihe Online-Shops angezeigt. Ich muss mich als Nächstes einloggen und ein Profil anlegen, anschließend kann ich den "Sponsor wählen". Ich starte das Training und kann zwischen "Laufen" und "Fitness Studio" auswählen. Ich nehme "Laufen" und es wird angezeigt, dass ich für jeden Kilometer einen Stern bekomme. Da mein Sponsor 5 Sterne verlangt, muss ich insgesamt 5 Kilometer laufen, dies kann auch in mehreren Trainingseinheiten geschehen. Außerdem wird darauf geachtet, dass man nicht schneller als 20 km/h läuft und nicht langsamer als 3 km/h. Tricksen klappt hier also nicht. Nach einem Training werden genaue Informationen, wie Geschwindigkeit, verbrannte Kalorien und die Zeit, dazu angezeigt. Hat man die entsprechende Anzahl an Sternen erreicht, kann der Gutschein frei gerubbelt und eingelöst werden.

Fazit

Die App ist ein wirklich gute Idee! SponsoRun hat auf alle Fälle eine anspornende Wirkung. Es können immer weiter Gutscheine gesammelt werden. Die meisten haben ein Ablaufdatum, auf das man achten sollte. Schade ist, dass bisher nur recht wenige Städte zur Auswahl stehen. Aber immerhin besteht die Möglichkeit auch online Gutscheine einzulösen.

Betriebssystem: iOS, Android OS
Preis: kostenlos
Getestet unter: iOS (iPhone 4S)

Die Entwickler

Sebastian Klein, Felix Lander, Artur Schreiber, drei BWL-Studenten der Universität Mannheim. Felix Lander erklärt uns, wie die Drei auf die Idee gekommen sind und wie sie die App finanzieren können: "Wir hatten schon länger überlegt wie man das Problem lösen könnte, dass vielen Menschen die Motivation fehlt, sich regelmäßig zu bewegen. Eine Freundin meinte dann, dass sie mehr joggen würde, wenn sie Zara-Gutscheine dafür bekäme. Obwohl auf den ersten Blick die Verbindung zwischen Zara und Sport nicht ganz klar war, überlegten wir uns dann, dass es vielleicht gerade bei wenig sportbegeisterten Menschen Gutscheine ohne direkten Sportbezug sind, die motivierend wirken. Den Gedanken fanden wir klasse und entwickelten das SponsoRun-Konzept daraus. Finanziert wurde die App dabei von drei "Business Angels“, sprich drei private Investoren, die wir von SponsoRun begeistern konnten. Unser Ziel ist es, SponsoRun als Motivations-App zu etablieren und Menschen aus ganz Deutschland sowie aus anderen Ländern zum Sport zu motivieren."

Weitere Infos unter: www.sponsorun.com


Yones

Yones ist eine Nachrichtenseite, die sich den individuellen Interessen des Nutzers anpasst. Zunächst meldet man sich mit seiner Emailadresse an, dann wird das persönliche Profil erstellt. Dafür kann man verschiedene Nachrichtenseiten angeben, die einen besonders interessieren. Ich wähle zum Beispiel "Bild", "11freunde" und "FAZ", anschließend wähle ich die Kategorien "Politik", "Wissenschaft", "Panorama" und "Deutschland". Wer möchte, kann nun auch noch bestimmte Keywords angeben, um aber möglichst allgemeine Nachrichten zu erhalten, lasse ich diese Option weg. Nun werden mir in der obersten Leiste die aktuellen Infos der gewünschten Nachrichtenseiten angezeigt. Der Rest der App ist in "You", "Discovery" und "Categories" aufgeteilt. Unter "You" werden meine angegebenen Interessen aufgeführt, bei "Discovery" geht’s quer durch alle Nachrichten durch und unter "Categories" kann man sich eine Sparte aussuchen, zu der man etwas lesen möchte. Yones baut auf das weitere Nutzerverhalten auf und merkt sich die gelesenen Artikel, um die Relevanz anderer Artikel für den nächsten Besuch abschätzen zu können.

Fazit

Das Prinzip dieser App ist auf jeden Fall gut. Sie bringt Nachrichten von den verschiedensten Seiten zusammen und das auch noch personalisiert. Artikel können als relevant und irrelevant markiert werden und auch das Profil kann ich im Nachhinein immer wieder aktualisieren. Findet man bestimmte Artikel besonders interessant, kann man diese über Facebook und Twitter teilen. Leider kann das Laden der Nachrichten etwas länger dauern, was davon abhält, die Hauptthemen nur mal eben überfliegen zu wollen. Die App wird aber weiter entwickelt und verbessert.

Tipp: Wer kein Smartphone hat, kann die App auch auf dem Computer über den normalen Browser nutzen, das Prinzip ist dasselbe.

Betriebssystem: iOS, Android OS
Preis: kostenlos
Getestet unter: iOS (iPhone 4S)

Die Entwickler

Christian Kulas, Marek Walasek, zwei Wirtschaftsinformatikstudenten der Universität Darmstadt. Christian Kulas klärt uns über den Werdegang der App auf: "Ich lese selber viele Nachrichten, regelmäßig von ungefähr acht verschiedenen Seiten. Mich hat immer gestört, dass ich Vieles mehrfach sah und mich der Großteil eigentlich nicht interessierte. Die Idee kam eines Nachts, als ich nicht einschlafen konnte. Glücklicherweise waren Papier und Stift sofort zur Hand. Bisher haben wir uns aus eigenen Mitteln finanziert. Möglich wurde das eigentlich nur, weil alle Gründer einen technischen Hintergrund hatten. Aktuell sind wir in der Bewerbungsphase für ein EXIST-Gründerstipendium und hoffen, dass dieses auch zeitnah bewilligt wird. Unser Ziel ist natürlich, dass jeder Student seine Nachrichten über uns bezieht."


Locaside

Ein Eventmanager auf dem Smartphone. Locaside umfasst fast alle mittleren und großen Städte in Deutschland und auch in Österreich, die Schweiz und Luxembourg sind mit ihren wichtigsten Städten vertreten. Die Stadtevents werden von Facebook geladen, eine Anmeldung ist aber nicht Pflicht. Im Menü hat man die Option sich die Veranstaltungen als Liste im "Eventkalender" anzeigen zu lassen oder die jeweiligen Örtlichkeiten in der "Location-Map". Als kleines Extra gibt es noch den Menüpunkt "Gewinnspiele", davon darf man allerdings nicht allzu viel erwarten, denn selbst Berlin bietet derzeit nur ein Gewinnspiel an. Diesen Zusatzpunkt kann man allerdings nur über die App erreichen. Locaside ist auch über den Browser abrufbar, hier fällt dieses Zusatzangebot aber weg. Dafür gibt es das "Stadtgeflüster", welches wiederum nicht auf der App vorhanden ist. Dort können angemeldete User Fragen stellen, Kommentare abgeben oder selber Events vorstellen, die im Kalender eventuell nicht aufgeführt werden.

Fazit

Das Design der App sieht gut aus und ist sehr übersichtlich aufgebaut. Man sieht auf einem Blick, was heute an welchem Ort, in der ausgewählten Stadt los ist und kann durch Antippen weitere Informationen abrufen. Auf der Homepage ist das "Stadtgeflüster" nett, um Leute aus der Gegend kennenzulernen und mehr über Insiderevents zu erfahren.

Betriebssystem: iOS, Android OS
Preis: kostenlos
Getestet unter: iOS (iPhone 4S)

Die Entwickler

André Pfohl, Hannes Becker, Marco Weber, Tobias Meinhardt, Studenten der Wirtschaftsinformatik an der Dualen Hochschule Baden-Würtemberg. "Die Idee zu locaside entstand auf 'verrückten Umwegen'. Im März 2011 sollten Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Karlsruhe für ein Marketingprojekt ein fiktives Produkt entwickeln. Eine Gruppe wählte hierfür eine Antikater-Pille. Nach der Entwicklung eines Marketingkonzeptes wurde dieses als Aprilscherz in den Medien veröffentlicht. Aufgrund der großen Resonanz wurde auch ein österreichisches Pharmaunternehmen auf uns aufmerksam, welches ein ähnliches Produkt soeben entwickelt hatte. Wir bekamen den Auftrag, auch für die reale Antikater-Pille K.U.R.T. ein Marketingkonzept zu entwickeln. Aufgrund des geringen Budgets der Studenten wurde nach weiteren Marketingmöglichkeiten gesucht, um günstige, aber trotzdem mit großer Wirkungskraft behaftete, Kanäle für K.U.R.T. zu etablieren. Daraus resultierend entstand die Idee, eine Smartphone-App für Diskotheken zu entwickeln. Die Realisierung der App als Teil eines Studienprojekts im Wintersemester 2011/2012 ermöglicht wurde. Nach dem eigentlichen Hochschulprojekt an der Dualen Hochschule war aber noch nicht Schluss: Wir vier beschlossen die Weiterentwicklung der App. Im Oktober 2012 schlossen wir unser Studium der Wirtschaftsinformatik erfolgreich ab und lehnten die Übernahmeangebote unsere Ausbildungsbetriebe  ab, um gemeinsam ein eigenes Start Up – die locaside GbR – zu gründen. In absehbarer Zeit werden wir bei locaside zudem verschiedene kostenpflichtige Premium-Leistungen anbieten. Mit der locaside-App haben wir bereits komplett den deutschsprachigen Markt abgedeckt. Dieses Angebot soll weiter um den englischsprachigen Raum ergänzt werden", erzählt uns Marco Weber, einer der Mitgründer von locaside.


AIVC (Alice)

AIVC (früher Alice) ist eine Sprachsteuerungsapp für Android OS. Sie nimmt Befehle entgegen, antwortet auf Fragen und schreibt SMS. Kurz gesagt, Siri für Android. Die Umsetzung ist gelungen, was man auch an den überaus positiven Bewertungen auf chip.de und softonic.de erkennt.

Fazit

Am Anfang versteht die Sprachsoftware einen eher schlecht. Doch hier läuft es nicht anders als bei Siri, auch Alice muss lernen. Je länger man sich mit ihr beschäftigt, desto besser wird man verstanden, desto flüssiger kommen die Antworten und desto besser kann man sich mit ihr unterhalten. Eine Voraussetzung ist, dass die Google-Sprachsoftware vorinstalliert ist. Wer genügend Geduld mitbringt und bereit ist, Alice anzulernen, für den ist diese App zu empfehlen, zumal sie eine der erfolgreichsten Sprachsoftwares auf dem Android-Markt ist.

Betriebssystem: Android OS
Preis: kostenlos, Pro Version: 2,13 €
Getestet unter: Android OS (Samsung Galaxy Ace)

Die Entwickler

Abdulmelik Su, Dhiren Kandhari, Informatik-Studenten der Hochschule Aalen. Auf die Idee zu aivc sind die beiden durch ein Studienprojekt gekommen, dabei sollten sie ein Spiel programmieren, das wollten sie dann auch für Handys machen. Über Lernvideos kamen sie zur Android-Programmierung und sie entwickelten eine weitere App für Hörbücher. So entstanden die zwei Hauptbestandteile der Sprachsoftware und auch die Idee dazu: "Es wäre doch schön, wenn man sein Handy damit komplett steuern könnte! Die Finanzierung der App findet über das Werbenetzwerk in der Lite-Version und die Erlöse der Pro-Version statt. Momentan arbeiten wir an einer Haushaltssteuerung. Diese ist schon in der App integriert und wird gerade verfeinert. Der Nutzer hat damit die Möglichkeit, seinen Haushalt per Sprache zu steuern. Jedes Gerät, das sich über ein HTTP-Interface ansprechen lässt, kann von der App per Sprache gesteuert werden. […] Es ist beispielsweise möglich, die Rollladen per Sprache hoch und runterzufahren, die Lichter an- und auszuschalten, den Fernseher zu bedienen und vieles vieles mehr. Unser Ziel ist es, in Zukunft auch im Auto eine Sprachsteuerung zu integrieren", erklären Sie UNICUM.de.

Weitere Infos unter: www.yourapp24.com


Universität Mannheim

Die UMApp ist die offizielle App der Universität Mannheim und bietet Zugriff auf einen Campusplan, Hochschulnews, den Mensaspeiseplan, Hochschulsport, Universität-Events und die Bibliothek. Im Campus-Menüpunkt werden alle Gebäude der Universität Mannheim mit der entsprechenden Bezeichnung angezeigt und über die Suchfunktion lassen sich die Abteilungen und Fakultätsnamen eingeben. Bei den "News" kann man zwischen den Allgemeinen News und den Fakultäten switchen, dort werden die entsprechenden Neuigkeiten angezeigt. Den Hochschulsport kann man sich entweder nach Angebot, Angebotsbereich oder nach den aktuellen Angeboten auflisten lassen und diese entsprechend auf der Merkliste speichern. Zu guter Letzt kann man Anmerkungen als Feedback direkt an das Studentenwerk verschicken.

Fazit

Die App ist sehr übersichtlich und breit gefächert. Der Campusplan ist besonders hilfreich für die neuen Semester. Man kann sich schnell einen Überblick über Neuigkeiten, Speiseplan und Sportzeiten machen, ohne erst umständlich das Schwarze Brett aufsuchen zu müssen.

Betriebssystem: iOS, Android OS
Preis: kostenlos
Getestet unter: iOS (iPhone 4S)

Die Entwickler

Felix Lander und Sebastian Klein, BWL-Studenten der Universität Mannheim, vom Start-Up Unternehmen KLM Mobile Solutions. Geschäftsführer Gregor Tränkle erzählt uns, wie die Idee entstand und umgesetzt wurde: "Den Ursprung fand die Idee nach einer heißen Klausurenphase. Wir warteten auf die Noten unserer Klausuren und mussten den Browser ständig aktualisieren, um zu checken, ob die Noten bereits hochgeladen wurden. Da kam uns folgende Idee in den Kopf: Wie geil wäre es eigentlich, wenn ich über mein Handy benachrichtigt werde, sobald meine Noten online sind. Wir ließen unseren Gedanken freien Lauf und überlegten uns weitere nützliche Funktionen, die ein Student im Uni-Alltag gebrauchen könnte. Nach ausführlicher Zusammenarbeit mit der Uni, traten wir an verschiedene Entwickler heran, die uns bei der technischen Umsetzung unterstützen sollten. Es war ein risikoreiches Unterfangen, denn die Uni wollte uns die App ausschließlich als fertig entwickeltes Produkt abnehmen. Die Finanzierung musste KLM also komplett alleine übernehmen. Da nicht ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung standen, mussten wir unsere Entwickler und Designer von der Idee überzeugen und diese dazu bringen, zusammen mit uns in Vorleistung zu treten."

Artikel-Bewertung:

3.1 von 5 Sternen bei 176 Bewertungen.

Deine Meinung:

Veröffentlicht am 15. Sep 2016 um 22:17 Uhr von Klaus-Thomas Krycha
großes Ding!