Dauerbaustelle Hausarbeit
Abwechslung tut bei der Hausarbeit gut: Greif auch mal zum Stift | Foto: Thinkstock/Fabio Lamanna

Hausarbeit & Co.

23.11.2016

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04. Nov 2014

Anna Gumbert

Hausarbeit & Co.

Dauerbaustelle Hausarbeit

Zeitdruck! Schreibblockade! So klappt's dennoch!

Die Planung der Hausarbeit

Eine gute Planung ist das A und O der Hausarbeit. Vor allem unter Zeitdruck kann das Ziel "Ich muss die Hausarbeit bis in einer Woche schaffen" demotivieren und abschrecken. Deswegen rät Dr. Peter Braun dazu, das große Ziel herunterzubrechen und euch Etappenziele zu stecken. Der Gründer des Schreibzentrums der Friedrich-Schiller-Universität Jena empfiehlt: "Erst recherchiere ich das, dann kümmere ich mich um das nächste Kapitel, und so weiter."

Auch das Etappenziel "Pause" sei sehr wichtig. Zwar ist es unklug, den Schreibfluss zu unterbrechen, wenn es gerade gut läuft. Trotzdem hält niemand mehrere schlaflose Nächte durch. Bei sehr wenig Zeit ist es überlegenswert, ob es sich überhaupt noch lohnt, anzufangen. Wenn man an dem Text schließlich nicht kontinuierlich arbeiten, auch einmal Abstand nehmen und den Feinschliff anlegen kann, wird daraus nur eine Rohfassung.

Hilfe von Außen: Experten, Freunde, Kommilitonen

"Wichtig ist zu wissen, dass man nicht alleine ist", weiß Anja Poloubotko, Tutorin am Schreibzentrum der Europa-Universität Viadrina. Zu diesem Zweck sind in den letzten Jahren an verschiedenen Unis die sogenannten "Nächte der aufgeschobenen Hausarbeiten" eingeführt worden. "Die Studenten kommen, um eine Nacht lang über ihre Hausarbeit zu reden und ohne die alltäglichen Ablenkungen daran arbeiten zu können", so die Schreibtutorin. "Wir überarbeiten mit ihnen Fragestellungen, haken nach, wenn der Text nicht schlüssig ist."

Helfen können neben den Profis aber auch Freunde und Verwandte. "Man selbst ist viel zu sehr im Text drinnen, als dass Flüchtigkeits- oder Rechtschreibfehler auffallen würden. Gebt den Text deshalb Außenstehenden zum Gegenlesen, auch, wenn es schnell gehen muss", rät Dr. Peter Braun. Und: "Versucht ein 'Fahrstuhlgespräch' über eure Hausarbeit zu führen. Das heißt, in einer Minute das Thema erklären, um den Kern der Arbeit zu erfassen. Das hilft, die Idee auf Schwachpunkte abzuklopfen."

Die Krux mit der Schreibblockade

Oft hakt es schon zu Beginn des Textes. Dr. Peter Braun rät, sich vor der eigentlichen Arbeit "freizuschreiben", sprich, ersten Impulsen zu folgen und alles niederzuschreiben, was einem im Kopf herumschwirrt. Auch Anja Poloubotko hält es für sinnvoll, die Einleitung erst einmal zur Seite zu legen: "Einleitung und Schluss beziehen sich ja auf den Inhalt und werden sowieso immer wieder bearbeitet."

Viele übernehmen sich mit den Aufgaben während des Schreibprozesses, wollen gleichzeitig den Inhalt in perfekter wissenschaftlicher Sprache und guter Rechtschreibung zu Papier bringen. Besser ist es, erst einmal drauflos zu schreiben und dann nach und nach den Text zu überarbeiten. Wenn dieses sogenannte "Free-Writing" auch nicht hilft gegen die Schreibblockaden, dann solltest du für Abwechslung sorgen. Such dir einen anderen Ort zum Schreiben, tausch Tastatur gegen Kugelschreiber oder probier verschiedene Textsorten aus. Das macht wieder Lust auf die Arbeit.

Nächste Hausarbeit, neuer Versuch

Wie aber schaff du es, dich so zu motivieren, dass bei der nächsten Hausarbeit nicht wieder die gleichen Fehler passieren? Anja Poloubotko rät, sich von Anfang an ein Thema oder eine Fragestellung zu suchen, die einen selbst interessiert. "Dann ist es wichtig, sich nach der Literaturrecherche einen roten Faden zu überlegen, der sich durch die Hausarbeit zieht und in eine Richtung weist. Oft motiviert es, wenn klar ist, worauf man eigentlich hinaus will, was das Ziel ist."

Wichtig ist auch, sich ehrlich einzugestehen, wie viel Zeit zur Verfügung steht. Drei Wochen mögen sich erst mal nach viel anhören – zieht man zusätzliche Aufgaben, einen Nebenjob, Hobbys oder Zeit für das Privatleben ab, dann sind es doch nicht mehr als neun Tage.

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