Kinofilme 2018 Tops und Flops
War "Fifty Shades of Grey 3" Top oder Flop? | Foto: Universal Pictures Germany
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20. Dez 2018

Hella Wittenberg

Filme

Kinofilme 2018: Die Tops und Flops des Jahres

FILMICUM KW 51/52

Neu im Kino: "Aquaman" und "Bumblebee"

"Aquaman" (Start: 20. Dezember 2018) – Nach seinem kurzen Auftritt im Superhelden-Epos "Justice League"  lernen wir Arthur Curry alias Aquaman (Jason Momoa) endlich richtig kennen. Er ist der erstgeborene Sohn von der Unterwasser-Königin Atlanna (Nicole Kidman) und einem menschlichen Leuchtturmwärter (Temuera Morrison). Leider weiß in Atlantis fast niemand von seiner Existenz – und so regiert aktuell sein Halbbruder Orm (Patrick Wilson) Unterwasser. Dieser möchte die sechs Königreiche der Meere um sich scharen, um gemeinsam in den Krieg gegen die Menschen zu ziehen, welche seine Heimat immer weiter beschmutzen.

Arthur wird daraufhin von Mera (Amber Heard) zu Hilfe gerufen, um den Untergang der Menschheit noch zu verhindern. Als Bindeglied zwischen den Spezies vermag nur er den Frieden aufrecht zu halten. "Aquaman"  überzeugt mit seinen visuellen Schauwerten, wie leuchtende Unterwasserstädte, aber auch durch einen Abenteurer-Vibe, der an "Indianer Jones"  erinnert. Denn Arthur und Mera begeben sich im Laufe der Geschichte auf die Suche nach alten Artefakten, um seinen Anspruch auf den Thron zu untermauern. Davon wollen wir mehr sehen!

"Bumblebee" (Start: 20. Dezember 2018) – Nachdem sich die "Transformers"-Reihe zuletzt in immer größeren Blechschlachten verlor, setzt Regisseur Travis Knight ("Coraline") mit dem ersten Solo-Abenteuer eines Autobots ein erfrischend zurückhaltendes Zeichen. Im Mittelpunkt steht die 18-jährige Charlie (Hailee Steinfeld), die nach ihrem Platz im Leben sucht. Auf der Suche nach einem fahrbaren Untersatz, stößt sie auf den als gelben VW Käfer getarnten Bumblebee. Und als dieser sich zu erkennen gibt, entwickelt sich eine echte Freundschaft zwischen den beiden.

Der Film spielt im Jahr 1987, wo niemand jemals auch nur ansatzweise etwas Vergleichbares gesehen hat. Charlie versteht schnell, dass ihr außerirdischer Freund in den falschen Händen in seine Einzelteile zerlegt werden würde. Dank dieser Ausgangssituation hat der Film mehr mit "E.T. – Der Außerirdische" gemeinsam, als mit seinen Vorgänger-Teilen. Obwohl am Ende die Tür für weitere Fortsetzungen in den 80ern offengehalten wird, darf dieser Streifen auch nur für sich stehen.



Thema der Woche: Top und Flop Kinofilme 2018

Was haben eigentlich alle 2018 so gemacht? Das Kinojahr war in der Tat eher ein schwaches. Gerade einmal 21 Millionen Zuschauer konnten in Deutschland vermeldet werden – gleich 2 Millionen weniger als im vergangenen Jahr. Doch ein paar klare Gewinner können trotzdem festgemacht werden. Wir wollen hier einmal die echten Highlights, aber auch einige Lowlights beleuchten.

1. Die Top 3: Heldenhaft, sexy oder doch kindgerecht?

Wo Marvel seine Finger im Spiel hat, können die Besucher nicht weit sein. Mit fast 3,4 Millionen Zuschauern ist "Avengers 3: Infinity War" der meistgesehene Film in Deutschland. Bereits zehn Jahre kämpfen sich die Megahelden um Iron Man, Captain America und Co. schon durch die Weltgeschichte sowie durch die Galaxien. Jetzt mussten sie gemeinsam etwas gegen den Überbösewicht Thanos ausrichten. Wie das ausgeht, interessierte scheinbar die Mehrheit der Kinowütigen.

Aber auch für "Fifty Shades of Grey 3 – Befreite Lust" wurden ordentlich Tickets gekauft. Rund 3 Millionen wollten in Deutschland wissen, ob es so etwas wie eine funktionierende Beziehung zwischen Anastasia und Christian wirklich geben könnte. Was auf die seichte SM-Lovestory noch folgen kann? Mit knapp 2,5 Millionen Besuchern "Hotel Transsilvanien 3 – Ein Monster Urlaub". Hier konnte sich gleich die ganze Familie darüber amüsieren, wie Graf Dracula mit seinen Monster-Kumpels auf Kreuzfahrt geht.

2. Die Flop 3: Ferne Galaxien, Märchenwelten und dreckige Hotels

Es packten 2018 nicht alle Filme das wieder an den Kinokassen einzufahren, was die Filmstudios vorab mithilfe von Produktionsbudget und Marketing in sie investiert haben. Ein Riesenminus musste "Solo: A Star Wars Story" hinnehmen. Der Verlust beträgt stolze 157,1 Millionen Dollar. Nach diesem Misserfolg stellte Disney erst einmal alle Pläne zu weiteren Spin-Offs ein.

Für "Der Nussknacker und die vier Reiche" sieht es auch nicht viel besser aus: 101 Millionen Dollar Verlust wurden hier erreicht. Dabei schien die Geschichte vielversprechend, doch am Ende wollte wohl keiner so richtig in die Märchenwelt eintauchen. Interessanterweise kann aber auch ein Chris Hemsworth keinen Film retten. Der Schauspieler, der als Thor im Highlight des Jahres mitspielt, hat mit "Bad Times at the El Royale" 32,5 Millionen Dollar Miese eingefahren. Die Auflösung des Thrillers, in dem sich sieben Fremde in einer Nacht in einem schäbigen Hotel zusammen einfinden, juckte letztlich kaum jemanden.

3. Die Netflix-Highlights: Polizisten-, Abenteurer- und Jugendgeschichten

Wenn eine Sache feststeht, dann die: Gestreamt wurde dieses Jahr ohne Ende. Der Video-on-Demand-Dienst Netflix hat sich nun auch mal in die Karten schauen lassen und die am meisten gebingten Inhalte 2018 offengelegt. Auf Platz 1 ist da die Abenteuerserie "The Seven Deadly Sins". Die japanische Serie startete bereits im Jahr 2014, jetzt wollten alle unbedingt wissen, wie es in Staffel 3 weitergeht.

Auf dem zweiten Platz befindet sich "On My Block" – eine Coming-of-Age-Serie, die mit viel Humor aus dem Leben einiger Teenager in Los Angeles erzählt. Darauf folgt die relativ neue britische Serie "Bodyguard", in der ein Polizist eine Ministerin beschützen muss, was natürlich alles andere als einfach ist.

4. Die bestbezahlten Stars: Die Männer mit dem meisten Moneten

Den Männern Hollywoods geht es auch 2018 fabelhaft. George Clooney führt die Spitze der bestbezahlten Schauspieler mit knapp 239 Millionen Dollar an (nur dank jeder Menge Werbung, in einem Film spielte er in diesem Jahr nämlich nicht mit) – eine Summe, die fast doppelt so hoch wie die von Dwayne Johnson ist, der es sich mit 124 Millionen Dollar auf Rang 2 gemütlich gemacht hat. Da kann sich ein Iron Man, alias Robert Downey Jr., mit seinen 81 Millionen Dollar mal schön hinten – auf Platz 3 – einreihen.

Streaming-Perle: "Where to Invade Next"

" Where to Invade Next" (Verfügbar bis 09.02.2019 in der Arte-Mediathek) – Was können die USA von anderen Ländern lernen? Michael Moore will es genau wissen und marschiert als Ein-Mann-Armee in Europa und Tunesien ein. Wo immer er seine Flagge in fremden Boden rammt, will er keine Territorien und Ölfelder erobern, sondern gute Ideen. Und zwar solche, mit denen Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien gute Arbeits- und Lebensbedingungen für ihre Bürger geschaffen haben. Egal, ob faire Löhne oder gesundes Schulessen, kostenlose Bildung oder menschenwürdige Gefängnisse: Michael Moore klaut alles, was er kriegen kann.


Darauf freuen wir uns: "Brexit"

"Brexit" (Deutscher Start bisher nicht bekannt) – Aktueller geht es kaum: Bevor das Vereinte Königreich im März 2019 tatsächlich mit allen Konsequenzen aus der EU austritt, hat sich der Sender HBO daran gemacht, einen Film darüber zu machen, wie es überhaupt dazu kam. Benedict Cumberbatch begibt sich in die Rolle von Dominic Cummings, der 2016 maßgeblich die Kampagne "Vote Leave" anführte. Bereits der Trailer zeigt, wie gezielt die Ängste der Menschen mithilfe von Social Media bestärkt bzw. überhaupt erst hervorgeholt und wie Millionen von Nichtwählern mobilisiert wurden. Der Film über die Strategie zum Brexit läuft ab Januar bei HBO. In Deutschland könnte das womöglich eine Veröffentlichung via Sky oder Amazon Prime mit sich führen.



Die nächste Ausgabe der FILMICUM erscheint am 3. Januar 2019

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