Abwechslung gehört zum Alltag eines Grafikdesigners.
Deine Kunden im Grafikdesign können sehr abwechslungsreich sein. Foto: Mimi Thian/Unsplash
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25. Sep 2020

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Berufseinstieg

Die Arbeit eines Grafikdesigners

Von der Idee zum fertigen Produkt

Grafikdesigner haben beruflich viele verschiedene Möglichkeiten

Grafikdesigner sind im Grunde genommen Produzenten und Lieferanten kreativer Ideen. Sie werden mit der grafischen Umsetzung von Postern, Flyern und anderen Werbemitteln, mit dem Entwerfen von Firmenlogos oder auch mit der akzentuierten Gestaltung von Corporate Identity Merkmalen beauftragt. In der Regel arbeiten Grafikdesigner in Kreativ- und Werbeagenturen, in unternehmenseigenen Grafikabteilungen, in IT-Firmen, in Verlagen, in Redaktionen von Zeitungen und Magazinen sowie als Freelancer in Eigenregie. Auch in der Industrie werden immer wieder Grafikdesigner mit einem hohen Spezialisierungsgrad gesucht. Ein typisches Betätigungsfeld stellt hier das Produktdesign oder das Verpackungsdesign dar.

Werbeprodukte erstellen - eine der Hauptaufgaben im Grafikdesign-Bereich

Viele Grafikdesigner sind in der Werbebranche tätig und arbeiten mit spezifischen Druckereien zusammen. Der Grafikdesigner ist dabei für den gestalterischen Part zuständig. So entwirft er zum Beispiel Vorlagen im Corporate Design nach Vorgaben der Marketing-Abteilungen und Agenturen, die dann anschließend von einer Druckerei als Printdesign für verschiedene Werbemittel genutzt werden.

Die Bandbreite an Möglichkeiten reicht hier von Logos, Bannern und Stempeln über Visitenkarten, Präsentationsmappen, Speisekarten, Briefpapier und Broschüren bis hin zu bedruckten Werbemitteln wie etwa Tassen, Kugelschreiber, USB-Sticks, Powerbanks oder Taschen. Besonders beliebt sind auch vom Grafikdesigner gestaltete und anschließend gedruckte Flyer. Das hat einen ganz einfachen Grund. Mit einem Flyer lassen sich ideal Informationen, Aktionen oder Ankündigungen schnell und mit der jeweils gewünschten Streuung verbreiten.

Bei vielen Aufträgen solltest du nicht die Übersicht verlieren.

Ideenfindung und Konzeptentwicklung oder Arbeiten nach festen Vorgaben

Ob aber Werbeprodukte, Webdesign oder andere Vorlagen - sowohl das Tätigkeitsfeld als auch der gesamte Arbeitsprozess bleibt dabei unabhängig vom Arbeitsplatz und Arbeitgeber meistens identisch. Als Auftraggeber fungiert immer der Kunde oder eben Kollegen respektive der Vorgesetzte. Du erhältst als Grafikdesigner in der Regel einen konkreten Auftrag mit festgelegten Vorgaben, die du dann passgenau umsetzt. Teilweise handelt es sich aber auch nur um Ideen, aus der du dann erst noch ein spezifisches Grafikdesign als Lösung entwickeln musst.

Einzelkämpfer und Teamarbeit - beide Szenarien gehören zu deiner Arbeit

Ein Grafikdesigner agiert dabei meistens nur bei kleineren Aufträgen als Einzelkämpfer. Stehen größere Projekte an, arbeitest du dagegen oftmals in projektbezogenen Teams oder mit Kollegen aus der Werbe- und Kreativbranche zusammen. Im Rahmen solcher Großaufträge werden gemeinsam Ideen gesammelt und entwickelt, Brainstorming-Sessions initiiert und entspreche Design-Konzepte erarbeitet, die du anschließend grafisch umsetzt. Wichtig ist dabei auch immer die Kommunikation und ein transparenter Informationstransfer. So hältst du während des gesamten Arbeitsprozesses regelmäßig Rücksprache mit Auftraggebern oder auch Kollegen.


Auf einen Blick - deine Aufgaben als Grafikdesigner

  • Sammeln von Ideen und Entwickeln von Grafikdesign-Konzepten
  • Gestalten und Erstellen von Produkten zur visuellen Kommunikation
  • Kommunizieren mit internen und externen Auftraggebern sowie im Teamverbund
  • Realisieren von unterschiedlichen Grafikdesigns im Print- und im Web-Bereich

Sicherer Umgang mit spezifischen Programmen und Anwendungen

Zum Rüstzeug eines Grafikdesigners zählt der professionelle Umgang mit Software zur Bildbearbeitung und -optimierung, Vektorprogrammen, Layout-Applikationen sowie Lösungen für Animationen und besondere Effekte bei Bewegtbild. Als Grafikdesigner musst du aber nicht nur sicher und mehrwertig mit Programmen wie zum Beispiel Adobe Photoshop, InDesign oder CorelDRAW umgehen können.

Vielmehr solltest du auch Fähigkeiten und Kenntnisse im Hinblick auf die jeweilige Typografie aufweisen. Zudem ist es im Grafikdesign wichtig, dass du ein gutes ästhetisches Verständnis besitzt sowie über ein zeichnerisches oder auch künstlerisches Talent verfügst.

Im Kreativbereich nehmen die Soft Skills eine besonders große Rolle ein

Im Berufsleben bzw. bei deiner täglichen Arbeit als Grafikdesigner profitierst du zusätzlich von bestimmten Soft Skills. Da ein Grafikdesigner häufig projektbezogen und dabei in kreativen Teams arbeitet, benötigst du auf jeden Fall ein hohes Maß an Teamfähigkeit. Gleichzeitig solltest du dich aber auch durch eine eigenständige Arbeitsweise aufweisen.

Zudem gelten Zuverlässigkeit und auch Lernbereitschaft als wesentliche Tugenden. Nicht vergessen solltest du dabei, dass es gerade in der Kreativbranche fortwährend zu Veränderungen, Entwicklungen und Innovationen kommt. Das verlangt deine Bereitschaft, sich auch in der Freizeit über neue Gestaltungsmöglichkeiten und Trends umfassend zu informieren.

Auf einen Blick - diese Skills sind im Grafikdesign-Bereich wichtig

  • ein professioneller und sicher Umgang mit spezialisierten Programmen und Anwendungen
  • zusätzliche Kenntnisse und Fähigkeit im Bereich Typografie
  • zeichnerische Talente
  • Kreativität und Flexibilität
  • Kommunikations- und Teamfähigkeit
  • Lernbereitschaft und Leidenschaft für kreative Themen
  • eine sorgfältige und akkurate Arbeitsweise
  • Druckresistenz und ein schnelles Arbeiten bei Aufträgen mit terminlich engen Abgabefristen

Ausbildung: Welchen Abschluss benötigst du?

Grundsätzlich gibt es keine zwingenden Vorgaben, welchen Schulabschluss du für den Beruf des Grafikdesigners benötigst. Laut Statistiken weist die Mehrzahl der Auszubildenden zum Grafikdesigner einen mittleren Bildungsabschluss auf. Dies ist die so bezeichnete mittlere Reife, die du üblicherweise in der allgemeinbildenden Schule am Ende der 10. Klasse erwirbst.

Wenn du zeichnen kannst, hast du einen Vorteil.

Grafikdesign - diese Schulfächer bieten dir echten Mehrwert

  • Kunst: für das Gestalten von einzigartigen bzw. außergewöhnlichen Designs für Plakate, Prospekte, Anzeigen oder auch Website-Elementen.
  • Mathematik: für die Kalkulation von Budgets und Angeboten
  • Informatik: für das mehrwertige und sichere Verwenden von spezieller Gestaltungssoftware
  • Englisch: für das Nutzen von englischsprachigen Informationsquellen, Briefings oder beispielsweise Bedienungsanleitungen für benötigte Software

Grafikdesign als eigene Disziplin an der Fachhochschule und Universität

Du hast aber auch die Möglichkeit, an der Fachhochschule oder der Universität Grafikdesign zu studieren. Dabei muss das Fach noch nicht einmal explizit den Namen Grafikdesign tragen. Mittlerweile gelten längst auch moderne Studiengänge wie zum Beispiel Design, Kommunikation, Kommunikationsdesign oder Medien als Tummelplatz für zukünftige Spitzenkräfte im Grafikdesign und artverwandten Tätigkeiten.

Ein hoher Spezialisierungsgrad kann deine beruflichen Chancen erhöhen

Durch die Vielzahl an Ausbildungsmöglichkeiten und Studiengängen kannst du dich auf einen bestimmten Bereich im Hinblick auf Medien und Applikationen spezialisieren. Ob im Print-Bereich, im Web-Design oder zum Beispiel als spezialisierter Grafikdesigner mit Fokus auf animierte Effekte - du hast die Wahl zwischen zahlreichen Grafikdesign-Bereichen und Spezialdisziplinen. Viele Unternehmen suchen diesbezüglich gerade Grafikdesigner, die einen hohen Spezialisierungsgrad aufweisen und damit optimal zum eigenen Betätigungsfeld passen.

Welches Einkommen erzielst du als Grafikdesigner?

Hast du zum Beispiel erfolgreich ein Bachelor-Studium absolvierst, kannst du mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt zwischen 27.000 und 30.000 Euro rechnen. Es kommt dabei immer auf die Region und den Arbeitgeber an. Die besten Gehälter werden im Bereich Marketing gezahlt. Hier sind durchaus bis zu 42.000 Euro im Jahr als Einstiegsgehalt möglich.

Mit steigender Qualifizierung und Expertise wächst auch dein Gehalt

In den Folgejahren wächst das Gehalt im Mittelwert um etwa 10.000 Euro an. Dein Durchschnittsgehalt liegt dann also bei 40.000 Euro. Je mehr Fachkompetenz und Erfahrung bzw. Expertise du erlangst, desto höher fällt das Gehalt in der Regel aus. So sind für einen erfahrenen Grafikdesigner ein Senior Gehalt von bis zu 55.000 Euro im Jahr keine Seltenheit. Ein hoher Spezialisierungsgrad und Führungsaufgaben können dieses Einkommen noch weiter erhöhen.

Freelancer-Tagessätze liegen zwischen 65 und 70 Euro

Ein renommierter Freelancer kommt im Schnitt auf einen Stundensatz von etwa 65 Euro. Der durchschnittliche Tagessatz für einen 8-Stunden-Arbeitstag liegt demnach bei 520 Euro. Wer als Freelancer für größere Unternehmen tätig ist, kommt häufig sogar auf einen Stundensatz von rund 70 Euro, was einem Tagessatz von 560 Euro entspricht.

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