Interview Frederick Lau
Ivo (F. Lau, rechts) nimmt Lukas (M. Wansing-Lorrio) unter seine Fittiche | Foto: Warner Bros Ent.
Autorenbild

10. Apr 2018

Ann-Christin Kieter

Promis & Interviews

Frederick Lau im Fußball-Fieber: Interview zum Film Spielmacher

Frederick Lau: Borussia Dortmund – ein Leben lang!

UNICUM: Du bist gebürtiger Berliner, aber dein Fußball-Herz ist tatsächlich schwarz-gelb. Woher kommt die Liebe zum Ruhrpott-Club?
Frederick Lau: Meine Mutter kommt aus dem Pott, aus Datteln. Bei uns in der Familie ist die eine Hälfte Schalke, die andere Dortmund. Mein Oppa war immer Borussia-Fan und seitdem ich denken kann, bin ich das auch. Und das werde ich auch immer bleiben – in guten und in schlechten Zeiten. Ich bin sogar BVB-Mitglied.

Wie und wo guckst du die Spiele? Und was bist du für ein Fan-Typ?
Hier in Berlin schaue ich meistens in einer Dortmund-Kneipe, in der "Intertanke". Ich fahre aber auch mal mit meinen Kollegen – Wotan Wilke Möhring zum Beispiel – ins Stadion. Am liebsten natürlich zu internationalen Spielen. Letzte Saison ja noch Champions League, jetzt Europa League. Beim Zuschauen bin ich dann so richtig dabei und rege ich mich gerne mal auf. Für mich geht es bei den Spielen immer um was, ich bin da nicht so: Dann haben wir eben verloren, ist kein Problem.



 "Natürlich dürfen Männer weinen – gerade auch für Sport!"

Im Film "Spielmacher" spielst du einen Ex-Profifußballer, der einen talentierten Nachwuchskicker unter seine Fittiche nimmt. Wie gehst du damit um, falls deine beiden Kinder später eine Sportler-Karriere anstreben?
Ich hab da gar kein Problem mit, ich finde es gut, wenn Kinder Sport machen. Es ist auch wichtig, dass man Ehrgeiz entwickelt und Bock hat, in einer Mannschaft zu spielen. Die können aber auch gerne Tennis spielen. Wie ich mich am Rand dann verhalte, kann ich noch nicht sagen. Ich mein, ich bin zwar selber extrem ehrgeizig, aber ich würde sie nicht anschreien, wenn sie scheiße gespielt haben. Ich bin auch nicht so drauf, dass ich meiner eigenen Sportler-Karriere hinterher trauere und deswegen meinen Sohn extrem pushe.

Stimmt, du warst im Judo und im Eishockey gut dabei. Wann kam da der Knick?
Der Film kam einfach dazwischen, irgendwann musste ich mich für einen Weg entscheiden. Manchmal denke ich schon darüber nach, wie es wohl wäre, wenn ich noch auf dem Eis stehen würde. Eishockey war immer mein Traum. Ich gehe auch immer noch gerne Schlittschuhlaufen. Im Judo war ich zwar auch gut, aber das hätte ohnehin nicht mein Hauptberuf werden können.

Stimmt es, dass du nach einem verloren Spiel manchmal alleine in der Kabine gesessen und geweint hast?
Ja, ich war total ehrgeizig. Und das bin ich immer noch. Mir geht es eben immer um was. Es darf nur nicht krankhaft-manisch werden. Und ich finde auch, dass Männer grundsätzlich weinen dürfen – gerade auch für Sport!


Woher man Frederik Lau kennt

Frederick Lau Interview

  • Aus "Victoria" (Sebastian Schippers Film-Experiment ohne Schnitt, in nur einer einzigen Kamera-Einstellung)
     
  • Als großen Film-Bruder eines geistig Behinderten (gespielt von David Kross) in "Simpel".
     
  • Privat als Ehemann der Moderatorin Annika Lau (früher Kipp).

 


Sein Leben im Eiltempo

In den Medien wird dein Leben oft als "mit der Vorspultaste" bezeichnet. Du bist mit 16 von zuhause ausgezogen, mit 24 das erste Mal Papa geworden. Woher kommt diese Geschwindigkeit?
Es passiert alles immer so, wie es passiert. Ich guck halt, auf was ich Bock habe. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich viel mit Älteren zusammen bin? Ich hab nie gesehen, dass ich ein Kind bin und nicht auf eigenen Beinen stehen kann. Mit zwölf habe ich mein eigenes Geld verdient.

Wenn man über dich spricht, kommt man an "Victoria" nicht vorbei. Wie war das für euch Schauspieler, dass der Film komplett ohne Schnitt, in einer Einstellung, gedreht wurde?
Man muss erstmal die Angst überwinden, in diesen 107 Minuten einen Fehler zu machen. Wir haben nur dreimal gedreht und natürlich wollte ich nicht derjenigen sein, der patzt. Aber wenn das "Action" ertönt, dann denkt man einfach gar nicht mehr. Manchmal habe ich keine Ahnung, was ich kurz vorher gemacht habe. Das ist das Großartige als Schauspieler, dass du einfach in deiner Rolle bist und Spaß hast.

Hat sich durch deine ganze Preise und Auszeichnungen wie den Bayerischen Filmpreis für deine Rolle in "Simpel" irgendwas verändert?  
Na ja, das bringt schon eine größere Verantwortung mit sich. Wenn ich jetzt zum Set komme, muss ich Leistung bringen und kann nicht larifari an die Sache rangehen. Aber das ist ja auch in Ordnung.


Frederick Lau in Spielmacher


Fredericks Leibgericht: Gravy

Als Redakteurin eines Studierendenmagazins muss ich natürlich noch fragen: Was wäre so die Karriere-Alternative für dich gewesen? 
Ich wollte immer Kunst studieren. Allerdings ohne zu wissen, in welche Richtung das mal gehen könnte, sondern rein aus Interesse. Aber ich habe mit 18 mein Abitur abgebrochen, weil ich wusste, worauf ich wirklich hinarbeite. Ein Schauspiel-Studium hätte ich ja trotzdem machen können. Das Studentenleben hätte ich mich schon gereizt.

In der Mensa hättest du dann bestimmt ganz viel Bratensoße gegessen. Ich hab nämlich gehört, dass das voll dein Ding ist.
Stimmt, da bin ich echt Fan von. In England gibt es dieses Gravy, das dann über Pommes und so kommt. Das ist bei uns ja leider noch nicht ganz so angesagt. Ich hab einen Freund in London, der mir das mitbringen muss. So als Pulver, das ist auch ganz geil. Es muss nicht immer hausgemacht sein.


Spielmacher PlakatUNICUM Filmtipp

Spielmacher

Drama, Deutschland 2018

Regie: Timon Modersohn

Darsteller u. a.: Frederick Lau, Matteo Wansing-Lorrio, Oliver Masucci, Antje Traue

Kinostart: 12. April 2018

 

Artikel-Bewertung:

4.13 von 5 Sternen bei 8 Bewertungen.

Deine Meinung: