Alicia von Rittberg
Alicia von Rittberg moderiert die First Steps Awards 2016 | Foto: Jeanne Degraa

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Alicia von Rittberg: "Von Brad Pitt konnte ich mir viel abgucken"

Die deutsche Hollywood-Newcomerin und Vollblut-Studentin im Interview

"Es heißt noch lange nicht, dass ich es in Hollywood geschafft habe"

Wie aufgeregt bist du, wenn du an Montag und deine Moderation vor rund 1.500 Gästen bei der Verleihung des First Steps Awards denkst?
Ich bin unglaublich aufgeregt. Es ist für mich das erste Mal auf der Bühne als Moderatorin. Aber so ist es auch eine schöne Gelegenheit, sich mal der Herausforderung zu stellen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass ich mich ganz doll verhasple und dann den Faden verliere. Wobei … Eigentlich kann ich schon damit rechnen, dass das passieren wird (lacht). 

Warst du vor deiner Szene mit Brad Pitt im Kriegsdrama "Herz aus Stahl“, als du ihm Spiegeleier serviert hast, nervöser?
Nee (lacht). Bei der Schauspielerei, da schlüpft man in eine Rolle. Als Moderatorin stehe ich aber auf einmal als Alicia auf der Bühne. Deswegen bin ich jetzt fast noch aufgeregter.

Konntest du dir damals irgendwas von ihm abgucken?
Von so einem unglaublich erfahrenen Schauspieler und Star kann man sich eigentlich alles abgucken. Es war spannend, wie konzentriert und kontinuierlich er in seiner Rolle geblieben ist. Da kann ich mir noch eine Scheibe abschneiden.

Der Film war 2014 dein erster Ausflug ins internationale Film Business. Was denkst du darüber, dass die Leute dich seitdem als neue deutsche Hollywood-Hoffnung bezeichnen?
Das hört sich zwar nett an, aber ich weiß nicht, wie viel da dran ist. Nur weil ich in einem amerikanischen Film mitgespielt habe – und sogar die Rolle eines deutschen Mädchens hatte –, heißt das noch lange nicht, dass ich es jetzt in Hollywood geschafft habe. Da war auch eine Menge Glück dabei. Mich zieht es ohnehin eher dahin, wo die schönen Rollen sind.


Die FIRST STEPS Awards

  • "FIRST STEPS – Der Deutsche Nachwuchspreis" zeichnet Abschlussfilme von Studierenden der deutschen Filmschulen aus.
  • Er wird seit 2000 jährlich von der deutschen Filmakademie verliehen, um den Absolventen "erste Schritte"in den Beruf zu erleichtern.
  • Die FIRST STEPS Awards in Höhe von insgesamt 92.000 Euro werden von drei Jurys (Spielfilm, Dokumentarfilm und Werbefilm) in sieben Kategorien vergeben.
  • Die diesjährige Verleihung findet am 19.September 2016 im Theater des Westens in Berlin statt. Danach werden die Filme auch öffentlich gezeigt.  
  • www.firststeps.de

"Wir stehen den Amerikanern in nichts nach"

Würdest du sagen, der deutsche Film kann international mithalten?
Auf jeden Fall! Ich liebe Deutschland und ich liebe es, hier zu leben. Ich denke, wir stehen den Amerikanern in nichts nach – auch im Film-Bereich nicht. Gerade in Sachen Nachwuchs. Ich durfte einige Filme sehen, die für den First Steps Award nominiert sind. Es ist faszinierend, was für Ideen es gibt und welche Qualität dahintersteckt. Da muss man nicht nach Amerika, um so etwas zu finden.

Du hast schon als Kind mit dem Schauspielen angefangen. Welche deiner ersten Rollen bleibt dir am meisten im Gedächtnis?
Ich muss immer an das Mädchen denken, dass ich mit elf Jahren bei "der Alte" gespielt habe. Ich hatte da ein Blümchenkleid an und erinnere mich ganz genau an meinen Satz, den ich gesagt habe. Die Geschichte war allerdings ziemlich brutal. Das Mädchen wurde von seinem  Vater an dessen Geschäftsfreunde verkauft.

Jetzt wollen wir den Satz aber auch wissen ...
"Danke! Vielen, vielen Dank! Ich danke euch allen. Ist es wirklich wahr? Ich bekomme ein Pferd? Und das gehört mir ganz alleine?" (lacht). So war das wortwörtlich. Ich weiß nicht, wieso das hängengeblieben ist.

Im Sommer 2015 hast du dich ziemlich freizügig in der GQ gezeigt. Hast du das Shooting bewusst dazu genutzt, von dem Kinderstar-Image wegzukommen?
Nein, das war nicht dazu gedacht, eine andere Seite von mir zu zeigen. Es hatte mit meiner Rolle in dem Film "Verräter wie wir" zu tun. Da der Kinostart verschoben wurde, stand es dann aber doch für sich allein. Ich glaube nicht, dass ich irgendwie erzwingen muss, erwachsene Rollen zu spielen. Im Gegenteil, das Alter kommt sowieso und ich sollte glücklich sein, jetzt noch jüngere Mädchen spielen zu können. In "Jugend ohne Gott" zum Beispiel spiele ich wieder eine 17-Jährige.

Prüfungen unter notarieller Aufsicht

Wie groß ist denn Stellenwert der Schauspielerei in deinem Leben? Schließlich studierst du auch "ganz normal" Wirtschaftswissenschaften an der Zeppelin Universität Friedrichshafen.  
Ich liebe die Schauspielerei, das ist meine größte Leidenschaft! Insofern nimmt sie einen unglaublich großen Teil meines Lebens ein. Aber das Studium liegt mir eben auch sehr am Herzen. Es beschäftigt mich nun schon seit drei Jahren. Und bis zum Bachelor habe ich noch eins vor mir.

Stimmt es, dass du Prüfungen am Set in Anwesenheit eines Notars schreibst?
Ja genau, dann brauche ich eine offizielle Person, die mich beaufsichtigt. Und ich muss zeitgleich mit meinen Kommilitonen schreiben, damit ja kein Anruf mit den Inhalten der Prüfung hin- und hergeht. Eine Prüfung habe ich mal unter Aufsicht eines Notars im Wohnwagen am Set geschrieben. Das war schon sehr verrückt. Aber, dass ich diese Möglichkeit bekomme, ist ein absolutes Geschenk!

Du warst für ein Auslandssemester in Tel Aviv. Warum Israel? Hast du auch die Erfahrung gemacht, dass sich die Leute in deinem Umfeld große Sorgen machen?
Es gibt kaum ein Land, wo so viel Spannendes zusammenkommt: Kultur, Religion, Politik ... Und ich hab vorher schon ganz oft gehört, was Tel Aviv für eine coole Stadt sein muss und wollte mir das natürlich nicht entgehen lassen. Aber natürlich ist nicht alles nur Jux und Tollerei und ein entspanntes In-der-Sonne-liegen, wenn man dort für längere Zeit hingeht. Darauf muss man sich einstellen.   

Und ein Praktikum in London hast du auch absolviert?
Genau. Ich war dort bei einem Start-up, das eine App im Essens-Bereich entwickelt. Ich bin von Restaurant zu Restaurant gelaufen und habe auch Marketing gemacht.

Ist das der Bereich, der dich am meisten interessiert?
Nee, gar nicht unbedingt. Viele denken, dass Marketing für mich naheliegend ist. Aber ich suche noch.

Was begeistert dich an deinem Studienfach? Hast du dich auch wegen der Karriereaussichten dafür entschieden?
Nein, es ist ein schöner Kontrast zur Schauspielerei. Die Film-Branche ist unglaublich kreativ, schnelllebig und irgendwie verrückt. Das Studium hingegen ist ganz strukturiert. Da muss ich viel analytisch denken. Mathe mochte ich schon immer gerne, weil man so resultatorientiert arbeitet.  

Momentan läuft ja wieder "Die Höhle der Löwen“. Hättest du Interesse daran, eine eigene Geschäftsidee umzusetzen? 
Oh ja! Da hast du ins Schwarze getroffen. Das wäre mein großer Wunsch für später. Mir kommen immer wieder Ideen. Aber wenn es etwas sein soll, für das man Tag und Nacht arbeiten möchte, dann muss es schon knallen.  


Zur Person

  • Alicia Gräfin von Rittberg wurde 1993 in München geboren.
  • Nach einigen Rollen in deutschen Fernsehfilmen spielte sie 2015 im Kriegsfilm "Herz aus Stahl" eine junge Deutsche, die unfreiwillig Gastgeberin für Soldaten (u. a. Brad Pitt) wird.
  • Bei der Prämiere stahl sie auf dem roten Teppich mit einem sehr tiefen Dekolleté den Hollywood-Stars die Show.  
  • Parallel zu ihrer Rolle in "Verräter wie wir" (Verfilmung von John Le Carrés Bestseller), ließ sie sich für die GQ in Dessous ablichten.
  • 2017 wird Alicia in der historischen Krankenhaus-Serie "Charité" von Sönke Wortmann zu sehen sein.  
  • Nächstes Jahr macht sie ihren Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Zeppelin Universität Friedrichshafen

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