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Fünf Campus-Serien im Check: Was ist wahr und wo wird maßlos übertrieben? | Foto: Thinkstock/vladans

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10. Okt 2016

Anna Feininger

Serien

5 Campus-Serien im Realitäts-Check

Was sie uns über den Uni-Alltag lehren – und was nicht

Campus-Serien: Realität trifft Fiktion

Serien, die auf und um den Campus spielen, zeigen die schönen, verrückten und anstrengenden Seiten des Studiums. Dass vieles dabei übertrieben und unrealistisch ist oder beschönigt wird, kann sich jeder denken. Trotzdem kann man aus ihnen etwas mitnehmen. Und dann gibt es da noch die nicht gerade unwesentlichen Dinge, die euch so nicht im Alltag begegnen werden.

Spoiler-Alarm

Achtung: Noch bevor du weiterliest und -scrollst: Dieser Artikel enthält zum Teil Spoiler für einige Serien!


How to get away with Murder

Uni:

Middleton Law School (fiktiv), USA

Inhalt:

Ob bei Gericht oder im Vorlesungssaal: die Strafverteidigerin Keating erwartet immer von allen höchsten Einsatz. In der Vorlesung, die sie "How to get away with Murder" nennt, sucht sie sich fünf Studierende aus, die neben ihrem Studium als ihre Assistenten arbeiten dürfen und mit ihr echte Fälle bearbeiten.

Treffendes Zitat aus der Serie:

"We’re all bad people. That’s what we all have in common."

Wem gefällt die Serie?

Jedem, der sich wünschen würde, dass sein Uni-Alltag ein wenig spannender wäre und dabei einfach nur die Erinnerung braucht, dass "gewöhnlich" auch gut sein kann. Wer generell spannende Serien und Filme mag und mit sich häufig wiederholenden, szenischen Flashbacks kein Problem hat, wird sich an dieser Serie erfreuen.

Was können wir lernen?

Arbeiten, Seminare und Prüfungen miteinander verbinden, dabei mit dem eigenen Sozialleben ein bisschen jonglieren, damit alles unter einen Hut passt – das muss jeder Studierende. Für seine Wunschkarriere muss man auch mal eigene Grenzen überschreiten und seine Comfort-Zone verlassen. Dass man sich damit allerdings am Ende des Tages wohl fühlt, ist nicht immer garantiert.

Was ist unrealistisch?

Angefangen beim Auswahlprozedere der studentischen Hilfskräfte bis hin zu der späteren Crux der Geschichte: Niemand wird sich für einen Studentenjob in die Vertuschung eines Mords verwickeln lassen. Schon gar nicht, wenn nicht alle Fakten der Geschichte bekannt sind und man hörig einer Professorin aufgrund ihres guten Rufes trauen soll. Und wem das noch nicht reicht: Dich würde an einer deutschen Universität auch keine noch so hübsche Trophäe von den Prüfungen befreien können – da sind zum Glück auch die Professoren an festgeschriebene Prüfungsordnungen gebunden.


Community

Uni:

Greendale Community College (fiktiv), USA

Inhalt:

Der Versuch, seine Kommilitonin rumzukriegen, endet für den ehemaligen Anwalt und frisch eingeschriebenen Jeff unangenehm: Er schlägt eine gemeinsame Spanisch-Lerngruppe vor. Dabei konnte er aber nicht damit rechnen, dass seine Flamme gleich eine ganze Gruppe Interessierter mitbringt, die sich alle sehr freuen.

Treffendes Zitat aus der Serie:

"To the empowerage of words." – "To the irony of that sentence."

Wem gefällt die Serie?

Wer Spaß an "Scrubs" gehabt hat, wird sich auch mit dieser Serie wohlfühlen und wer einen genaueren Blick auf die Charaktere wirft, stellt fest, dass beide Serien sich derselben Typen bedienen. Locker, leicht und häufig fern des eigenen Alltags bietet Community eine seichte Ablenkung.

Was können wir lernen?

Lernen und Lerngruppen sind nicht immer langweilig, schon gar nicht, wenn man bereit ist, sich auf die Menschen einzulassen. Denn, wenn Aufgeben eine Option wäre, wäre niemand von ihnen hier. Jeder trägt sein eigenes Päckchen an Problemen, aber man sollte sich selbst und anderen eine zweite Chance zugestehen und gemeinsam lassen sich die Schwierigkeiten schneller lösen als alleine.

Was ist unrealistisch?

Die Studierenden der Lerngruppe könnten demographisch betrachtet nicht unterschiedlicher sein. Unterschiedliche Altersgruppen, Vorgeschichten und Kulturen treffen sich und schließen Freundschaft. So schön die Theorie ist, ist es doch relativ unrealistisch, dass Lerngruppen so unterschiedlich ausfallen und alle im Laufe der Zeit zusammenwachsen. Wahrscheinlicher ist, dass du eine Gruppe mit Studierenden gründest, die möglichst viele Gemeinsamkeiten mit dir selbst haben. Auch der gemeinschaftliche Gedanke steht vielen Studierenden kurz vor den Prüfungen vermutlich nicht im Mittelpunkt, sodass jeder froh ist, wenn die Lerngruppe – trotz aller Vorteile für das Studium – wieder zu Ende ist.


Fresh Meat

Uni:

Manchester Medlock University (fiktiv), GB

Inhalt:

Weil sie die Frist für die Wohnheimseinschreibungen verpasst haben, landen sechs Studierende in einem gemeinsam geteilten Haus und starten in ihr Studium und das WG-Leben.

Treffendes Zitat aus der Serie:

"First year is beer year. Third year is fear year. But second year is spear year."

Wem gefällt die Serie?

Jedem, der britischen Humor mag und ziemlich authentische Charaktere sehen möchte, die unter anderem am Scheitern, an Verlust und an Neuanfängen wachsen müssen.

Was können wir lernen?

Sich zu Beginn des Studiums neu erschaffen zu wollen, kann schnell nach hinten losgehen: Lügenkonstrukte können zusammenbrechen und die richtige Kommunikation kann viele spätere Probleme verhindern. Außerdem können deine Mitbewohner und Freunde zu einer Familie zusammenwachsen, die für dich da ist, wenn du dich alleine fühlst.

Was ist unrealistisch?

Eine beinahe selbstverständliche Affäre mit dem Professor, exzessive regelmäßige Partys unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol ohne ernstzunehmende Konsequenzen und gutmütige Geldeintreiber, die nach verpasster Deadline mit sich diskutieren lassen, werden den wenigsten Studierenden begegnen.


Blue Mountain State

Uni:

Blue Mountain State College (fiktiv), USA

Inhalt:

Eine Gruppe American-Football-Spieler stellt sich als Studienanfänger den "wahren" Problemen des Lebens: Sport, Partys und Frauen. Gleichzeitig gilt es, als Teammitglied der "Goats" vollen Einsatz zu zeigen.

Treffendes Zitat aus der Serie:

"I don’t take naps man ... I don’t trust them."

Wem gefällt die Serie?

Wer an Serien wie "It’s Always Sunny in Philadelphia" und "The Archer" Freude hatte, kann mit dem überspitzten Humor von "Blue Mountain State" nichts falsch machen.

Was können wir lernen?

Das Studileben steckt voller Abenteuer. Sie sind nicht immer gut oder für die eigene Entwicklung wichtig – aber man darf durchaus experimentieren und sich ausprobieren. Wenn man sich dann noch auf sein Ziel konzentriert, kann man es weit bringen.

Was ist unrealistisch?

Die Heroisierung der American-Football-Spieler ist zwar an manchen Universitäten in Amerika nicht unüblich, doch an deutschen Hochschulen eher selten. Auch die positive Darstellung von Alkohol und Drogen ist nicht mit dem Alltag eines in Vollzeit Studierenden vereinbar. Da nicht nur Sport für den Abschluss relevant ist und die Prüfungen trotzdem bestanden werden wollen, stehen häufig stattdessen Kaffee, Bibliotheken und Praktika an. Ebenso werden dich leider die Tipps zum Aufreißen von Frauen an vielen Stellen nicht weiterbringen.


Campus

Uni:

Kirke University (fiktiv), GB

Inhalt:

Was passiert mit Studierenden, wenn diese irgendwann einmal mit dem Studium fertig sind? Einige gehen in die Lehre und bleiben auf dem Campus: Als Dozenten und Professoren müssen sie sich vor Studierenden behaupten und gleichermaßen Finanzkürzungen fürchten.

Treffendes Zitat aus der Serie:

"Remaining Lecturers, if you wish to keep your job, when you hear the whistle, please move to a new colour desk."

Wem gefällt die Serie?

Jeder, der den häufig empfundenen Frust gegenüber der Universität gerne von der "anderen Seite" aus sehen möchte und britische Serien im Generellen mag, wird seine Freude an dem satirischen, durch und durch eigenartigen sowie zum Teil satanischen Lehrpersonal der Kirke University haben.

Was können wir lernen?

Auch Professoren und Dozenten sind nur Menschen, bei denen es regelmäßig drunter und drüber geht. Auch wenn die Charaktere zum Teil stark überzogen dargestellt werden, erkennt man Menschen aus seinen eigenen Erfahrungen wieder – und wer es noch nicht mit einem exzentrischen, Status-fixierten Vorgesetzten zu tun hatte, wird ihn vermutlich irgendwann treffen und schnell genug als solchen erkennen.

Was ist unrealistisch?

"Campus" zeigt bewusst sehr extreme Charaktere, die eigenartiger kaum sein könnten. Der derbe Humor ist nicht jedermanns Sache und die vielen Schimpfwörter im Berufsleben sind zu großen Teilen auch kaum vorstellbar – oder zeugen zumindest von geringer Professionalität. Klischees werden ausgereizt und trotz geringer Entwicklung der Charaktere bestätigt.

Artikel-Bewertung:

3.28 von 5 Sternen bei 267 Bewertungen.

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Veröffentlicht am 13. Okt 2016 um 11:55 Uhr von Michael Plack
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