Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben
Praxis-Luft schnuppern statt nur in der Bibliothek abzuhängen | Foto:Thinkstock/monkeybusinessimages

Promotion

03.03.2015

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30. Nov 2016

Lea-Verena Meingast

Berufseinstieg

Writing by doing: Abschlussarbeit im Unternehmen

Besonders beliebt bei Wirtschaftswissenschaftlern

Die Bachelor- oder Masterarbeit kann die Eintrittskarte ins Berufsleben sein. Besonders, wenn man durch sie schon intensiv in einem Betrieb mitgearbeitet hat. Das weiß auch Bianca Distler, Studienberaterin an der Uni Erlangen-Nürnberg. "Studierende der Medizintechnik oder Wirtschaftswissenschaften nutzen die Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis etwas häufiger als andere", weiß sie.

Bei Wiwis steht sogar oft in der Studienordnung, dass sie für die Bachelorarbeit zum Beispiel statt neun Wochen ganze 18 Wochen Bearbeitungszeit zur Verfügung haben, wenn sie due Arbeit in einer Firma schreiben.

Recherche ein Jahr im Voraus

"Im Idealfall haben Studierende bereits ein Praktikum in einem Unternehmen gemacht, das infrage kommt", sagt Distler. Falls das nicht der Fall ist, sollte man spätestens ein Jahr vor Beginn der Arbeit anfangen zu recherchieren. Denn die Suche nach einer Firma, die zur eigenen Fachrichtung und zum Wunsch-Thema passt, kann zeitaufwändig sein.

Möglicherweise muss zuvor auch noch ein Praktikum absolviert werden. Frag am besten gleich nach, wie die Übernahmechancen aussehen. Eine Garantie wird man dir natürlich nicht geben, aber zumindest eine Tendenz.

Die Hochschule hat das Sagen  

Das Unternehmen hat zwar offiziell keinen Einfluss auf das Thema und den Inhalt der Arbeit, der prüfungsrechtliche Anspruch liegt allein bei der Uni, die auch über wissenschaftliche Kriterien und Formalien entscheidet. "Aber natürlich soll die Arbeit dem Unternehmen auch einen Nutzen bringen", erklärt Distler.

Klarer und regelmäßiger Kontakt sowie genaue Absprachen seien deshalb von großer Bedeutung. "Ganz wichtig ist, dass der Studierende einen dauerhaften Ansprechpartner im Unternehmen hat."


5 Dinge, die du bei der Abschlussarbeit im Unternehmen beachten musst

1. Das passende Unternehmen finden

Wenn du Glück hast, sind an dem Lehrstuhl, an dem du deine Arbeit schreiben willst, Themen für Abschlussarbeiten in Unternehmen am Schwarzen Brett oder im Internet ausgeschrieben. Wenn du selbst suchen musst, frag bei Profs oder Absolventen nach, wer eventuell infrage kommt. Firmen, die bereits Abschlussarbeiten betreut haben, sind sicherlich von Vorteil.

2. Dein BAföG wird gekürzt!

Die Vergütung bestimmt das Unternehmen. Egal, wie hoch sie ist: Eine Abschlussarbeit im Unternehmen gilt beim Amt für Ausbildungsförderung als Ausbildungsvergütung. Das heißt, dass das Gehalt auf zwölf Monate angerechnet wird und der BAföG-Beitrag gekürzt wird. Klär in der Sprechstunde deines BAföG-Amts, wie sich das Gehalt auf deinen Beitrag auswirkt.

3. Regelmäßige Absprachen

Deine Arbeit muss die Erwartungen deiner Profs und die der betreuenden Person im Unternehmen erfüllen. Sowohl das Konzept der Arbeit, die Herangehensweise als auch jede Änderung des Fokus im Verlauf musst du mit beiden Seiten besprechen.

Stell dich also darauf ein, dass du immer wieder Termine brauchst, um dich rückzuversichern, dass du auf dem richtigen Weg bist.

4. Datenschutz wahren

Du hast durch deine Arbeit Einblicke in das Innerste des Unternehmens. Da können sensible Daten dabei sein, die nicht veröffentlicht werden dürfen. Im Arbeitsvertrag wird geregelt, ob du nur beschränkten Zugang zu Daten bekommst oder bestimmte Dinge in der Arbeit nicht verwenden darfst. Möglicherweise musst du im Verlauf der Arbeit noch einmal mit dem Datenschutzbeauftragten der Firma sprechen.

5. Plan zusätzliche Zeit ein!

Zunächst musst du die Strukturen des Unternehmens kennenlernen und wirst dann wahrscheinlich auch mit einigen Personen Interviews führen. Fang damit frühzeitig an und plan genug Puffer ein – die Kollegen können schließlich auch mal krank oder im Urlaub sein.

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