Sparen lernen
Es kann so einfach sein: Mit diesen Tipps sparst du im Alltag bares Geld | Foto: Thinkstock/eranicle
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08. Okt 2014

Ann-Christin Kieter

Geld & Finanzen

Sparen lernen: (Un)Geliebtes Geldausgeben

Mit den UNICUM Tipps sich glücklich sparen

Geiz war gestern! Oder doch lieber sparen?

"Einmal Drinks für alle!", rufst du laut, denn was soll der Geiz? Es ist tiefnachts, es ist Wochenende, es ist Leben. Und das ist unbezahlbar, haben wir früh gelernt – von einer schönen Frau, die irgendwo in der Karibik aus dem Wasser steigt und ihre Kreditkarte aus dem Badeanzug holt. "Die Freiheit nehm‘ ich mir", prägte uns der Werbeslogan damals ein und schaffte die Grundvoraussetzung für eben jene Freizügigkeit an der Theke.

Aber warum können manche Menschen sich trotzdem besser zusammenreißen und gehen lieber sparsam mit Geld um? "Der Verschwenderische steigert seinen Selbstwert, indem er die Freiheit demonstriert, auf Kosten nicht zu achten", erklärt der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer dieses Verhalten im Magazin "Focus". Die Sparenden hingegen würden ihr Selbstbewusstsein dadurch gewinnen, klüger Geld auszugeben als die anderen. Doch die Psychologie des Sparens ist komplexer. Dabei spielt es zum Beispiel eine Rolle, welche Beziehung die Eltern zum Geld hatten und wie akzeptiert Schulden im sozialen Umfeld sind.

Ein weiterer Faktor ist das, was "Delay of Gratification" genannt wird: Menschen neigen dazu, sofort belohnt werden zu wollen. Für manche ist es deshalb schwieriger, jetzt das Geld für morgen zu sparen. So kommt es übrigens auch, dass man in schwierigen Lebenslagen noch lieber sinnlos Geld ausgibt. Denn durch die Stimulation des Belohnungszentrums wird Dopamin ausgeschüttet, der Glücklichmacher unter den Hormonen. Da reichen unsere Spartipps vielleicht nicht ganz ran – aber mit dem eingesparten Geld lassen sich die ganzen Drinks wenigstens mit einem besseren Gewissen bestellen.

Sparen rund um die Uhr

Morgens:

  • Butterbrotdosen und Thermoskannen sehen zwar wahnsinnig spießig aus, sparen aber enorm viel Geld. Rechnung: Jeden Tag ein belegtes Brot (2,50 Euro) plus Kaffee (1,20 Euro) sind 3,70 Euro, macht in der 5-Tage-Woche 18,50 Euro. Davon könnt ihr schon gut ein Wochenende lang leben.
  • Möbel findet ihr günstig bei eBay Kleinanzeigen oder im Secondhandladen. Und bald geht auch die Trödel-Saison wieder richtig los. Dann braucht ihr nur noch Leute, die mit anpacken, und/oder ein Auto.

Spartipp von Heike

Tipp aus der Redaktion

Heike: "In der scheinbar leeren Zahnpasta-Tube bleibt jedes Mal ein großer Rest. Deswegen: aufschneiden und mit der Zahnbürste die restliche Paste rausholen."


Mittags:

  • Auf www.bookboon.com/de könnt ihr 1 000 E-Books für Studium und Beruf umsonst downloaden. Zwischen den Titeln für verschiedene Studienfächer, den Umgang mit Office- Produkten oder auch Bewerbungsratgebern ist vielleicht nicht immer genau das, was ihr für die Uni gerade braucht, aber für die persönliche Weiterbildung hilft es auf jeden Fall.
  • In der Uni-Bib leiht ihr euch ständig was aus. Warum nicht auch für den Privatgebrauch mal wieder in der Stadtbücherei nach Büchern, Spielen oder DVDs schauen? Der Jahresbeitrag kostet für Studenten meist weniger als zehn Euro. Nur aufpassen, dass keine Mahngebühren fällig werden!

Spartipp von Ann

Tipp aus der Redaktion

Ann: "Milchprodukte soll man eigentlich nicht einfrieren. Ich finde, es klappt trotzdem ganz gut, auch wenn die Qualität etwas nachlässt. Wein-Reste lassen sich übrigens in der Eiswürfelform einfrieren und zum Abschmecken von Soßen wiederverwenden."


  • Keine Kohle, um einfach mal rauszukommen? Auf Plattformen wie airbnb.com und 9flats.com kann man sein Zimmer oder Wohnung tage- oder wochenweise zur Zwischenmiete anbieten – und kann das Geld nutzen, um seine eigene Ferienunterkunft zu zahlen.
  • Wo ist bloß das ganze Geld hin? Um eure Finanzlage im Blick zu halten, gibt es praktische Apps wie den "Finanzchecker", mit dem ihr eure Ausgaben festhalten könnt.
  • Trinkwasser bezieht ihr am besten direkt aus der heimatlichen Quelle, dem Wasserhahn. Mit rund 0,0015 Cent pro Liter ist Leitungswasser ein unschlagbar günstiges Getränk – und das am stärksten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland.

Spartipp von Max

Tipp aus der Redaktion

Max: "Leergut und Flaschenpfand kann man gut den ganzen Monat über sammeln, das hilft in den klammen Kontostands-Zeiten zum Ende hin immer."


  • Mit dem internationalen Studentenausweis ISIC bekommt ihr 42 000  verschiedene Vergünstigungen in 125 Ländern – zum Beispiel bei Reisen, Software oder auch im Hard Rock Café. Die Kosten von Zwölf Euro habt ihr so vermutlich schnell raus. Weitere Infos: www.isic.de
  • Die Heizung solltet ihr nicht ganz ausmachen, auch wenn ihr nicht zu Hause seid. Ist die Heizung nämlich aus, kühlt die Wohnung ab. Und zwar so sehr, dass es mehr Strom verbraucht, sie wieder aufzuheizen, als sie auf kleiner Stufe warm zu halten.
  • Je wärmer die Umgebung, desto mehr muss der Kühlschrank kühlen. Zehn Euro könnt ihr sparen, wenn ihr den Kühlschrank nicht neben anderen  Großelektrogeräten platziert. Was dem Kühlschrank noch hilft: Gefriergut, das man demnächst braucht, dort auftauen lassen.

Spartipp von Marisa

Tipp aus der Redaktion

Marisa: "Pasta-Wasser und Co. am besten mit dem Wasserkocher vorbrühen, das spart Energie. Und zwischendurch nicht so oft den Deckel anheben und im Topf herum rühren, es geht jedes Mal Wärme flöten."


  • Augen auf beim Einkauf: Die Waren ganz unten und oben im Regal sind bis zu 30 Prozent billiger als die in der Mitte. Und ein Blick in die Schnäppchen-Ecke mit fast abgelaufenen Sachen (vor allem im Kühlregal) lohnt sich immer.
  • Mega-Produktpyramiden offenbaren nicht immer auch Mega-Preisknaller. Um günstiger einzukaufen: nicht Mengen-, sondern Grundpreise pro Gramm oder Kilo auf dem Etikett am Regal vergleichen!

Abends:

  • Den Backofen vorheizen ist bei den meisten Lebensmitteln unnötig. Pizza, Auflauf und Co. können direkt reingeschoben werden, was eine Menge Energie spart. Da die Zeit-Angabe auf der Packung dann nicht mehr passt, müsst ihr nur schauen, wann es fertig ist. Aber nur durch das Fenster, ständiges Klappeöffnen ist kontraproduktiv.
  • Weder beim Geschirrspüler noch bei der Waschmaschine sind die Kurzprogramme sparsamer als zum Beispiel Eco-Optionen. Am besten mal die Laufzeiten in der Bedienungsanleitung checken.
  • Leere Packungen von Margarine, Feinkostsalaten oder Eis sind super zum Einfrieren von Speisen. Im Kühlschrank sind ausgespülte Gläser noch hübscher. Das spart Gefrierbeutel und sonstiges Verpackungsmaterial – gut für Umwelt und den Geldbeutel. Genau wie gebrauchte Plastiktüten als Mülleimerbeutel.

Spartipp von Christina

Tipp aus der Redaktion

Christina: "Der gute alte Flachmann ist ein treuer Freund in den Zeiten, in denen ihr euch nur noch den Eintritt in den Club leisten könnt, aber sonst auf dem Trockenen sitzt."


  • Traut nicht den 1-Euro-Läden! Manche Artikel gehen schon beim Hingucken kaputt, da ist selbst ein Euro zu teuer. Außerdem gibt’s viele Sachen im Supermarkt für unter einem Euro.
  • Mit der App "Sparpionier" von einem Startup der FU Berlin wisst ihr immer ganz genau, welcher Supermarkt in eurer Nähe ein gewünschtes Produkt gerade im Angebot hat. Das lohnt sich besonders, wenn ihr auf bestimmte Markenprodukte wie Tassimo-Discs, Coca-Cola oder Nutella nicht verzichten wollt.
  • In vielen Städten gibt es Foodsharing-Essenskörbe, in denen ihr tauschen und nehmen könnt. Ob eure Stadt dabei ist, könnt ihr unter foodsharing.de checken.

Spartipp von Merel

Tipp aus der Redaktion

Merel: "Analog zum steigenden Alkoholpegel sinkt die Finanzkontrolle. Beim nächsten Blick auf den Kontoauszug dann: Ach, ich war zwischendurch am Bankautomaten?! Damit das nicht passiert: Keine Bankkarte einpacken und nur die Scheinchen in die Tasche, die ihr maximal verschmerzen könnt."


  • Film-Trailer gucken und dafür Kohle kassieren – klingt super, oder? Auf der Webseite www.flimmer.de bekommt ihr fünf bis zehn Cent pro Kino- oder DVD-Clip, den ihr aufmerksam verfolgt. Ihr müsst hinterher nur eine Quizfrage beantworten können. Euer Guthaben könnt ihr dann gegen Prämien eintauschen, für sieben Euro gibt’s zum Beispiel ein Kino-Ticket.
  • Antizyklisches Einkaufen als Goldgrube: Gleich in der ersten Januar-Woche battlen sich die Elektromärkte in TV-Spots mit super Angeboten. Das ist in anderen Branchen nicht anders. Der Januar ist auch perfekt, um eine  Mitgliedschaft im Fitnessstudio abzuschließen (oder wieder im Sommer). Im Februar bekommt ihr Wintersportartikel hinterhergeschmissen, ab Frühling dann Fernseher, Computer und Co. und im Spätsommer Outdoor-Artikel und Sommersachen.
  • Tauschen statt kaufen! Auf Plattformen wie Kleiderkreisel.de kann kann man online tauschen, inzwischen gibt es aber auch coole Tauschmärkte (wo und wann: kleidertausch.info).
  • Günstig feiern: Viele Partys bieten Gästelistenplätze an – checkt vorher mal die Facebook-Seiten. Ist immer wieder einen Versuch wert!

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