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06. Dez 2012

Robert Adamik

Archiv

Umtauschen von Weihnachtsgeschenken

-ARCHIV-

Wie du die Socken wieder loswirst

1. Umtausch

Den klassischen Umtausch gibt es eigentlich gar nicht. Käufer oder Beschenkte sind hier auf die Kulanz der Geschäfte angewiesen. Nimmt der Einzelhändler einen nicht passenden Pullover oder ein doppeltes Buch zurück, dann tut er dies freiwillig und ist dazu nicht verpflichtet. Demzufolge kann der Umtausch auch an bestimmte Bedingungen geknüpft sein. So kann der Händler zum Beispiel festsetzen, dass die Ware nur mit Kassenbeleg, nur in Originalverpackung oder nur innerhalb einer ganz bestimmten Frist zurückgenommen wird.

Auch muss er nicht den Kaufpreis auszahlen, dieser kann auch in Form eines Gutscheins erstattet werden. Am besten erkundigt man sich deshalb schon beim Kauf, wie lange der Händler eine Ware zurücknimmt. Auch sollte ein Umtausch so schnell wie möglich gegen Vorlage des Kassenzettels abgewickelt werden. Peinlich kann dies bei Flop-Geschenken sein, weil man den Schenker um den Bon bitten muss.

2. Reklamation

Etwas anderes ist es natürlich, wenn man zuhause bemerkt, dass das Gerät gar nicht funktioniert oder die Hose falsch zusammengenäht ist. In diesen Fällen gibt es die Möglichkeit, die gekaufte Ware beim Verkäufer zu reklamieren und innerhalb von zwei Jahren vom sogenannten Gewährleistungsrecht Gebrauch zu machen. Grundsätzlich muss der Käufer beweisen, dass der von ihm reklamierte Mangel von Anfang an vorhanden war.

Dies ist manchmal sehr schwer. Deshalb hat der Gesetzgeber zumindest für die ersten sechs Monate nach Kauf und Übergabe der Ware vorgesehen, dass dann von diesem Fall ausgegangen werden kann. Ein Rücktritt vom Kaufvertrag und eine Rückforderung des Kaufpreises kann jedoch erst dann verlangt werden, wenn Reparatur oder Lieferung einer neuen, mangelfreien Ware nicht möglich sind. Reklamieren sollte man immer direkt gegenüber dem Verkäufer. Anders hingegen, wenn es um "Garantieleistungen" geht. Diese sind immer eine freiwillige Leistung des Herstellers, der hieran seine eigenen Bedingungen knüpfen kann.

3. Online-Bestellung

Anders als beim stationären Einzelhändler gilt beim Abschluss eines sogenannten Fernabsatzvertrages am Telefon oder im Internet eine Widerrufsfrist von 14 Tagen, weil die Ware eben nicht direkt vor Ort begutachtet werden kann. Um einen Widerruf auszuüben, müssen keine Gründe angegeben werden. Es genügt einfach eine fristgerechte Mitteilung. Damit im Streitfall ein Nachweis vorhanden ist, sollte diese beispielsweise durch Einschreiben versendet werden.

Hat der Käufer von seinem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht, dann ist er auch zur Rücksendung der Ware verpflichtet. Grundsätzlich trägt der Verkäufer diese Kosten, es sei denn, es handelt sich um einen Betrag unter 40 Euro und es wurde geregelt, dass der Käufer in diesem Falle die Rücksendekosten zu tragen hat. Für bestimmte Waren hat der Gesetzgeber aber das Widerrufsrecht eingeschränkt. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn etwas speziell nach den Wünschen des Käufers gefertigt wurde oder es sich um Produkte wie CDs oder DVDs handelt, die entsiegelt wurden und nicht im Originalzustand zurückgegeben werden können.

4. Gutscheine

Gekaufte Gutscheine müssen immer drei Jahre gültig sein. Danach ist der Händler nicht mehr verpflichtet, diese einzulösen. Anders der Fall bei sogenannten Kulanzgutscheinen, etwa bei Umtausch. Diese können auf einen gewissen Einlösungszeitraum begrenzt sein.

Bekommt man einen Gutschein von einem bestimmten Geschäft oder Dienstleister, wie einem Friseur, geschenkt, dann gibt es keinen Anspruch darauf, den entsprechenden Betrag ausgezahlt zu bekommen. Der Gutschein darf jedoch weiterverschenkt werden: Der ausstellende Händler muss immer für die Person die Leistung erbringen oder den Einkauf abrechnen, die den Gutschein vorlegt.

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