Jodel App
Jodel sorgt an einigen Unis für viel Furore | Screenshots: Jodel

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Barbara Kotzulla

Netzwelt

Jodel: Eine App für das digitale Klowandgekritzel

Start-up für mehr Kommunikation und Vernetzung in der Uni-Welt

Vorbild: Die Studentenkultur der USA

2013. In bierseliger Laune unterhalten sich vier Studenten der RWTH Aachen über ihre Auslandsaufenthalte. Über die USA. Über die dortige Studentenkultur. Darüber, dass Studierende in den Staaten einfach ein ganz anderes Gemeinschaftsgefühl und eine stärkere Identifikation mit ihrer Hochschule ausleben. Das ist die Geburtsstunde der "Jodel"-App, denn "bei uns gibt es auch diese ganzen Geschichten, man hat nur keine Plattform, um sie mit anderen zu teilen", so Produktmanager Alexander Linewitsch.

Anonym, authentisch und lokal

"Jodel ist wie eine Pinnwand, an die jeder etwas dranschreiben kann. Das können Texte sein, aber auch Bilder – egal, ob witzig oder informativ", erklärt Alexander. Also irgendwie wie eine Art "Digitalisierung des Klowandgekritzels".

Anders als etwa bei Twitter hat man als Jodler keine Follower, kein Profil – aber die Möglichkeit, für relevante Nachrichten zu stimmen. "So hat jeder Post, die gleiche Chance hochgevotet zu werden. Die User entscheiden selbst, was gehört werden soll." Was zählt, ist die Gemeinschaft, der Fokus liegt auf einer aktiven Community.

Laut den Ober-Jodlern um Geschäftsführer Alessio Avellan Borgmeyer wird "sehr offen und authentisch gejodelt" – und vor allem lokal. Für jede deutsche Uni-Stadt gibt es mittlerweile eine eigene "Jodel"-Pinnwand, auch in Spanien, den Niederlanden, Schweden, Österreich und der Schweiz ist die App schon vertreten. Und was wird gejodelt? Alex: "Die User posten Dinge, die sie so nirgendwo anders teilen können, und dazu gehören häufig peinliche und persönliche Alltagsphänomene, aber vor allem Ereignisse und Infos aus der eigenen Stadt."

Drei Fragen an Jodel

UNICUM: Warum eigentlich "Jodel"?
Alexander Linewitsch: Zum einen fanden wir den Namen sehr witzig, zum anderen ist Jodeln ja auch eine Kommunikationsform, bei der man über weite Distanzen miteinander "reden" kann. Das Gejodel in den Bergen erscheint immer relativ nah, aber man weiß nicht unbedingt, von wem es stammt – es bleibt doch anonym. Und auch beim Jodeln wird der Fokus stark auf die Gemeinschaft gelegt.

Werden auch brisante Dinge gejodelt?
Es werden jetzt keine Klausurergebnisse veröffentlicht oder andere illegale Sachen. Aber es kann schon mal um Tabuthemen oder Sex gehen. Zuletzt hatten wir den Fall, dass jemand, bei dem das Kondom geplatzt ist, gefragt hat, wo es jetzt die Antibaby-Pille gibt. Da kamen in sehr kurzer Zeit 20 Antworten zusammen. Ein weiteres Beispiel: Vor einiger Zeit gab es in Mannheim eine Schießerei. Alle relevanten Infos waren direkt auf Jodel, bevor sie die Chance hatten, in lokalen Zeitungen als Eilmeldungen veröffentlicht zu werden. Wir wollen die Plattform sein, auf der man direkt immer den relevantesten Content aus der eigenen Umgebung findet.

Wie viel kontrolliert ihr, was gejodelt wird?
Uns ist bewusst, dass die Anonymität missbraucht werden kann, aber dafür haben wir die zehn Jodel-Gebote aufgestellt, die wir klar kommunizieren. Wir setzen besonders auf eine gesunde Community: Die Leute entscheiden selbst, was gehört werden soll. Die User können bei uns Beiträge melden und ab minus fünf Down-Votes verschwinden Beiträge automatisch. Bei uns darf man auch keine Links setzen und kann nur Fotos, die man unmittelbar schießt, hochladen und keine aus dem Speicher.

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