DVB-T Ende
Lineares Fernsehen kann schon bald der Vergangenheit angehören | Foto: Thinkstock/jakkapan21
Autorenbild

16. Mär 2017

David Streit

Filme

Film-News der Woche: Die Schöne und das Biest & das Ende von DVB-T

FILMICUM in der KW 11 im Überblick:

Neu im Kino

"Die Schöne und das Biest" (Start: 16. März 2017)
"Mit siebzehn" (Start: 16. März 2017)

Thema der Woche

 Aus DVB-T wird DVB-T2 HD

Streaming-Perle

"Persepolis" auf YouTube

Rekordverdächtig

150 Stunden weniger Werbung für Kids im Jahr – dank Streaming

Darauf freuen wir uns

"Baby Driver" (Start: 31. August 2017)


Neu im Kino

Disney hat einen Lauf! Die Realverfilmungen von Klassikern wie "Cinderella" oder auch "The Jungle Book" werden allesamt von der Kritik gefeiert. Diese Woche startet mit "Die Schöne und das Biest" der nächste Ausflug in die eigene Jugend. Wir erinnern uns: Belle (Emma Watson) lebt ein zufriedenes Leben, bis ihr Vater (Kevin Kline) in die Fänge des Biestes (Dan Stevens) gerät. Selbstlos bietet sie an, statt ihres Vaters in Gefangenschaft zu leben.

Was sie nicht ahnt: Das hässliche Ungeheuer ist mit einem Fluch belegt und eigentlich ein schöner Prinz. Doch er muss erst jemanden dazu bringen, ihn wahrhaftig zu lieben, bis sich sein Äußeres wieder zurückwandelt. Schon bald hat er Gefühle für Belle, die diese aber zunächst nicht erwidert. Irgendwie logisch, oder? Sie muss sich erst mit den ebenfalls verzauberten Hausangestellten anfreunden, um zu erkennen, dass mehr hinter der gruseligen Fassade des Biestes steckt.

Die Umsetzung der Geschichte ist kindgerecht, weiß aber durch seine enge Orientierung an dem Zeichentrick von 1991 zu gefallen. Bei den ganzen Gesangseinlagen der vielen liebenswerten Figuren fühlt man sich auch sofort an alte Zeiten erinnert. Wir sind also pro Nostalgie!


Aus Frankreich kommen nicht nur derbe Komödien wie "Willkommen bei den Sch’tis" und "Monsieur Claude und seine Töchter", sondern auch vielschichtige Dramen. Die einfühlsame Coming-of-Age-Story "Mit siebzehn" ist so eine willkommene Abwechslung. Im Mittelpunkt stehen da Damien (Kacey Mottet Klein) und Thomas (Corentin Fila), die in eine Klasse gehen und sich überhaupt nicht ausstehen können. Aber weil Damiens Mutter Tomas’ schwangere Mutter entlasten möchte, werden sie schon bald unter einem Dach wohnen. Was für eine schreckliche Idee!

Die Spannungen zwischen den beiden Außenseitern entladen sich schon bald in purer Gewalt. Noch mehr Angst macht ihnen nur, dass sie auch noch anfangen, etwas füreinander zu empfinden. Über den Zeitraum eines Schuljahres sind wir nun dabei, während sie ihre Gefühle füreinander ergründen und dabei immer wieder aneinander geraten.


Thema der Woche

Aus DVB-T wird DVB-T2 HD. Der neue Standard für das sogenannte Fernsehen aus der Luft wird in zwei Wochen freigeschalten. Das heißt: Wer bisher noch nichts für den Empfang von RTL, ProSieben und Co. bezahlt hat, wird jetzt zur Kasse gebeten. Für 69 Euro im Jahr versprechen die privaten Sender nun HD-Qualität und Aufnahmefunktionen. Wobei lediglich die öffentlich-rechtlichen Sender, von ARD bis ZDF, bei DVB-T2 mit der Haushaltspauschale (17,98 Euro im Monat) abgedeckt sind.

Und es gibt dabei einen großen Haken: Um einen neuen Receiver (der oft direkt im Fernseher verbaut ist) wird man nicht herumkommen. Der erzwungene Umstieg kann also schnell zu einem teuren Unterfangen werden, wenn plötzlich gleich noch ein neuer Fernseher her muss.

Es stellt sich also die Frage: Wie hart werden diese Maßnahmen insbesondere Studenten treffen, die vielleicht gerade erst von zuhause ausgezogen sind? Naja. Höchstwahrscheinlich eher wenig bis gar nicht. Denn sie haben dem Konzept von linearen Inhalten schon längst abgeschworen. Für sie macht es meist keinen Unterschied, ob sie #GNTM nun live Donnerstagabend im TV oder Freitagmittag online streamen. Hauptsache in großer Runde, so dass man sich lautstark über Heidis Models aufregen kann, oder?

Die Mediatheken scheinen jedenfalls dem herkömmlichen TV nach und nach den Rang abzulaufen. Wer einmal damit begonnen hat das Unterhaltungsprogramm an seinen Terminkalender anzupassen, wird auch so schnell nicht mehr zurück wollen.


Streaming-Perle

"Persepolis" auf YouTube: Marjane ist acht Jahre, als die Mullahs den Schah aus Persien vertreiben und die Macht übernehmen. Die Welt ist auf einmal eine andere, aber das Mädchen denkt nicht daran, sich den neuen Regeln zu unterwerfen. Lieber entdeckt sie Punk, ABBA, Iron Maiden und Jungs. Sie ahnt nicht, wie gefährlich ihr spielerischer Protest für sie und ihre Familie ist.


Rekordverdächtig

Im Durchschnitt verbringen US-Teenager 1,8 Stunden täglich mit Streaming-Diensten. Was viel klingt, hat aber einen außerordentlich positiven Nebeneffekt. Die Experten von ExStreamist haben zum Taschenrechner gegriffen und nachgerechnet: Bei durchschnittlichen 14 Minuten Werbung pro Stunde ergibt sich eine Ersparnis von ganzen 150 Stunden Werbefernsehen!

Es ist also an der Zeit Netflix & Co. einmal dafür zu danken, dass wir immer weniger nervigen Werbeblöcken ausgesetzt sind. Es wird spannend zu beobachten, wie sich diese Entwicklung langfristig auf das Kaufverhalten einer neuen Generation von Konsumenten auswirkt. Denn wer ohne werbliche Reizüberflutung lebt, könnte womöglich auch ganz neue Bedürfnisse entwickeln.


Darauf freuen wir uns

"Baby Driver": Im Lebenslauf von Regisseur Edgar Wright klafft eine ungewöhnliche Lücke. Denn zwischen Filmen wie "Shaun of the Dead" und "Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis" ließ er in der Regel drei Jahre verstreichen. Zuletzt hätte das auch fast wieder klappen können – doch dann suchte sich das Filmstudio Marvel kurzerhand einen anderen, der seine Vision vom kleinsten Superhelden "Ant-Man" auf die Leinwand bringen sollte.

Nach diesem Niederschlag setzte sich Wright schließlich hin und griff wieder selbst zu Stift und Papier. Herausgekommen ist eine originelle Geschichte vom Fahrgenie Baby, der sich in jungen Jahren schon mit fiesen Gangstern auseinandersetzen muss. Doch mit der richtigen Musik im Ohr meistert er jede noch so brenzlige Situation. Schnelle Schnitte und WTF-Momente treffen auf einen vielfältigen Soundtrack. Wir freuen uns auf "Baby Driver" mit Ansel Elgort, Lily James und Kevin Spacey.


Die nächste Ausgabe FILMICUM erscheint am 30. März 2017

Artikel-Bewertung:

3.39 von 5 Sternen bei 87 Bewertungen.

Deine Meinung: