Marie Curie Kino
Marie Curie: Immer der Neugier des Geistes nachgehen! | NFP marketing & distribution
Autorenbild

16. Mai 2017

Sandra Ruppel

Filme

Marie Curie

Biopic über die erste Nobelpreisträgerin

Eindrucksvoller Lebenslauf, eindrucksvolle Frau: Marie Curie

Marie Curie wird 1867 in Warschau als Maria Skłodowska geboren, mit 24 schreibt sie sich zum Studium an der Université Sorbonne in Paris ein und erwirbt Abschlüsse in Physik und Mathematik. Sie heiratet den Physiker Pierre Curie und gemeinsam beginnen sie ihre Untersuchung an strahlenden Substanzen, für die Marie später das Wort "radioaktiv" prägen wird.

Trotz eingeschränkter Mittel sind die beiden Wissenschaftler nicht aufzuhalten. In einem zugigen Labor, das eigentlich eher ein Schuppen mit undichtem Dach ist, entdecken sie die Elemente Polonium und Radium. 1903 wird ihnen für ihre Arbeit der Nobelpreis zuerkannt, allerdings müssen sich die beiden den Preis mit ihrem Kollegen Antoine Henri Becquerel teilen.

Der Wissenschaft verschrieben

Der Medienrummel, der nach der Verleihung um die Curies tobt, ist ihnen eher lästig. Sie sind weder daran interessiert, als Gäste zu gesellschaftlichen Großveranstaltungen geladen zu werden, noch haben sie das Bedürfnis, mit Journalisten ständig über ihre Arbeit zu sprechen. Stattdessen wollen sie ihre Zeit nutzen, um ihre Forschungen weiter vorantreiben und herauszufinden, wie Radium effektiv zur Heilung von Krebserkrankungen beitragen kann. Viel Zeit bleibt ihnen für die gemeinsame Arbeit jedoch nicht mehr, denn nur drei Jahre nach dem Erhalt des Nobelpreises kommt Pierre bei einem Unfall ums Leben.

Marie ist am Boden zerstört, sie kämpft mit Depressionen. Pierre fehlt ihr schmerzlich: Als Vater der beiden gemeinsamen Töchter, als geliebter Ehemann, als geschätzter Forschungspartner. Sie braucht jemanden, der sie versteht, mit dem sie Ideen durchdenken kann, auf die noch keiner vorher gekommen ist.

Dennoch, trotz aller Hindernisse, trotz der Lücke, die Pierre hinterlassen hat, Curie forscht weiter. Sie übernimmt nicht nur Pierres Lehrstuhl für Physik und wird damit zur ersten Frau, die an der Sorbonne unterrichten darf, sondern sie erarbeitet sich auch einen zweiten Nobelpreis im Bereich Chemie, der ihr 1911 zuerkannt wird. Diesmal muss sie ihn mit niemandem teilen.



Marie Curie: Der Film

Bis zu ihrem Tod 1934 bleibt Curie der Wissenschaft treu, in ihrem Film konzentriert sich Regisseurin Marie Noëlle allerdings auf die Zeit zwischen der Verleihung der beiden Nobelpreise. Wir begleiten Curie (gespielt von Karolina Gruszka) durch ihre glücklichste, aber auch ihre wohl schwerste Zeit. Neben der Forschung, den Auszeichnungen, dem Tod von Pierre (Charles Berling) und Maries Trauer wird auch die Affäre thematisiert, die Curie mit dem Physiker Paul Langevin (Arieh Worthalter) einige Jahre nach Pierres Tod hatte. 1910 flog die Liebelei auf und sorgte für einen Skandal, der Curie beinahe den zweiten Nobelpreis gekostet hätte.

Die Regisseurin durfte Einsicht in die originalen Tagebuchaufzeichnungen Curies nehmen, ein großer Teil der Dialoge speist sich aus Worten, die Curie tatsächlich gesagt oder geschrieben hat, wie die Filmemacherin selbst verrät. Mit Hilfe ihrer Recherchen konstruiert Noëlle Curie nicht nur als nüchterne Wissenschaftlerin, sondern will sie vor allem auch als verletzliche, sensible Frau mit einem freien, überragenden Geist sichtbar machen.

Vielleicht gerät die Darstellung Curies auch deswegen manchmal etwas zu zerbrechlich, zu leidend, zu kraftlos, was durch den Weichzeichner, der über manchen Szenen liegt, noch verstärkt wird. Nichtsdestotrotz wird aber deutlich, dass Curie ihrer Zeit voraus war. In ihrer Forschung war sie ebenso rastlos, wie furchtlos - zuweilen sogar leichtsinnig, wenn man bedenkt, dass sie beim Hantieren mit Radium nie Schutzkleidung trug, weil es zu der Zeit einfach noch kein Bewusstsein für die Gefahr des Stoffes gab.

Fazit zu Marie Curie

Alles in allem ist "Marie Curie" eine gefühlsbetonte Annäherung an eine Frau, die man sonst nur aus den Geschichts- und Naturwissenschaftsbüchern kennt.

Wer sich von dem stellenweise recht romantischen Blick auf Curie nicht aus der Ruhe bringen lässt und sich auf kurzweilige und unterhaltsame Weise mit der Wissenschaftlerin auseinandersetzen möchte, die mit ihren Forschungsergebnissen die Grundlage zu unserer modernen Kernphysik gelegt hat, der sollte sich dieses Biopic nicht entgehen lassen.


Marie Curie FilmUNICUM Filmtipp

Marie Curie

Biografie, Deutschland, Frankreich 2016

Darsteller u.a.: Karolina Gruszka, Arieh Worthalter, Charles Berling

Verleih: NFP marketing & distribution

Heimkinostart: 19. Mai 2017

Online bestellen (Amazon): Marie Curie

Mehr Infos unter: mariecurie-derfilm.de/ und hfacebook.com/mariecurie.derfilm

Artikel-Bewertung:

3.58 von 5 Sternen bei 104 Bewertungen.

Deine Meinung: