Interkulturelle Kompetenz erlernen
Wer erfolgreich im Ausland sein möchte, kommt um interkulturelle Kompetenzen nicht herum. | Foto: Fizkes/Getty Images
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15. Mai 2019

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Lerntipps

Interkulturelle Kompetenz

Was versteht man unter interkultureller Kompetenz?

So ziemlich jeder von uns dürfte sich schon einmal in einer Situation wiedergefunden haben, in der interkulturelle Kompetenz gefragt war – denn dazu muss man nicht zwangsläufig einmal um die Welt gereist sein. Es reicht schon, wenn man gelegentlich die eigene Wohnung verlässt und den Kindergarten, die Schule oder eine Uni besucht hat. Eigentlich entstehen interkulturelle Situationen nämlich immer dann, wenn Menschen aus unterschiedlichen Kontexten aufeinandertreffen. Und das passiert eben nicht nur auf Reisen, sondern auch beim Einkaufen im Lädchen um die Ecke oder im Hörsaal auf dem Campus.

Wir sind uns bewusst, mit welchen Werten wir erzogen wurden und welche Normen in unserem Kulturkreis gelten. Wir wissen, welches Verhalten wünschenswert wäre und welches als No-Go gilt, was uns wichtig ist und was egal. Treffen wir dann aber auf Menschen aus einem Kulturkreis, die mit Werten und Normen aufgewachsen sind, die sich von unseren unterscheiden, werden wir unsicher und fragen uns: Was wird jetzt von mir erwartet? Kann ich dieses machen? Jenes sagen? Wie fasst unser Gegenüber das auf?

Wer interkulturelle Kompetenz besitzt, kommt in so einer Situation entspannter klar: Weiß man nämlich schon etwas über den kulturellen Kontext der Person, auf die man da gerade trifft, ist es leichter einzuschätzen, welches Handeln nun üblich wäre und welches nicht. Banales Beispiel: die Begrüßung. Treffen wir da gerade auf jemanden aus Japan, haben wir vielleicht im Hinterkopf, dass es in Japan eher unüblich ist, sich per Handschlag zu begrüßen oder zu umarmen. Stattdessen ist etwas mehr Zurückhaltung und eine leichte Verbeugung angesagt – wenigstens beim ersten Aufeinandertreffen, bei dem man noch nicht miteinander ausgehandelt hat, wie sich beide die Begrüßung in Zukunft wünschen.

Wie erwirbt man interkulturelle Kompetenz?

Interkulturelle Kompetenz zu erlangen, ist ein Prozess. Und zwar einer, der nie abgeschlossen sein wird. Es ist super, wenn wir wissen, wie man sich in Japan begrüßt und in Südamerika verabschiedet, trotzdem ist es aber unmöglich, über alle existierenden kulturellen Kontexte Bescheid zu wissen. Davon gibt es nämlich nicht nur eine Menge – Kultur ist außerdem auch ständig im Wandel.

Deshalb brauchen wir ein paar grundsätzliche Fähigkeiten, um unsere interkulturelle Kompetenz auf- und auszubauen. Dazu gehört neben Offenheit, Toleranz und Flexibilität auch eine gewisse Sensibilität. Ebenso wichtig ist es, Respekt und Wertschätzung gegenüber den unterschiedlichen Einstellungen, Weltanschauungen und Religionen aufzubringen. Und auch Frustrationstoleranz gehört mit dazu.


In einem Thesenpapier der Bertelsmann-Stiftung zur Interkulturellen Kompetenz als Schlüsselqualifikation werden weitere wichtige Kernkompetenzen für das Erlernen von interkultureller Kompetenz so zusammengefasst:

Man benötigt die Fähigkeit...

  • ...explizites oder implizites Wissen über eigene und fremde Kulturen zu erfragen und zu verarbeiten.
  • ...zuhören zu können, zu beobachten und zu interpretieren.
  • ...zu analysieren, bewerten und kulturelle Aspekte in Beziehung zu setzen.
  • ...die Perspektive zu wechseln.
  • ...eigene Werte und Verhaltensweisen, die durch die eigene Kultur geprägt wurden, in Beziehung und in Relation zu setzen.

Interkulturelle Kompetenz aufbauen


Interkulturelle Kompetenz aufbauen: Auslandsaufenthalt, Spracherwerb, Trainings

Interkulturelle Kompetenz zu erwerben, ist also ein dynamischer, andauernder Prozess. Und neben den grundsätzlichen Kompetenzen, die man mitbringen sollte, kann man sich selbst in seiner Entwicklung unterstützen.

Zum einen gibt es Trainings und verschiedene Coachings, die darauf ausgerichtet sind, interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln. Zum anderen hilft es, weitere Sprachen zu lernen und sich im Zuge dessen auch mit den Ländern auseinanderzusetzen, in denen die jeweilige Sprache gesprochen wird. Wenn man es mit dem Erwerb von interkultureller Kompetenz aber ernst meint, muss man vor allem: auf Reisen gehen. Sei es durch eine Sprachreise, ein Schüleraustauschprogramm, Work und Travel nach dem Schulabschluss oder durch ein Auslandssemester im Studium. Und nein, zwei Wochen Urlaub auf Mallorca oder die Abschlussfahrt nach Ibiza reichen nicht. Sie können höchstens ein Anfang sein.

Wichtig ist, sich so oft wie möglich mit verschiedenen kulturellen Kontexten auseinanderzusetzen, mit Menschen aus diesen in Kontakt zu gehen und miteinander zu kommunizieren.

Interkulturelle Kompetenz im Studium

interkulturelle kompetenz studium marvin maurice wuschech Einer, der genau das nach dem Abi gemacht hat – reisen, in Kontakt gehen, kulturelle Kontexte kennenlernen – ist Marvin. Der 22-Jährige ist in München aufgewachsen und hat sich entschieden, nach dem Abschluss ein Jahr ins Ausland zu gehen. Um sich zu orientieren, die Welt außerhalb Deutschlands kennenzulernen und herauszufinden, was – und vor allem wo – er studieren möchte.

Inzwischen spricht er neben Deutsch auch Englisch, Italienisch und Spanisch und belegt den Studiengang Business Management an der EU Business School. Standort: Barcelona. Die Besonderheit ist, dass alle Kurse auf Englisch stattfinden, denn die Studierenden kommen aus rund 100 verschiedenen Ländern. Diversity auf dem Campus? Maximal! Wie genau sich das auf Marvins interkulturelle Kompetenz ausgewirkt hat? Wir haben bei ihm nachgefragt.

UNICUM: Was ist der Benefit eines Studiums an einer international geprägten Uni?
Marvin: Es ist sehr augenöffnend, wenn man in einem Umfeld studiert, das so von Vielfalt geprägt ist: Ich studiere mit Leuten aus der ganzen Welt – USA, Russland, Deutschland, Finnland, Indonesien, Kenia, El Salvador, das Spektrum an Nationalitäten und dadurch auch an Kulturen ist breit. Wir lernen so nicht nur viel über unsere jeweiligen Kulturen, sondern es werden auch Vorurteile eliminiert, die man vielleicht davor hatte, weil man so aufgewachsen ist, wie man eben aufgewachsen ist.

Warum ist interkulturelle Kompetenz so wichtig?
Wir lösen ähnliche Probleme auf ganz unterschiedliche Art. Meine Kommilitonen haben teilweise eine andere Perspektive auf bestimmte Dinge und wählen deshalb auch eine andere Herangehensweise – eine, von der mir gar nicht bewusst war, dass es sie gibt. Durch die Zusammenarbeit kommen so viel mehr Aspekte zusammen, die man berücksichtigen kann und so wird auch das Ergebnis am Ende konkreter. Daraus habe ich natürlich gelernt, dass ich eine Situation oder ein Problem aus verschiedenen Blickwinkeln analysiere und sich deshalb mehr Handlungsmöglichkeiten ergeben, als hätte ich nur aus meiner gewohnte Perspektive geschaut. Das bezieht sich aber nicht nur auf Problemstellungen, sondern auch auf neue Leute, dich ich kennenlerne. Ich gehe jetzt nochmal viel offener auf Menschen zu.

Wie geht man mit Konflikten um, die in interkulturellen Situationen entstehen?  
Jeder Mensch ist unterschiedlich und hat eine Meinung und einen bestimmten Blick auf die Welt. Natürlich gibt es auch mal Missverständnisse und Konflikte. Aber wir sprechen dann darüber, wieso wir unterschiedliche Sichtweisen vertreten oder auf eine bestimmte Art gehandelt haben. Manchmal hilft es auch, wenn sich nochmal eine dritte Person einschaltet und vermittelt. Letztlich bringen uns die Missverständnisse weiter und vergrößern unser Sichtfeld und unser Wissen. Wir finden immer eine Lösung.

Ist interkulturelle Kompetenz für Berufsleben und Karriere wichtig?
Ja, vor allem dann, wenn man international arbeiten möchte. Die Erfahrungen, die ich jetzt mitnehme, werden mir sicher für meine Zukunft weiterhelfen. Einerseits schaffen wir uns jetzt im Studium schon ein Netzwerk, auf das wir später im Job zurückgreifen können. Und andererseits ist es natürlich auf persönlicher Ebene schön, eine Verbindung zu so vielen unterschiedlichen Leuten zu haben. Das kann sogar ein Anreiz sein, nochmal eine andere Sprache zu lernen und das Land zu besuchen. Beispielsweise bin ich nach El Salvador gereist und habe dort eine Freundin aus dem Studium besucht. So konnte ich nochmal eine ganz andere Seite vom Land kennenlernen, statt als Tourist mit Reiseführer in der Hand. Und das ist eine ganz tolle Erfahrung. Das möchte ich in Zukunft gerne fortführen: Ich habe Freunde, die aus Indonesien kommen. Ich möchte gerne hinreisen und mit ihnen zusammen das Land kennenlernen.


Über den Sponsor:

Neben dem Campus in Barcelona hat die EU Business School weitere Standorte in Montreux, Genf und München. Ein Wechsel zwischen den verschiedenen Standorten ist während des Studiums leicht möglich. Außerdem kann man, ganz standortunabhängig, online studieren. Die Kurse finden auf Englisch statt. Regelmäßig werden Gastredner und internationale Business Leader eingeladen, um an der EU zu unterrichten und Vorträge zu halten. Den Studierenden, die sich aus über 100 Nationalitäten zusammensetzen und die im Schnitt 3,5 Sprachen sprechen, wird so die Möglichkeit geboten, sich schon früh ein umfassendes Netzwerk aufzubauen und mit potenziellen zukünftigen Arbeitgebern Kontakt zu treten.

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