Start-Up nach dem Studium
Gründen ist eine gute Alternative zum klassischen Anstellungsverhältnis. Foto: Unsplash/Rawpixel

Berufseinstieg

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12. Okt 2018

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Selbstständig nach dem Studium

Das solltest du beachten

„Was kommt nach dem Studium?“ Es gibt wohl keinen Studenten, der sich diese Frage noch nicht gestellt hat. Während einige an der Uni bleiben und eine Karriere als Dozent und Professor anstreben, beginnen die meisten damit, Bewerbungsschreiben aufzusetzen und einen Job zu suchen. Ein kleiner Teil hat andere Pläne: Mit der eigenen Geschäftsidee durchstarten! Der Weg aus dem Studium direkt in die Selbstständigkeit ist zwar mühsam, aber auf jeden Fall machbar. Wir zeigen dir, was du beachten musst, wenn du dich unmittelbar nach dem Studium selbstständig machen möchtest.

Gründerprofil, Geschäftsidee, Businessplan – Eine Gründung will gut geplant sein

Ein Unternehmer muss sich nicht nur mit seinem Produkt bzw. seiner Dienstleistung auskennen, er muss auch viele organisatorische Aufgaben erledigen. Daher macht es Sinn, wenn du dich bereits während des Studiums auf dein Leben als Unternehmer vorbereitest. Arbeite an deinem Gründerprofil, indem du BWL-Vorlesungen besuchst, an Marketing-Seminaren teilnimmst und bei einem unternehmerischen Planspiel mitmachst. Wenn du von Beginn an Arbeitnehmer beschäftigen möchtest, solltest du dich auch im Bereich Mitarbeiterführung weiterbilden. Dies ist nämlich eine Fähigkeit, die sehr wichtig ist, aber oft unterschätzt wird. Als Geschäftsführer kommen unter anderem die folgenden Aufgaben auf dich zu:

  • Führen von Bewerbungsgesprächen
  • Einlernen neuer Mitarbeiter
  • Verhandlungen über Gehalt und Arbeitsbedingungen
  • Motivation in Krisenzeiten
  • Führen von Entlassungsgesprächen

Darüber hinaus solltest du deine Geschäftsidee verfeinern. In der heutigen Zeit reicht es nicht aus, nur ein gutes Produkt auf den Markt zu werfen. Analysiere die folgenden Faktoren, um dein Produkt bzw. deine Dienstleistung optimal an die Marktbedingungen anpassen zu können:

  • Konkurrenz: Welche Unternehmen bieten ähnliche Produkte an? Wie kannst du dich von ihnen abheben?
  • Zielgruppe: Wer wird dein Produkt nachfragen? Wie kannst du diese Zielgruppe erreichen?
  • Marketing: Wie kannst du dein Unternehmen und dein Produkt gewinnbringend vermarkten?
  • Finanzierung: Welche finanziellen Mittel stehen dir zur Verfügung?

Mithilfe dieser Informationen solltest du deinen Businessplan erstellen. Dieser ist nicht nur für deine eigene Strukturierung wichtig, sondern auch entscheidend, wenn du zum Beispiel einen Kredit bei einer Bank beantragen möchtest.

Nimm jede Hilfe, die du kriegen kannst

Besonders in der Anfangszeit deiner Gründung wirst du mit Arbeit überhäuft werden. Zeige also keinen falschen Stolz, wenn dir jemand seine Hilfe anbietet. Das heißt nicht, dass du deine gesamte Familie für deine Unternehmenszwecke einspannen musst. Doch sicherlich hast du Bekannte, die dir in einzelnen Bereichen helfen können, zum Beispiel bei der Einrichtung des Büros oder der Erstellung eines Firmenlogos.

Der Staat subventioniert Gründer

Der Staat hält eine ganze Menge an Krediten, Darlehen, Fördermitteln und Zuschüssen für Junggründer bereit. Darüber hinaus bieten einzelne Bundesländer und Kommunen ebenfalls Zuschüsse für Gründer an.

Ganz ohne Bankkredit wirst du dennoch nicht auskommen, denn in der Anfangszeit kommen viele Ausgaben für Neuanschaffungen auf dich zu. Darüber hinaus musst du dich auf dem Markt erst einmal etablieren. Dein Gewinn wird in der ersten Zeit mit großer Wahrscheinlichkeit zu wünschen übrig lassen. Geld kannst du sparen, wenn du zum Beispiel gebrauchte Büromöbel und Hardwarekomponenten kaufst.

Büro oder Homeoffice?

Die Geschichte, wie Steve Jobs und Steve Wozniak Computer in einer Garage zusammenschrauben, ist legendär. Es muss zwar nicht die Garage sein, doch auch du kannst vor allem in der Anfangszeit von zu Hause aus arbeiten. Dazu solltest du dir einen Schreibtisch einrichten, wo du konzentriert und effektiv arbeiten kannst.

Der Vorteil ist, dass du dir die Miete für Büroräume sparen kannst. Wenn du jedoch von Beginn an Mitarbeiter beschäftigst, ist das Homeoffice keine Alternative. In vielen Städten kannst du aber Büroräume mit anderen Startups teilen und so viel Geld sparen.

Dieses Software- und Hardwareequipment brauchst du

Jedes Unternehmen benötigt je nach Tätigkeit und Branche unterschiedliche Hard- und Software. Ein Laptop ist besser geeignet als ein stationärer PC, da du so auch von unterwegs aus arbeiten kannst. Darüber hinaus benötigst du üblicherweise einen Drucker mit Kopier- und Scanfunktion sowie Telefon und WLAN-Router. Daneben kommt die folgende Softwareausstattung dazu:

  • Officeprogramme mit Textbearbeitung, Tabellenerstellung und Präsentationausarbeitung
  • Antivirensoftware
  • E-Mail Postfach

Zusätzlich können noch weitere branchenabhängige Softwarelösungen hinzukommen.

Auf keinen Fall solltest du die organisatorischen Aufgaben unterschätzen, die dir im Geschäftsalltag begegnen werden. Mit einer ERP-Software kannst du alle Abteilungen und Bereiche zentral steuern. Einige ERP-Systeme sind dabei exakt auf die Bedürfnisse von kleinen und mittelständischen Unternehmen zugeschnitten. Mit diesen kannst du Warenwirtschaft, Einkauf und Verkauf schnell und einfach zentral abwickeln. Außerdem kannst du über eine solche Software die Bereiche Buchführung, Rechnungs- und Angebotserstellung sowie kaufmännische Angelegenheiten abbilden.

Fazit

Die erste Zeit nach einer Gründung ist nie einfach. An hohe Ausgaben und niedrige Gewinne wirst du dich erst einmal gewöhnen müssen. Dafür lernst du die Vorzüge der Selbstständigkeit aus erster Hand kennen. Du bist niemandem Rechenschaft schuldig und kannst dein eigener Herr sein. Wenn du dich erst einmal auf dem Markt etabliert hast, werden sicherlich auch bald deine Zahlen stimmen. Du solltest dich auf keinen Fall von irgendwelchen Start-Up-Mythen verwirren lassen.

Um das zu erreichen, ist es jedoch wichtig, dass du dir Hilfe von außen holst und unnötige Kosten vermeidest. Bilde dich bereits während der Studienzeit weiter, um dich auf die Aufgaben eines Unternehmers vorzubereiten, beanspruche staatliche Fördermittel und nehme Hilfe von Verwandten und Bekannten an.

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