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Studibuzz

11.10.2016

Unnützes Wissen

Wusstest du, dass weiße Haie Death-Metal-Fans sind?

25-mal "Unnützes Wissen" zum Merken...

UNICUM präsentiert 25 Fakten, aus dem neuen Buch "Unnützes Wissen 5": Diese Dinge muss man nicht wissen, kann man sich aber viel zu gut merken.

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11. Jan 2019

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Studentenleben

Mit Allgemeinbildung punkten

So findest du Zugang zu den Basics in Kultur und Politik

Die Debatte um den Bildungskanon

Welchen Stellenwert hat Allgemeinbildung heute noch? Um diese Frage drehen sich derzeit verschiedene Diskussionen in den Medien. Fakt ist: Das Wissen wird nicht weniger. Zu historischen Fakten und Entwicklungen in der Vergangenheit, die unsere Gegenwart prägen, kommen stetig neue Informationen: Politisches Zeitgeschehen, das die Zukunft unserer Gesellschaft verändert, technologische und wissenschaftliche Innovationen und nicht zu vergessen neue kulturelle Meilensteine. 

Die Zeit, die wir in der Schule verbringen ist aber nun mal gleichgeblieben. Also ist es eigentlich zwingend notwendig, den bestehenden Bildungskanon einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und ihn zu überarbeiten. Bleibt die Frage, was darin neu aufgenommen werden sollte und was nicht mehr aktuell oder verzichtbar sein könnte. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass heute verschiedene Themen bei der jüngeren Generation an Relevanz verloren haben – an Anderen ist das Interesse hingegen gestiegen. 

Allgemeinwissen in einer digitalisierten Gesellschaft 

Ist es heute überhaupt noch notwendig, sich ein breites Grundwissen anzueignen? Immerhin können wir uns mit unseren smarten Geräten und dem beinahe überall verfügbaren Internetzugang jegliches Wissen der Welt mit wenigen Klicks erschließen. 

Allerdings gibt es dabei zwei gravierende Faktoren, die nicht außer Acht gelassen werden sollten: 

  • Umgang mit den Informationen aus der "Wissensdatenbank Internet": Zunächst müssen wir die gewünschten und passenden Informationen finden. Im nächsten Schritt geht es darum, uns diese zu erschließen, sie zu bewerten und sie einzuordnen. Statt sich an gelernte Fakten halten zu können, sind dann also eher kognitive Fähigkeiten gefragt – und die Fähigkeit, sich in Eigeninitiative die jeweils passenden Informationen zu besorgen. 
  • Vertrauenswürdige Quellen finden: Ein bisheriger Bildungskanon etwa in Form des schulischen Lehrplans ist ausreichend kuratiert. Das heißt, wir können uns darauf verlassen, dass das gelernte der Wahrheit entspricht. Müssen wir uns das Wissen selbst erschließen, entfällt dieser Filter. 

Der Wandel im Umgang mit Informationen hat vieles verändert. Insgesamt ist es deshalb notwendig, die Art und Weise, wie Bildung heute gehandhabt wird und funktioniert zu überdenken und neu auszurichten

Vorteile einer guten Allgemeinbildung 

Trotz uneingeschränktem Zugang zum Wissen im Internet sind sich viele einig, dass eine gute Allgemeinbildung nach wie vor verschiedene Vorteile mit sich bringt. 

Zum einen wirst du in deinen künftigen Bewerbungsgesprächen immer wieder mit Fragen, welche die Allgemeinbildung betreffen konfrontiert.

Auch über dein Fachgebiet aus dem Studium hinaus in verschiedenen Bereichen über ein bestimmtes Allgemeinwissen zu verfügen, verleiht zudem eine gewisse Sicherheit. Zu den verschiedensten Themenbereichen fällt es dann oft leichter, Zusammenhänge zu verstehen oder andere Informationen einzuordnen.

In einer immer komplexer werdenden Welt ist es eine wichtige Fähigkeit, Querverbindungen herstellen zu können und Wissen von einer Disziplin auf andere zu übertragen.

Allgemeinbildung leichtgemacht

Gerade was zeitgenössische Themen betrifft, gelangt die derzeitige schulische Bildung an ihre Grenzen. Zwar wird in höheren Klassenstufen auch über aktuelles Geschehen gesprochen, doch vieles hat noch keinen Einzug in die Lehrpläne gefunden. Hier liegt es an dir selbst, jetzt im Studium aktiv zu werden und mögliche "Defizite" auszugleichen.

Natürlich kann hier jeder seine eigenen Schwerpunkte setzen. Dennoch kannst du dich an verschiedenen Vorschlägen zu einem grundlegenden Bildungskanon orientieren. Mit dem richtigen Vorgehen kannst du dein Interesse auch an für dich vielleicht uninteressanteren Wissensbereichen wecken. 

Musik

Musik hört wirklich jeder. Und sie ist eine Kulturform, die in besonderer Weise stets den Zeitgeist widerspiegelt – in all ihren unterschiedlichen Genres.

Musik ist aber auch Geschmackssache. Umso schwieriger, sich hier für etwas zu begeistern, das einem so gar nicht gefällt. Neben der aktuellen Popmusik schadet es dennoch nicht, ein paar Klassiker zu kennen. Verschiedene Interpreten und Genres haben mit der aktuellen Musik mehr zu tun, als du denkst.

Praktisch ist heute die Möglichkeit, über die Vorschläge bei den gängigen Streaming- und Musikportalen ähnliche und neue Interpreten kennenzulernen. Wenn du dich darauf einlässt, kannst du dir ein breiteres Wissen zu einzelnen Genres aneignen. Oft sind hier tolle Entdeckungen mit dabei.

Und manchmal stößt man so auch auf ältere Songs oder Künstler, die überraschend modern klingen. Wenn du dich auch damit beschäftigst, erschließen sich Zusammenhänge und du verstehst plötzlich, wer sich wie inspirieren lässt oder wie sich einzelne Strömungen im Laufe der Zeit entwickelt oder weiter unterteilt haben. 

Bei den Fachmagazinen finden sich zudem Listen mit bahnbrechenden Alben, die Musikgeschichte geschrieben haben. Sie gelten zu Recht als Meilensteine, weil sie die Musik geprägt oder verändert haben und sich Künstler bis heute darauf beziehen.  

Bildende Kunst

Ein Museum zu wissenschaftlichen Themen ist oft mit interaktiven Finessen ausgestattet und beim Besuch kann jeder selbst aktiv werden. Aber ein Kunstmuseum? Einfach nur Bilder ansehen? Eher langweilig.

Viele können mit alten oder abstrakten Gemälden in Museen oder Galerien wenig anfangen. Es fällt schwer, Kunst einzuordnen, ihren Wert zu beurteilen oder die Absicht dahinter zu interpretieren.

Dass Kunst aber sehr viel mehr ist, als das, was in den Museen hängt, ist nicht immer klar. Gerade Street-Art ist dabei eine Kunstform, die inmitten unseres Alltags sichtbar ist und zu der viele einen leichteren Bezug finden können. Ein guter Einstieg in die Welt der (zeitgenössischen) Kunst.

In den meisten größeren Städten finden sich inzwischen beeindruckende Arbeiten, die zum Teil auch als Auftragsarbeiten entstanden sind. In vielen Orten werden dazu bereits Stadtführungen angeboten, bei denen die bemerkenswertesten Kunstwerke bestaunt werden können.

Du kannst dich aber auch selbst auf den Weg machen. Oft gibt es im Internet passende Karten mit Routenvorschlägen. Hier findest du etwa die wichtigsten Spots in Berlin. Dann kannst du die Urban-Art-Highlights bei einer kleinen Tour selbst kennenlernen.

Graffitis nehmen ebenfalls oft Stellung zu aktuellem Zeitgeschehen. Es ist spannend zu sehen, wie einzelne Themen dabei visuell umgesetzt wurden. Wenn du dich intensiver damit beschäftigst, lernst du auch etwas über Bildsprache. Damit fällt es einfacher, auch ältere Kunstwerke zu verstehen und einzuordnen.

Verschiedene Techniken, Farb- oder Motivwahl, Perspektiven – all das sind Dinge, mit denen sich die Künstler damals wie heute auseinandersetzen. Vielleicht bekommst du so auch Lust, demnächst doch einmal eine Ausstellung im Museum zu besuchen. 

Besucherin in Kunstgalerie

Literatur

Es gibt weitaus spannendere Klassiker als Faust oder Woyzeck. Mit diesen beiden Werken musste sich wohl jeder auf dem Gymnasium herumschlagen. Doch welche bedeutenden Werke sollte man heute gelesen haben? Auch hier kannst du auf verschiedene Vorschläge zurückgreifen. Da hier ein breites Feld an unterschiedlichsten Themen abgedeckt ist, findest du bestimmt etwas Passendes zu deinen Interessen. Darüber hinaus gibt es Bücher, die für deine Studentenzeit wichtig sein können.

Lesen braucht allerdings Zeit. Mit ein Grund, weshalb es schwierig ist, eine größere Zahl zeitgenössischer Bücher in der Schulzeit im Bildungskanon unterzubringen. Von den vielen bedeutenden Klassikern ganz zu schweigen. Hier ist in jedem Fall Eigeninitiative gefragt.

Wer selbst nicht gerne liest, sollte in jedem Fall Hörbücher ausprobieren. Das Gute dabei: Nebenher kann auch noch etwas Anderes gemacht werden. Eine weitere Möglichkeit für alle, die Spaß an Comics haben, sind die sogenannten Graphic Novels. Auch in dieses Format sind verschiedene Literaturklassiker inzwischen übertragen worden.

Spätestens auf einer Lesung bekommt Literatur ein sehr lebendiges Gesicht. Auch das ist eine Variante, um dich mit Büchern zu beschäftigen. Vor allem bekommst du so zusätzlich einen Eindruck vom Autor selbst. 

Darstellende Kunst

Theater- oder Opernbesuche gelten als Aushängeschild der distinguierten Gesellschaft. Allerdings zeigt ein Blick ins Publikum, dass hier die älteren Generationen stärker vertreten sind. Hier scheinen sich die Jüngeren ebenfalls schwer zu tun, sich für diese Kunstformen zu begeistern.

Einen guten Einstieg bieten Stücke, die etwa aus der Literatur bereits bekannt sind. Zudem tauchen sowohl bei einer Oper als auch bei Theaterstücken immer wieder dieselben, nach wie vor aktuellen Motive auf – zum Beispiel Liebe oder Eifersucht. Mit diesen können wir auch in der heutigen Zeit etwas anfangen.

Vor allem wenn die präsentierten Geschichten traditionell inszeniert sind und von klassischer Musik begleitet werden, wirkt das Ganze für uns heute wie aus einer anderen Zeit. Hier wird oft kritisiert, dass zu wenig auf Aktualität Wert gelegt wird.

Mit etwas Glück lassen sich allerdings auch zeitgenössische Stücke finden, die wirklich einen Besuch wert sind und zeigen, wie vielseitig die darstellenden Künste sein können – mit der Verknüpfung von Schauspiel, Musik und Bühnenbild.  

Filmklassiker

Ähnlich wie bei der Musik gibt es ebenfalls verschiedene Werke, die als Meilensteine gelten, etwa weil sie technische Innovationen mit sich brachten oder eine besondere Art des Erzählens nutzten. Viele Filme sind trotz uralt-Technik echt sehenswert und werden häufig restauriert oder überarbeitet.

Viele Arthouse- oder Programmkinos zeigen hin und wieder ein paar davon – dann sorgt das typische Kinofeeling noch für einen besseren Eindruck.

Die Gründe, die einen Film zum Klassiker oder Meilenstein machen, sind ganz unterschiedlich. Die jährlich verliehenen Oscars oder anderen Filmpreise geben Anhaltspunkte dazu, was die Werke so besonders macht. Oft ist es auch hier die einzigartige Art und Weise, Bezug zu gesellschaftsrelevanten Themen zu nehmen oder sehr aktuelle Fragen zu stellen. 

Geschichte

Unter Umständen können dir hier ebenfalls verschiedene Filme oder Bücher weiterhelfen. Sie spinnen einen realen oder fiktionalen Hintergrund, verschiedene Protagonisten durchleben die historischen Ereignisse und das Geschehen wird plötzlich viel konkreter.

Zudem hilft es, sich zunächst mit der aktuelleren Geschichte auseinanderzusetzen. Die Auswirkungen auf unsere heutige Zeit sind dabei noch viel deutlicher. Zu manchen Ereignissen können gegebenenfalls auch die Großeltern als Zeitzeugen noch etwas erzählen. Mit vielen kleinen Details werden die Zusammenhänge dann klarer. Es wird verständlicher, weshalb bestimmte Persönlichkeiten eine ganz bestimmte Entscheidung gefällt haben und was dies bewirkte. 

Politik

Auch was Politik anbelangt, hat die jüngere Generation oft das Gefühl, dabei außen vor zu bleiben. Zum einen gehören die gewählten Vertreter hier ebenfalls überwiegend einem älteren Jahrgang an. Zum anderen scheinen diese dazu auch häufig noch sehr weltfremd. Angela Merkels Ausspruch zum "Neuland" Internet bringt dieses Gefühl auf den Punkt.

Dabei haben viele Entwicklungen und Entscheidungen, die heute politisch getroffen werden einen drastischen Einfluss auf unsere Zukunft. Umso wichtiger ist es, sich hier mit grundlegenden Strukturen auszukennen und aktuelle Debatten mitzuverfolgen.

Die Uni selbst bietet die beste Möglichkeit, selbst in die politische Welt hineinzuschnuppern. Bestimmte Strukturen sind ähnlich aufgebaut und in verschiedenen Gremien kannst du dich dort aktiv engagieren. Bei der Arbeit in AStA oder StuPA wird deutlich, wie politische Prozesse ablaufen und wie sie gesteuert werden können.

Ein inhaltlicher Zugang zu politischen Themen funktioniert zudem leichter, wenn es dabei um Bereiche geht, die dich selbst ganz konkret betreffen. Sei es die Bildung selbst, Verkehrspolitik oder der Bereich Arbeitsmarkt – je mehr du dich mit der Materie beschäftigst, umso eher werden auch hier Zusammenhänge verständlicher. Auch die Lokalpolitik ist ein möglicher Ansatzpunkt. Dabei geht es ebenfalls um Bereiche, die dich ganz persönlich im Alltag betreffen können. Im Grunde geht es hier bei der Allgemeinbildung auch darum, zu den verschiedensten aktuellen Themen eine eigene Meinung vertreten zu können. Dafür ist es nötig, sich damit regelmäßig auseinanderzusetzen. 

Im Prinzip ist es immer dasselbe. Je weniger wir über ein Thema wissen, umso abstrakter erscheint es uns und umso weniger können wir damit anfangen. Haben wir einmal einen Einstieg gefunden, wird es spannender, sich damit auseinanderzusetzen und mehr darüber zu erfahren. Passend zu den eigenen Interessen kann sich jeder seinen ganz eigenen "Bildungskanon" erstellen.

Hast du den ersten Schritt also einmal gemacht, kommt die Lust am Weiterentdecken und Dazulernen oft von selbst. So kannst du dir nach und nach ganz nebenbei ein umfangreicheres Grundwissen in den verschiedensten Themenbereichen aneignen. 

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