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09. Aug 2016

Christopher Lymer

Games

Im UNICUM Game-Test: Mad Max

-ARCHIV-

Holpriger Powertrip durchs Ödland

Ein Mann und sein Auto …

Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr: Wo sich einst das Meer erstreckte, breitet sich nun eine karge Wüstenlandschaft aus. Im brutalen Kampf um die verbleibenden Ressourcen säen selbsternannte Warlords Angst und Schrecken, indem sie marodierende Horden auf die letzten Bewohner des Ödlands hetzen. Mit der Absicht, dieser Hölle und der eigenen Vergangenheit zu entfliehen, gibt es für Max nur ein Ziel: die "stillen Ebenen" erreichen

Was er dafür benötigt? Einen Vorrat an Benzin und ein leistungsstarkes Gefährt. Zum Glück ist Max nicht auf sich allein gestellt: Mit Chumbucket, einem buckeligen Schrauber, der uns für den Auserwählten einer Prophezeiung hält, gewinnen wir bald einen ebenso nützlichen wie unterhaltsamen Sidekick. Dieser widmet sich fortan seiner Bestimmung, uns ein gebührendes Fahrzeug, sein "Magnum Opus", zu fertigen und schickt uns dafür auf die Suche nach den nötigen Einzelteilen.

Und so begeben wir uns in die riesige Open-World-Wüste, um unseren fahrbaren Untersatz von einem anfänglichen Stahlrahmen auf vier Rädern in eine mobile Festung zu verwandeln.

Viel zu tun, wenig zu erleben

Langweilig wird uns dabei sicher nicht: Ob Raider-Camps ausheben, Festungen erstürmen, Ölpumpenlager in die Luft jagen oder Rennen absolvieren, auf der gigantischen Karte des Ödlands gibt es immer was zu tun. Einen Überblick verschaffen wir uns, indem wir Aussichtspunkte in Form von Ballon-Stationen aufsuchen und aus schwindelerregender Höhe die Umgebung auskundschaften und so Missionspunkte aufdecken.

Wer sich hierbei zu Recht an die altbewährte Assassin's Creed Mechanik erinnert fühlt, wird bereits erahnen, dass auch bei Mad Max das Spielerlebnis nicht immer von der inflationären Fülle an Nebenmissionen profitiert. Zwar können wir hier aus einer Vielzahl an Missionsvarianten wählen, diese fallen jedoch im Einzelnen immer gleich aus.

Darüber hinwegtrösten kann allerdings das gelungene Kampfsystem. Denn nicht nur in seiner benzinfressenden Höllenmaschine ist Max ein ernstzunehmender Kontrahent, auch zu Fuß machen wir mit dem Free-Flow-Kampfsystem à la Batman eine gute Figur. Zwar erweist sich Max als weniger akrobatisch, gleicht die fehlende Leichtfüßigkeit dafür aber durch einen umso brachialeren Kampfstil aus, bei dem wir knochenknackend Gegner aus ihren Latschen prügeln.

Sammeln, basteln, tunen

Das geht umso effizienter, je besser unsere Ausrüstung ist. Diese dürfen wir nach und nach upgraden, indem wir beispielsweise Schlagringe für unsere Handschuhe, Rüstungsplatten für die Lederjacke oder zusätzliche Läufe für unsere Schrotflinte basteln. Als Rohstoff für jene Verbesserungen dienen Schrottteile, die wir verstreut im Ödland finden oder zerstörten Fahrzeugen entnehmen.

Auch unseren Magnum Opus motzen wir mittels Altmetall auf, indem wir Chumbucket formschöne Rammstangen, Stacheln, Schutzbleche oder Motoren daraus formen lassen, um die Wehrhaftigkeit unseres Gefährts zu erhöhen - und das ist auch bitter nötig! Schließlich werden die Gefechte des Ödlands meist vollmotorisiert und mit durchgetretenem Gaspedal ausgetragen.

Gewappnet mit detonierenden Speeren, Enterhaken und Rammvorrichtungen veranstalten wir so ein spektakuläres Feuerwerk an Explosionen sowie umherfliegenden Wrack- und Körperteilen, während wir eine Spur der Verwüstung hinter uns herziehen - definitiv das Highlight des endzeitlichen Action-Titels.

Fazit zu Mad Max

Röhrende Motoren, donnernde Explosionen, wenig Story: Mit dieser Trias ließe sich Mad Max kurz und bündig beschreiben. Wer eine dramatisch inszenierte Geschichte mit tiefgründigen Charakteren und spielerischen Entscheidungsfreiheiten erwartet, wird sich im Ödland sicherlich verloren fühlen. Freunde von effektlastiger Action mit ordentlich Dampf unter der knatternden Motorhaube werden mit Max und Chumbucket hingegen einen kurzweiligen und optisch beeindruckenden Powertrip erleben. In diesem Sinne: Handbremse lösen und durchtreten!


Mad Max

Avalanche Studios

Erhältlich für PC, Playstation 4 und Xbox One

Ab 18 Jahren

Artikel-Bewertung:

2.84 von 5 Sternen bei 140 Bewertungen.

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