Junge Frau auf Schaukel
Auch an der Uni wichtig: Finde die Zeit dafür, dich zu enspannen. Foto: Fotolia/Helivideo

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22.05.2018

Depression im Studium

Depression im Studium: Wenn nichts mehr geht

Erschöpft, müde und gestresst ist jeder mal: Ob Prüfungsphase, Liebeskummer oder Stress im Job – der Druck ist groß. Meistens geht das alles von allein wieder vorbei. Man ... mehr »

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27. Jul 2018

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Freizeit

Tipps für eine ausgewogene Uni-Life-Balance

Keep Calm and enjoy Uni

Warum ist das Uni-Leben heute oft so stressig?

Wer sich heute die besten Chancen für eine erfolgreiche berufliche Karriere mit einem gutbezahlten Job sichern will, muss in seine Ausbildung investieren. Ein guter Abschluss ist vielen heute unglaublich wichtig. Dabei hat sich die gesamte Bildungslandschaft in den letzten Jahren auch sehr stark verändert. 

Veränderte Bedingungen

Die Ausbildung wird als Basis für die Karriere immer wichtiger. Die Zahl der Studierenden ist in Deutschland zuletzt stetig gestiegen. Unter deinen Kommilitonen befinden sich zudem immer mehr Personen, die auch ohne Abitur einen Hochschulabschluss anstreben. Statt einer Berufsausbildung auf dem dualen Bildungsweg rechnen sich viele so bessere Chancen auf dem späteren Arbeitsmarkt aus. 

Gleichzeitig wächst so jedoch auch der Konkurrenzdruck. Gerade in den besonders beliebten Studiengängen tummeln sich so noch mehr Studierende, die nach dem Abschluss um attraktive Jobangebote buhlen. Zwar gibt es gleichzeitig soviel Auswahlmöglichkeiten wie nie zuvor, dennoch stehst du damit vor der Qual der Wahl und musst dich in Bezug auf so viele Faktoren richtig entscheiden: 

  • Welche Uni bietet im gewünschten Fachbereich die beste Qualität?
  • Bietet die Spezialisierung in einem Nischenfach später bessere Berufschancen als eine solide Ausbildung in einem klassischen Bereich?
  • Lieber nach den persönlichen Neigungen und Präferenzen studieren oder sich am künftigen Bedarf orientieren?
  • Welche zusätzlichen Ausbildungsschritte sind sinnvoll und zielführend? 

Vielleicht ist dir der höhere Druck bereits von deiner Zeit an der Schule bekannt. Einerseits drängen hier die Eltern schon häufig auf gute Leistungen und ihrer Meinung nach sinnvolle Zusatzkurse statt der entspannten Freizeitgestaltung mit Freunden oder einem Hobby. Andererseits haben hier Reformen an vielen Schulen zu einem strafferen Lehrplan gesorgt.    

Hinzu kommt eine allgemeine gesellschaftliche Unsicherheit. Kannst du wissen, ob du bei der Wahl deines Studienfaches nicht am künftigen Bedarf auf dem Arbeitsmarkt vorbeistudierst? Wirst du vielleicht pünktlich zu einem gelungenen Abschluss mit einer erneuten Wirtschaftskrise konfrontiert? All dies setzt uns unter Druck und sorgt neben dem üblichen Pensum an der Uni für zusätzlichen Stress. 

Psychische Probleme bei Studierenden nehmen zu 

Die Folgen zeigen sich im studentischen Alltag sehr deutlich: Immer mehr Studierende fühlen sich  überlastet, so das Ergebnis der repräsentativen unicensus-Umfrage der univativ GmbH. Ein Großteil – 72 Prozent der Befragten investiert wöchentlich mehr als 20 Stunden in ihr Studium. 35 Prozent investieren zwischen 20 und 30 Stunden. Ein noch höheres Zeitpensum bestätigen 10 Prozent der Befragten. Das Problem sind dabei die zusätzlichen Belastungen: 

  • 71 Prozent arbeiten neben der Ausbildung
  • 17 Prozent sind ehrenamtlich tätig
  • 15 Prozent kümmern sich nebenher um familiäre Verpflichtungen
  • 3,5 Prozent stecken Zeit in ein Praktikum

Rund jeder Fünfte fühlt sich laut der Umfrage durch diesen Stress überlastet (18 Prozent). 

Ein Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) bestätigte bereits 2015, dass immer mehr Studierende mit psychischen Problemen zu kämpfen haben. Während 37 Prozent der Gesamtbevölkerung angeben, „manchmal“ gestresst zu sein, sind es unter den Studierenden ganze 55 Prozent. Für die größte Belastung sorgen dabei der Prüfungsstress, genauso wie das zusätzliche Pensum durch einen Nebenjob, prekäre finanzielle Situationen oder auch Zukunftsängste.  

Besonders besorgniserregend ist dabei die Tatsache, dass die Studierenden mit zunehmendem Alter immer häufiger Antidepressiva verschrieben bekommen. Andere Wege, mit der Belastung umzugehen, erwiesen sich dann bei den Befragten als nicht mehr zielführend. 

Der Vorstandsvorsitzende der TK, Jens Baas sieht das Problem hierbei unter anderem bei veränderten Mediengewohnheiten. Für viele sind Smartphone und Co. eine ständige Ablenkung und stören die Konzentration. „Die Stressfaktoren unterscheiden sich gar nicht so sehr von denen früherer Generationen. Aber das Abschalten fällt der Generation Smartphone schwerer“, so Baas. 

Stressfaktor Bachelor?

Insgesamt gibt es allerdings größere Unterschiede bei der Belastungsintensität, je nach Art des Studiums oder Studienfachs. Als besonders zeitintensiv gelten die Rechtswissenschaften, Medizin oder auch Maschinenbau und verschiedene Ingenieurswissenschaften. Ruhiger geht es hingegen in den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, sowie im IT-Bereich zu. Letzteren kommt möglicherweise zugute, dass sie durchgehend überdurchschnittlich gute Berufschancen haben und somit ein wichtiger Stressfaktor wegfällt. Bezogen auf den angestrebten Abschluss haben Promovierende und Studierende, die ein Staatsexamen absolvieren ein deutlich höheres Arbeitspensum als Bachelor- und Masterstudenten.  

Doch weshalb gilt ein Bachelorstudium dennoch oft als zeit- und arbeitsintensiv? Durch die Bologna-Reform mit der Umstellung auf das Bachelor- und Mastersystem ist vor allem bei ersterem der Lehrumfang und Leistungsdruck gestiegen. Je nach Fachrichtung müssen in der kurzen Zeit umfangreiche Grundlagen erlernt werden. Häufig sind die Semesterferien für Prüfungen, Praktika oder Hausarbeiten vorgesehen, so dass hier kaum Erholungsphasen möglich sind. Hinzu kommt, dass die Strukturen viel stärker geregelt sind und es weniger individuelle Wahlmöglichkeiten gibt. Wer seinen Stundenplan gerne flexibler gestalten möchte, ist hier meist stark eingeschränkt, was zusätzlich für Frustration sorgen kann. 

Was ist wirklich wichtig? 

Die Bilanz der aktuellen Belastungssituation von Studierenden sieht also alles andere als rosig aus. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten, wie du den Alltag an der Hochschule meistern kannst, ohne dabei deine körperliche und geistige Gesundheit zu sehr zu strapazieren. 

Ein wichtiger Punkt an dieser Stelle ist es, dass du dich vor allem darauf konzentrierst, was wirklich wichtig ist. Dies gilt für die unterschiedlichsten Situationen – von der Wahl des passenden Studienfachs über die Zusammenstellung und den Umfang des Stundenplans bis hin zum Umgang mit den Erwartungen, die du dir selbst auferlegst oder andere an dich stellen. 

Ausprobieren vs. Zielstrebigkeit 

Die Zeit an der Uni bietet dir unglaublich viele Möglichkeiten, dich in die verschiedensten Richtungen auszuprobieren. Die Versuchung ist oft groß, dass du neben dem Pflichtprogramm noch einige weitere Veranstaltungen besuchst oder Angebote nutzt, die einfach viel zu spannend sind, um sie zu versäumen. Über den Tellerrand hinauszublicken und deinen Horizont auf diese Weise zu erweitern, kann tatsächlich Vorteile mit sich bringen. 

Einerseits ist bereits im heutigen Berufsalltag immer mehr Flexibilität gefragt. Die Fähigkeit, Querzudenken oder sich in andere Aufgaben- und Fachgebiete hineinzudenken gewinnt in vielen Branchen zunehmend an Bedeutung. 

Wenn du es zudem langsamer angehen lässt, hast du auch mehr Zeit neben dem Studium. Viele nutzen diese Jahre vor dem Arbeitsleben etwa um ausgiebig zu reisen oder um nach Lust und Laune zu Feiern und Spaß zu haben. Diese Möglichkeit wirst du so wohl kaum wieder in deinem Leben bekommen. 

Das absolute Kontrastprogramm haben drei Studenten an der Hochschule für Ökonomie und Management in Dortmund absolviert: Sie haben ihren Bachelor und Master in Rekordzeit durchgezogen – nach nur vier statt der üblichen elf Semestern hatten sie die Abschlüsse in der Tasche. 

Zugegeben, dafür ist nicht nur eine unglaubliche Disziplin notwendig, auch die Gesundheit leidet unter dem hohen Arbeitspensum, was die drei Turbo-Studenten bestätigen. Doch sie begründen ihre Motivation mit einem umso früheren Berufseinstieg, einer frühzeitigen finanziellen Unabhängigkeit und ganz anderen Erfahrungen, die sie in der intensiven Zeit sammeln konnten. 

 Eigene Erwartungen überprüfen 

Welcher Weg für dich dabei der richtige ist, hängt ganz von deinen individuellen Vorstellungen und Möglichkeiten ab. Allerdings ist es in jedem Fall wichtig, dir zu deinem Studium ausgiebige Gedanken zu machen. 

Viele überprüfen ihre erste Entscheidung für das jeweilige Fachgebiet und die anschließende Immatrikulation später nicht mehr. Dabei kann es immer vorkommen, dass das Studium anders läuft als erwartet. Oder du bekommst im Laufe der Zeit das Gefühl, das falsche Fach gewählt zu haben. 

Natürlich sieht die Realität an der Uni oft anders aus, als wir uns das vorher ausgemalt haben. Trockene Vorlesungen statt spannende Erkenntnisse, Literaturlisten, die selbst als Buch gebunden werden könnten, durchgelernte statt durchgezechte Nächte – all dies sorgt nicht selten für Frustration. Hinzu kommt der hohe Leistungsdruck, da oft in den ersten Semestern nochmals stark gesiebt wird und nur die besten weiterkommen können. 

Je früher du dich kritisch mit der Situation auseinandersetzt und regelmäßig überprüfst, ob du noch hinter deiner Entscheidung stehen kannst, umso früher kannst du im Notfall auch die Notbremse ziehen und dich nach besseren Alternativen umsehen. 

Als Studienabbrecher stehst du heute übrigens keinesfalls alleine da. Fast ein Drittel zieht irgendwann die Reißleine. Neben dem Wechseln zu einem anderen Studienfach besteht beispielsweise auch die Möglichkeit einer Berufsausbildung.

Wie gelingt eine ausgewogene Uni-Life-Balance?

Wenn du dir trotz aller hohen Anforderungen sicher bist und das Studium unter dem Strich dennoch Spaß macht und du die Herausforderung positiv angehst, solltest du dennoch dafür sorgen, dass sich die Belastung in Grenzen hält. Dafür haben wir verschiedene Tipps für dich zusammengetragen. 

Ruhephasen einplanen 

Der erste Rat klingt vielleicht banal, ist jedoch einfach sehr wirkungsvoll. Unser Körper braucht regelmäßige Erholung. Jeder Sportler weiß, dass er zwischen den einzelnen Trainingseinheiten immer wieder Ruhepausen einlegen muss, da sonst die Leistungsfähigkeit darunter leidet. Wird dies ignoriert, steigt zudem das Verletzungsrisiko. 

Leider spüren wir durch einen ständig hohen Stresspegel und ein hohes Arbeitspensum sehr lange keine starken körperlichen Beschwerden. Erste Warnsignale wie Müdigkeit, hin und wieder Kopfschmerzen, Nervosität oder auch Schlafprobleme werden häufig über einen längeren Zeitraum ignoriert. 

Erst wenn sich weitere Symptome auftreten und für stärkere Einschränkungen im Alltag sorgen, beginnen wir uns zu sorgen. Meist bestehen dann bereits weitere Probleme, etwa mit der Konzentration, wir sind ständig verspannt oder auch gereizt. Auch psychische Warnsignale sollten ernstgenommen werden. Bestimmte Anzeichen können hier auf ein drohendes Burn-Out Syndrom hindeuten.     

Dem solltest du durch gezielte Pausen und genügend Schlaf entgegenwirken. Überlege dir, wo du dir in deinem Alltag etwas Luft verschaffen kannst. Ein kurzer Spaziergang zwischen den Vorlesungen oder in der Mittagspause, Power-Naps zwischen den Lerneinheiten oder auch eine Unterbrechung, in der du dich ausschließlich dem Essen widmest, sorgen für regelmäßige Erholung. Gerade letzteres wird häufig vernachlässigt.  

Junge Frau beim Joggen

Ausgleich durch Sport 

Eine gute Möglichkeit die Pausen zu nutzen und neue Energie zu schöpfen ist körperliche Aktivität beim Sport. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: 

  • Manche Sportarten sind besonders gut geeignet, um dich zwischendurch so richtig auszupowern und Frust abzubauen. Nach tage- und nächtelangem Durchpauken am Schreibtisch wirkt das wie eine Frischzellenkur.
  • Andere Disziplinen stärken gezielt den Organismus, das Herz-Kreislauf-System und deine Immunabwehr und stärken somit deine Leistungsfähigkeit.
  • Schließlich gibt es sportliche Möglichkeiten, die darauf abzielen, Körper und Geist in Einklang zu bringen und die innere Balance zu fördern.  

Je nachdem, wo deine Bedürfnisse oder Präferenzen liegen, kannst du dir also gezielt das passende für dich aussuchen. 

Bei verschiedenen Kampfsportarten kannst du dich körperlich verausgaben und Frust abbauen. Sie stellen jedoch oft auch eine komplexe Herausforderung dar und schulen Gleichgewicht, Kraft und Beweglichkeit. Bei dem intensiven Workout kommt je nach Disziplin jedoch auch der geistige Anspruch nicht zu kurz. Gerade asiatische Kampfsportdisziplinen zielen auch auf eine Balance zwischen Körper und Geist ab.   

Ausdauersport hingegen bietet den idealen Ausgleich um einerseits einfach abzuschalten und andererseits die körperliche Fitness zu fördern. Aufgrund der zahlreichen gesundheitlichen Vorteile erfreuen sich Disziplinen wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren besonders großer Beliebtheit. Durch gezieltes Training im optimalen Belastungsbereich kannst du langfristig deine körperliche Leistungsfähigkeit erhöhen. Damit schaffst du gute Voraussetzungen um Stresssituationen besser durchzustehen.   

Suchst du bei der sportlichen Betätigung eher nach Entspannung, gibt es ebenfalls verschiedene Disziplinen, die gezielt die körperliche und geistige Erholung fördern. Yoga, Qi Gong und Tai Chi, aber auch Tanzen sind gut geeignet, um einerseits neben den vielen Stunden, die du im Sitzen verbringst für genügend Bewegung zu sorgen. Andererseits lernst du dabei, wie du schnell und effektiv zur Ruhe kommen und Kraft schöpfen kannst, etwa durch bestimmte Entspannungstechniken. 

Das Gute für dich als Student: An vielen Hochschulen gibt es ein umfangreiches Sportangebot, wo du an vielen Kurse sehr günstig oder gar kostenlos teilnehmen kannst. So sparst du teure Mitgliedsgebühren fürs Fitnessstudio. Sind eine besondere Ausrüstung oder spezielle Geräte notwendig, kann dies auch meist ausgeliehen oder mitbenutzt werden.  

Privatleben sinnvoll nutzen

Schließlich gilt es, deine Freizeit und dein Privatleben so zu gestalten, dass dies nicht zusätzlich noch zu einer Belastung wird. 

Überlege dir, ob es notwendig ist, wirklich jedes Wochenende auf Heimaturlaub zu den Eltern zu fahren. Gerade das Pendeln kostet viel Zeit und oft auch Nerven. Auch wenn es in der ersten Zeit schwerfällt, solltest du die Herausforderung angehen und dich schrittweise abnabeln. Spätestens, wenn du am neuen Studienort die ersten Freunde gefunden hast, wird das ganze meist einfacher. 

Willst du dein Studium möglichst schnell durchziehen und keine Zeit verlieren, kannst du durch die Wahl der passenden Aktivitäten auch in der Freizeit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Du sorgst für Abwechslung und Ausgleich und tust gleichzeitig etwas für deine Karriere: 

  • Ein Praktikum holt dich hinter deinen Bücherbergen oder dem Computer hervor, sorgt für neue Einblicke und Anstöße und verschafft dir Praxiserfahrung.
  • Wenn du dich als Trainer oder Betreuer in einem Sportverein engagierst, kannst du dir gleichzeitig wichtige Soft-Skills aneignen und nebenbei selbst etwas für deinen körperlichen Ausgleich tun.
  • Auch andere Aktivitäten etwa in der studentischen Selbstverwaltung, einer sozialen oder politischen Organisation oder auch im Ehrenamt können auf der einen Seite eine willkommene Abwechslung vom Unialltag darstellen und dir auf der anderen Seite wichtige Erfahrungen bescheren, die dir später im Berufsleben nützlich sind.
  • Ein Theaterabend, der Besuch einer Kunstausstellung oder andere kulturelle Aktivitäten katapultieren dich für kurze Zeit in eine andere Welt. Dies verschafft dir einen Blick über deinen Tellerrand hinaus und sorgt für neue Impulse. Im schlechtesten Falle konntest du einfach mal abschalten und deine Alltagssorgen vergessen.
  • Reisen bildet. Auch wenn du den Urlaub in erster Linie als Maßnahme zur Entspannung und Erholung siehst, kannst du ein paar Aktivitäten mit einplanen, die dich ein Stück weiterbringen. Auch ohne Kurs kannst du deine Sprachkenntnisse verbessern, wenn du offen bist und immer wieder Kontakt zu Einheimischen suchts. Du kannst bei Ausflügen die fremde Kultur besser kennenlernen oder auch in der Hardcore-Reisevariante beim Work-and-Travel gezielt etwas Praxis- und Berufserfahrung sammeln. 

Natürlich solltest du es mit zusätzlichen Aktivitäten in der Freizeit nicht übertreiben. Vor allem verantwortungsvolle Tätigkeiten können hier schnell zur Belastung mutieren, statt sie für den notwendigen Ausgleich sorgen. Solange es dir jedoch Spaß macht und deine Verpflichtungen an der Uni nicht darunter leiden, bist du genau auf dem richtigen Weg. 

Zeitplan entzerren

Wenn dir der Alltag an der Hochschule dennoch zu anstrengend wird, hilft es nur, kürzer zu treten und dir mehr Zeit für Erholungspausen zu verschaffen. Überlege, ob du wirklich alle belegten Fächer in diesem Semester durchziehen musst, oder ob es sinnvoller ist, einige auf das nächste Halbjahr zu verschieben. Oft zeigt sich erst in der Prüfungsphase am Ende des Semesters, ob du dich mit deinem umfangreicheren Stundenplan übernommen hast. Horche in dich hinein, ob du es schaffen kannst, dich zusammenzureißen und eventuell auch ein paar Nächte lang durchzulernen. Erkundige dich, welche Möglichkeiten du hast, eine Prüfung zu verschieben oder nachzuholen. Am Ende liegt es an dir, dann eine Entscheidung zu treffen. 

Fühlst du dich nach einer besonders stressigen Zeit extrem ausgepowert und bist eigentlich noch gar nicht bereit für die Herausforderungen der nächsten Runde, kannst du dir überlegen, ob ein Urlaubssemester das richtige für dich sein könnte. Höchstens zwei Semester kannst du pausieren und zudem gilt es auch hier rechtzeitig zu Planen und bestimmte Regeln zu beachten.  

Erkenne deine Grenzen - und lege Pausen ein

Der Uni-Alltag kann ganz schön stressig sein. Du solltest stets überlegen, wieviel Kraft und Energie du investieren kannst und musst, ohne dabei jedoch deine gesundheitlichen Grenzen aus den Augen zu verlieren. Damit du unter den großen Herausforderungen nicht auf der Strecke bleibst, hast du immer Möglichkeiten, dich zurückzuziehen, Pausen einzulegen und dich wieder zu erholen.

Jeder geht anders mit Belastungen um und auch die körperlichen und psychischen Grenzen sind individuell verschieden. Vergleiche dich hier nicht zu sehr mit anderen. Es ist kein Dilemma, wenn du an einer Prüfung scheiterst, dir hin und wieder eine Auszeit gönnst oder auch das Studium abbrichst, weil es einfach nicht passt oder zu hohe Anforderungen mit sich bringt. Indem du dich auf das Wesentliche konzentrierst und deinen individuellen Weg verfolgst, kannst du deine Karriere effektiv und in deinem Tempo vorantreiben.  

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