Praktikum als Student
Ein Praktikum während des Studium kann sich wirklich auszahlen. | Foto: nd3000/Getty Images
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10. Jul 2018

Julian Baltruschat

Jobben

Praktikum während des Studiums: Diese Möglichkeiten hast du!

Pflichtpraktikum vs. freiwilliges Praktikum: Was sind die Unterschiede?

Grundsätzlich muss beim Praktikum während des Studiums zwischen freiwilligen und Pflichtpraktika unterschieden werden. Wie der Name schon verrät, ist das Pflichtpraktikum fester Teil deines Studienplans und wird zu einem bestimmten Zeitpunkt innerhalb deines Studiums absolviert. Dieser Zeitpunkt variiert aber von Uni zu Uni. Generell empfiehlt es sich, dein Pflichtpraktikum nach den ersten beiden Semestern zu machen, da du zu diesem Zeitpunkt bereits einen ersten Einblick in dein Studienfach gewinnen konntest und dir dein erstes Fachwissen angeeignet hast.

Beim freiwilligen Praktikum ist die Sache hingegen anders. Hier kannst du selbst bestimmen, wann und bei welchem Arbeitgeber du gerne erste praktische Erfahrungen sammeln möchtest. Sinnvoll ist hier, das Praktikum in die vorlesungsfreie Zeit zu legen, da die meisten Praktika eine Dauer von mindestens einem Monat haben sollten.

Auslandspraktika – lohnt sich das?

Ein Auslandspraktikum ist, abgesehen vom notwendigen organisatorischen Aufwand, eine der besten Möglichkeiten, um dich persönlich, aber auch beruflich, weiterzuentwickeln. Besonders das praktische Erlernen einer Fremdsprache, verbunden mit der Selbstorganisation während deines Aufenthalts, kann dir bei zukünftigen Bewerbungen einen großen Vorteil bescheren. Firmen, die ihren Hauptsitz im Ausland haben, stellen bevorzugt Bewerber mit erster Auslandserfahrung ein.

Dauer des Praktikums im Studium

Eine feste Richtlinie zur Praktikumsdauer während des Studiums gibt es nicht. Im Durchschnitt dauern Pflichtpraktika zwei bis drei Monate. Gelegentlich werden auch Monatspraktika angeboten. Es empfiehlt sich aber, ein längeres Praktikum zu wählen, da die Eingewöhnungs- und Einarbeitungszeit in den Betrieb meistens schon einen Monat in Anspruch nimmt und danach erst das „richtige Arbeiten“ losgeht.

Was verdient man im Praktikum als Student?

Die Bezahlung des Praktikums ist natürlich ein wichtiges Kriterium. Während eines Pflichtpraktikums müssen dir Unternehmen keinen Mindestlohn zahlen. Heißt: Es kann vorkommen, dass du nur geringfügig, oder komplett ohne Verdienst auskommen musst. Bei einem freiwilligen Praktikum sieht es anders aus: Dort ist der Mindestlohn, der zurzeit bei 8,84 Euro pro Stunde liegt, gesetzlich vorgeschrieben. Dieser zählt aber auch nur ab einer Praktikumslänge von mindestens drei Monaten. Fällt dein Praktikum kürzer aus, gilt diese Regelung dann nicht und du könntest in einen finanziellen Engpass kommen.

BAföG und Praktikum

Grundsätzlich ist es möglich, beides zu kombinieren. Aber auch hier gibt es Unterschiede zwischen einem Pflichtpraktikum und einem freiwilligen Praktikum. Als weiterer Faktor spielt auch noch hinein, zu welchem Zeitpunkt du dein freiwilliges bzw. Pflichtpraktikum absolvierst, dies hat dann auch Konsequenzen auf deine Bezüge. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass wenn du bei deinem Praktikum, egal ob freiwillig oder Pflicht, nicht über 400 Euro im Monat verdienst, dies keine großen Auswirkungen auf dein BAföG hat. Mehr Informationen zum Thema findest du auf der offiziellen Seite des BAföG-Amts.

Vorteile durchs Praktikum – Bachelorarbeit im Praktikumsbetrieb

Wie bereits erwähnt, haben Pflicht- und Auslandspraktika sowie freiwillige Praktika nicht nur persönliche Vorteile für dich bei Bewerbungen, sondern können auch Türöffner für eine zukünftige Festanstellung sein. In einigen Betrieben hast du die Möglichkeit, als Bachelorand, deine Abschlussarbeit im Unternehmen zu schreiben. Das gibt dir die Chance, dich vor deinem möglichen neuen Chef für eine Anstellung zu beweisen, während du gleichzeitig noch deine große Hürde Bachelorarbeit meistern kannst.


Studium während Praktikum


Wenn es mal nicht passt – was hat das für Auswirkungen?

Natürlich kann es immer mal vorkommen, dass dir das ausgewählte Praktikum keinen Spaß macht, oder dich nicht genug fordert. Daher kannst du selbst entscheiden, ob du dein Praktikum vorzeitig beenden willst. Wichtig ist dabei, dass du dich an die Regularien in deinem Praktikumsvertrag hältst. Im Vertag ist eigentlich immer eine einzuhaltende Kündigungsfrist verankert, an die du dich richten musst. Diese beträgt im Regelfall vier Wochen. Auch solltest du auf keinen Fall vom einen auf den anderen Tag einfach nicht mehr kommen, sondern dein Praktikumsverhältnis offiziell kündigen. Falls du das nicht tust, kann es vorkommen, dass der Arbeitgeber dich zum Fortsetzen des Praktikums verpflichtet. Natürlich hat die Kündigung deines Pflichtpraktikums auch Auswirkungen auf dein Studium. Hier musst du damit rechnen, dass du durch den Abbruch insgesamt auch länger eingeschrieben bist, da das Praktikum ein Pflichtteil deines Studiengangs und du es daher noch nachholen musst.

Praktikum während des Studiums – ein Fazit

Ein Praktikum, ob als Pflicht- oder als freiwilliges Praktikum oder sogar im Ausland, ist eine der besten Möglichkeiten, um einen ersten Einblick in deinen zukünftigen Traumjob zu erhalten. Ob nun Teil des Studiums oder nicht, ein Praktikum ist immer ein Stück Lebenserfahrung und hilft dir, deinen Lebenslauf zu erweitern. Vielleicht ermöglicht sich auch bei einer guten Leistung während deiner Praktikumszeit eine spätere Übernahme in das Unternehmen. Grundsätzlich kannst du mit einem Praktikum also nicht verlieren, sondern nur gewinnen!

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