Dishonored: Tod des Outsiders
Als Billie Lurk sind wir in "Dishonored: Tod des Outsiders" unterwegs | Foto: Bethesda

Games

13.12.2016

Dishonored 2

Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske

Vier Jahre nach dem erfolgreichen Debüt dürfen wir erneut in die malerische Welt von Dishonored eintauchen und als schleichender Assassine für die Wiederherstellung unser ... mehr »

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16. Okt 2017

Christopher Lymer

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Dishonored: Tod des Outsiders

Ein würdiges Finale?

Auf der Jagd nach einem Gott

Mehrere Monate sind vergangen, seit Delilah Copperspoon das Handwerk gelegt wurde und Emily Kaldwin ihren rechtmäßigen Platz auf dem Kaiserthron in Dunwall eingenommen hat. Genau der richtige Zeitpunkt für Protagonistin Billie Lurk – "Dishonored 2"-Spielern besser bekannt als Megan Foster, Kapitänin der Dreadful Wale und treue Verbündete – nach Karnaca zurückzukehren und ihren alten Mentor Daud, die Klinge von Dunwall, aufzusuchen.

Den nahenden Tod vor Augen blickt jener voller Reue auf ein Leben zurück, dass von Mord und Gewalt bestimmt war. Verantwortlich dafür macht er allein den Outsider, eine finstere Gottheit, welche ihm einst jene Kräfte verlieh, mit denen die Ausübung seines Bluthandwerks erst möglich wurde. Vor diesem Hintergrund beschließen die wiedervereinten Attentäter a. D. kurzerhand, den Teufelskreis ein für alle Mal zu durchbrechen und dem Outsider ein Ende zu setzen.

Ob wir den beschwerlichen Weg zu unserem Ziel schleichend, meuchelnd oder lautstark säbelschwingend bewältigen, bleibt dabei wie immer vollkommen uns überlassen.

Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten

Während Daud als angeschlagener Einsatzleiter auf der Dreadful Wale zurückbleibt, zieht es uns für insgesamt fünf Missionen in das bereits aus Dishonored 2 bekannte Karnaca. Wie zuvor kann die beschauliche Hafenstadt dank des viktorianischen Steam-Punk-Designs nicht nur optisch überzeugen: vor allem die bis ins Detail ausgeklügelte Level-Architektur entpuppt sich wiederholt als der eigentliche Star des Schleichspiels. Umsichtigen Erkundern eröffnen sich immer neue Möglichkeiten von A nach B zu gelangen und dabei feindliche Patrouillen zu umgehen, abgesperrte Bereiche zu passieren oder massive Blockaden zu überwinden.

Dabei kommen selbstverständlich auch unsere serientypischen Assassinen-Fähigkeiten zum Einsatz, die wir zu Beginn – warum auch immer – vom Outsider erhalten und im Verlauf des Spiels durch Ausrüsten von Artefakten verstärken: Während uns "Platztausch" ermöglicht, einen Punkt in der näheren Umgebung zu markieren, um uns per Knopfdruck dorthin zu teleportieren, dürfen wir mit "Weitblick" kurzzeitig unseren Körper verlassen, um als geisterhafte Sphäre das Umfeld zu erkunden und Gegner zu markieren. Zu guter Letzt lässt uns die Fähigkeit "Trugbild" für kurze Zeit die Gestalt einer anderen Person annehmen, so dass wir uns beispielsweise als Gardist getarnt durch Hochsicherheitsbereiche schleusen können.

Eingeschränkt trotz großer Freiheit

Auch wenn sich unsere neuen Kräfte wirkungsvoll kombinieren und einsetzen lassen, sind sie in erster Linie auf heimliche Fortbewegung ausgelegt. Offensive Fähigkeiten, die sich zum effizienten Ausschalten von Gegnern eignen, suchen wir in Billie Lurks Repertoire leider vergebens. Das ist nicht nur schade, sondern auch verwunderlich: Um den Spielern in der Wahl ihres Vorgehens alle Freiheiten zu lassen, haben sich die Entwickler nämlich bewusst vom Chaos-System der Vorgänger verabschiedet, so dass ein gewaltsames Vorgehen nicht länger mit einem düsteren Spiel-Ende "bestraft" wird.

Sollte uns der Sinn also nach brachialeren Methoden stehen, können wir nur auf unsere Klinge sowie zahlreiche tödliche, aber auch nichttödliche Waffen zurückgreifen. Neben Geschossen aus der Voltaikwaffe am Handgelenk stehen uns hier Sprengfallen, Granaten oder die neueingeführte Haken-Mine zur Verfügung, die unachtsame Gegner per Harpune erfasst und in einen blutigen Tod zerrt.  

Gefüllte Waffenkammer dank Nebenjob

Damit der Einsatz unserer Spielzeuge noch besser von der Hand geht, bekommen wir die Möglichkeit, unser Arsenal mehrfach aufzuwerten. Dafür müssen wir nur den hiesigen Schwarzmarkthändler aufsuchen, der uns mit Upgrades sowie neuer Munition versorgt. Die nötigen Zahlungsmittel erhalten wir durch das Sammeln von Wertgegenständen oder das Erfüllen von Nebenmissionen, die wir über Aushänge beim Schwarzmarkt annehmen.

Die Aufträge sorgen nicht nur für Abwechslung und etwas Kleingeld, sondern setzen häufig auch ein bestimmtes Vorgehen als Bedingung voraus: Während wir bei manchen Aufträgen nicht einmal erspäht werden dürfen, müssen wir bei anderen gewaltsam dafür sorgen, dass kein Gegner am Leben bleibt. Was auch immer der Job fordert, uns erwartet eine spannende Herausforderung sowie ein attraktive Gelegenheit, unterschiedliche Spielstile auszuprobieren.  

Fazit zu Dishonored: Tod des Outsiders

Dishonored: Tod des Outsiders kann – wie bisher jeder Ableger der Reihe – mit einem eindrucksvollen Setting sowie ausgeklügeltem Stealth-Gameplay punkten, das die Freiheit und Experimentierfreude des Spielers spürbar in den Mittelpunkt rückt. Trotz des vorhandenen Potenzials verpasst die Standalone-Erweiterung hierbei allerdings, eine wirklich spannende und bedeutsame Geschichte zu entfalten.

Wer die ersten Teile der Dishonored-Reihe mit Freude gespielt hat, kommt auch hier auf seine Kosten. Alle anderen sollten dies erst einmal nachholen, bevor sie sich der Jagd auf den Outsider widmen.


Dishonored: Der Tod des Outsiders CoverUNICUM Gaming-Tipp

Dishonored: Tod des Outsiders

Bethesda Softworks

Erhältlich für: PC, PS4, Xbox One

Ab 18 Jahren

Artikel-Bewertung:

3.76 von 5 Sternen bei 17 Bewertungen.

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