Iwan Rheon Interview
Iwan Rheon ist in S.U.M.1 zu sehen. | Foto: Gage Skidmore/flickr.com, CC BY-SA 2.0, zugeschnitten

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04.12.2017

S.U.M.1 Rezension

S.U.M.1

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Jennifer Schreder

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Iwan Rheon im Interview: "Die meisten meiner Rollen sind ziemlich schräg"

"Meine Freundin bewahrt mich davor, den Verstand zu verlieren."

UNICUM: In S.U.M. 1 spielst du einen Soldaten, der auf eine Mission zu einem isolierten Überwachungsturm geschickt wird. Dort angekommen wird alles zunehmend angsteinflößender. Was macht dir Angst und wie gehst du mit solchen Situationen um?
Iwan Rheon: Generell bin ich nicht besonders ängstlich. Allerdings schüchtert mich das Meer ziemlich ein. Ich mag die Tiefe einfach nicht. Und deshalb vermeide ich es, ins Wasser zu gehen. Es ist okay, wenn ich zum Beispiel eine Boje in der Nähe sehe oder sowas. Aber was S.U.M. 1 angeht, der befindet sich auf jeden Fall an einem sehr furchteinflößenden Ort…

Was waren die größten Herausforderungen, denen du dich beim Dreh stellen musstest?
Das andauernde Alleinsein. Das ist ziemlich hart. Vor allem, wenn es keine andere Person gibt, mit der du tagtäglich am Set zusammenarbeitest. Es ist einfach sehr anstrengend, den Film in jedem Moment und ohne Pause schauspielerisch zu tragen. Es war schonungslos. Aber es hat mir auch bei der Umsetzung des Charakters geholfen, weil er eben auch isoliert ist. Diese Abgeschiedenheit war so einfach leichter zu greifen und umzusetzen. Aber es war auch toll, wenn mal ein anderer Schauspieler vereinzelt mit am Set war. Denn dann konnte ich mit jemandem reden!

Wenn du mal jemanden bräuchtest, der dich davor bewahrt den Verstand zu verlieren, wer oder was wäre das?
Vermutlich meine Freundin.

"Die meisten meiner Rollen sind ziemlich schräg."

Wo siehst du mögliche Parallelen zwischen von dir gespielten Charakteren und was für Rollen spielst du am liebsten?
Ich suche nach interessanten Persönlichkeiten, die nicht ganz so offensichtlich definiert sind. Da kann man dann viel mehr erkunden. Ich spiele einfach gerne Rollen, die etwas an sich haben und nicht langweilig sind. Die meisten davon sind aber wirklich ziemlich schräg, das muss ich zugeben.

Stimmt. Ich denke da vor allem an Simon Bellamy aus Misfits, der ja auch ein Loner ist, aber damit ganz anders umgeht als es S.U.M.1 tut…
Das Konzept "Einsamkeit" ist auf jeden Fall sehr interessant und wie die Effekte sich auf verschiedene Menschen auswirken. Und in S.U.M. 1 geht man ja wirklich mit dem Hauptcharakter auf die Reise und nimmt die Dinge im Grunde genau so wahr, wie er sie wahrnimmt. Sieht die Welt, wie S.U.M. 1 sie sieht. Es war also definitiv spannend zu spielen.


Iwan Rheon S.U.M.1


Iwan Rheon, Brad Pitt und Musik

Wenn jemand dein Leben verfilmen würde, wer sollte dann deine Rolle übernehmen?
Oh, ich weiß nicht. Ich glaube, dass Brad Pitt einen großartigen Job machen würde. Ich seh ja auch ein bisschen so aus wie er, also würde das ganz gut passen.

Du machst ja auch Musik, seitdem du ein Teenager warst und hast vor kurzem sogar dein erstes Solo-Album veröffentlicht. Wenn du einen Titelsong oder Album für dein Leben benennen müsstest, wofür würdest du dich entscheiden?
Ich glaube, da müsste ich mich für mein Album "Dinard" entscheiden.



Zurück zur Menschlichkeit

Konformität ist ein Charakterzug, der Soldaten wie S.U.M. 1 häufig zugeschrieben wird. Im Laufe des Films tritt dieser Charakterzug aufgrund der wachsenden Angst in S.U.M1 aber immer mehr in den Hintergrund. Wie entwickelt sich das im Verlauf des Films?
Ich glaube, dass das das Interessante am Film ist. Man sieht wie S.U.M. 1 im Laufe des Films mehr und mehr in Frage stellt, was er tut und was in der Welt geschieht. Und ich glaube, das passiert, wenn man alleine gelassen wird und niemanden hat, mit dem man reden kann. Dann fängt man an nachzudenken. Und man sieht S.U.M. 1 eine regelrechte Paranoia entwickeln. Und das war eines der spannendsten Elemente für mich. Wir wollten, dass er zu Anfang beinahe unmenschlich wirkt, wie ein Android. Und im Laufe der Story gewinnt er dann mehr und mehr dieser Menschlichkeit zurück. Und am Ende sieht man dann einen Menschen, der das Ganze durchlebt und nicht den Soldaten. Was meiner Meinung nach ein großartiges Konzept ist, das man erkunden kann.

Ohne zu viel vom Film zu verraten – was war deine Lieblingsszene?
Mein Lieblings-Moment ist tatsächlich etwas seltsam. S.U.M. 1 ist draußen im Wald und er sieht zum ersten Mal Schnee. Und das hat etwas sehr kindliches an sich, wie ich finde. Einen erwachsenen Mann zu spielen, der noch nie in seinem Leben Schnee berührt hat… Ich finde, dass das viel darüber aussagt, in was für einer Welt die Menschen im Film leben. Denn die Menschen wohnen ja alle unter der Erde und waren noch nie draußen an der Erdoberfläche. Und das Entdecken von Geräuschen wie Vogelgezwitscher und ähnlichem… Das ist sehr kindlich und wunderschön. Außerdem habe ich gerne mit André [Hennicke, Anm. d. Red.] zusammengearbeitet, weil das bedeutete, dass ich ein wenig MIT jemandem spielen konnte, was toll war. Das war cool. Die wenigen Szenen mit ihm und auch die Kampfszenen waren echt aufregend. Das waren meine beiden Lieblingsszenen.


S.U.M.1 Andre Hennicke Iwan Rheon


Bilingualität FTW

Du sprichst fließend Englisch und Walisisch. In wie weit hast du durch die Bilingualität schauspielerische Vorteile?
Das ist eine ziemlich gute Frage. Generell ist es ja immer von Vorteil, mehr als eine Sprache zu sprechen, wenn man aufwächst. Aber ich habe vor kurzem auch einen Film gespielt bei dem ich die meiste Zeit mit polnischem Akzent reden musste, und ich spreche kein Polnisch. Jetzt kann ich tatsächlich ein wenig.  Aber ja, es hat mir da ziemlich geholfen, zwei Sprachen zu sprechen. Zu wissen, wie ich das spielen soll, wenn man eine andere Sprache spricht. Leider sprechen ja nur wirklich wenige Leute in Großbritannien eine zweite Sprache, was sehr traurig ist. Ich glaube auf jeden Fall, dass es mich weiter bringt. Allein in meinem Denken und meinem Blick auf Sprache im Allgemeinen.

Was ist die eine Frage, die du schon immer gefragt werden wolltest, aber die dir nie gestellt wurde?
Oh, also ich kann dir einige verraten, bei denen ich mir wünsche, dass man sie mir nicht mehr stellen würde! (lacht)

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"Was wäre deine Superkraft?" ist die schlimmste Frage. Die habe ich schon viel zu oft gehört. Aber welche ich noch nicht gehört habe, keine Ahnung. Da müsste ich noch drüber nachdenken.

 

Aufmacherfoto: Gage Skidmore/flickr.com, CC BY-SA 2.0, zugeschnitten

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