Alternative Ernährungsformen
Gesund und gleichzeitig lecker: Unsere Rezeptideen! | Foto: Daira Shevtsosa/Pexels
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29. Jun 2018

Nora Stankewitz

Studentenfutter

Ernährungsformen im UNICUM-Check

Mit Rezepten zum Downloaden!

Alternative Ernährungsformen: Gib mir Orientierung – gib mir gutes Essen!

Genau zu wissen, was man isst und wo das Essen herkommt – prinzipiell ist das ein Trend, der Hoffnung macht auf mehr Nachhaltigkeit und ein Bewusstsein, das den Planeten schützen könnte.

Unsere Essgewohnheiten werden auch immer mehr zu einem Ausdruck unserer Lebenseinstellung. Zudem geben uns Ernährungsideologien einen Halt, indem sie zwischen "guten" und "bösen" Lebensmitteln unterscheiden. Doch wie steht es mit der Alltagstauglichkeit? Um das herauszufinden, haben wir mehrere Ernährungslehren einem Expertentest unterzogen.

Vegan – Gemüse und gut?

Darum geht's: Veganismus ist eine Lebenseinstellung. Ein konsequenter Veganer nutzt keinerlei tierische Produkte. Das sind Lebensmittel von Fleisch bis Gummibärchen. Aber auch Wolle, Leder und Kosmetika. Vegan zu leben zielt darauf ab, ethisch vertretbar den Planeten zu nutzen. Was dann auch bedeutet, sein Gemüse, Soja und Co. nicht dorther zu beziehen, wo es auf Kosten von Menschen möglichst billig angebaut wird.

Enrährungsform vegan Goa WrapKünstliche Ersatzprodukte wie Veggie-Schnitzel haben mit konsequentem Veganismus übrigens auch nicht viel zu tun.

Die Expertenmeinung: "Die Versorgung mit Eiweiß, Mineralstoffen und Spurenelementen ist umstritten. Eine gelegentliche Blutkontrolle kann Sicherheit geben. Denn eine Mangelernährung spiegelt sich direkt in einer Verschlechterung kognitiver Leistungen wider. Mit einer wohlüberlegten Lebensmittelauswahl und einem umfassenden Ernährungswissen kann dem allerdings entgegengewirkt werden.

Gesund ist die vegane Ernährung aufgrund des hohen Anteils an Gemüse und Obst sowie der Reduktion von ungesunden Fetten. Pflanzliche Eiweißquellen können den täglichen Bedarf gut decken."

Wenn du Lust bekommen hast mal ein veganes Gericht auszuprobieren, dann gibt es hier ein leckeres Rezept für einen Goa-Wrap mit Linsen-Hummus für dich:


UNICUM Check VeganismusVeganismus im UNICUM CHECK:

  • Moral: sehr edel und sinnvoll.
  • Kostenpunkt: hängt von den persönlichen Ansprüchen ab.
  • Sozialverträglichkeit: Die meisten Locations sind heute auf Veganer eingestellt. Bei privaten Einladungen kann es schwieriger werden.
  • Abwechslung: Durch veganes Kochen streift man durch etliche kulinarische Kulturkreise
  • Mensatauglichkeit: In vielen Mensen gibt es mindestens eine vegane Variante.

Paleo – hallo aus der Steinzeit

Darum geht's: Wer sich nach dem Paleo-Prinzip ernähren will, muss Fleisch mögen. Und ein Hang zur Selbstkasteiung ist sicher auch hilfreich. Die Liste der verbotenen Lebensmittel ist lang: von Brot über Nudeln und Kartoffeln bis hin zu Hülsenfrüchten und Milchprodukten. Was bleibt, sind all jene Lebensmittel, die schon im Paläolithikum, also der Altsteinzeit, verfügbar waren: Fleisch, Fisch, bestimmte Gemüse- und Obstsorten, Nüsse und Samen, Eier und pflanzliche Fette.

Ernährungsform Paleo Rezept Lachs in roter Curry-SoßeWenngleich viele Paleo-Anhänger den Einstieg übers Abnehmen finden (entspricht dem Low-Carb-Prinzip), ist es keine Diät, sondern die Überzeugung, dass industriell gefertigtes Convenience-Food schlecht für unseren Organismus ist. Die Frage ist nur, ob zu viel Fleisch nicht auch ungesund ist?!

Die Expertenmeinung: "Geprägt durch diszipliniertes Vorplanen, Vorkochen und Vorportionieren, gehören schnelle, ungeplante Snacks der Vergangenheit an. Paleo sättigt aufgrund der Auswahl an Lebensmitteln, stabilisiert den Blutzuckerspiegel und steigert die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit: Kein Mittagstief, kein Völlegefühl, weniger Kopfschmerzen und Gewichtsreduktion stellen sich ein. Aber: Für gute Denkleistungen braucht es einen Anteil an guten Kohlenhydraten."

Wenn du auch mal die Paleo-Küche ausprobieren willst, haben wir ein Rezept für Lachs in roter Curry-Soße für dich:


UNICUM CheckPaleo im UNICUM CHECK:

  • Moral: Kommt vor allem auf die Fleisch-Qualität an.
  • Kostenpunkt: Es sei denn, man setzt auf Billig-Fleisch.
  • Sozialverträglichkeit: Essen gehen wird fast unmöglich.
  • Abwechslung: Fleisch, Gemüse, Fleisch, Gemüse, Nüsse, Fleisch, Gemüse, Samen , Beeren…
  • Mensatauglichkeit: Passt einfach nicht zum Preismodell.

Raw Food – gesunde Rezepte bei kalter Küche

Ernährungsform Rohkost Basilikumpesto

Darum geht's: Wenn die Körpertemperatur des Menschen auf 42 Grad ansteigt, kann er nicht überleben. Diese wissenschaftliche Erkenntnis übertragen Rohkost-Esser auf ihre Lebensmittel. Also wird nur das gegessen, was nicht über 42 Grad erhitzt wurde, damit auch ja alle Nährstoffe erhalten bleiben.Auf dem Speiseplan stehen daher all jene Gemüse- und Obstsorten, Kräuter, Pilze, Samen, Nüsse, die ungekocht nicht giftig sind. Manchmal werden auch Rohmilchkäse, gebeizter Fisch oder rohes Fleisch integriert. Dass leidenschaftliche Raw-Foodies vorwiegend saisonal und nicht beim Discounter einkaufen, liegt auf der Hand.

Die Expertenmeinung: "Hier scheiden sich die Geister. Eine Rohkosternährung stellt einen hohen Mineralstoff - und Vitamingehalt in den verwendeten Lebensmitteln sicher. Trotzdem braucht es viel Wissen und eine wohlüberlegte Nahrungszusammensetzung, um eine Mangelernährung zu vermeiden. Eine gelegentliche Kontrolle der Blutwerte kann auch hier Sicherheit geben."

Soll bei dir in nächster Zeit auch der Herd kalt bleiben? Dann haben wir hier ein fixes Rezept für Basilikumpesto:


Rohkost im UNICUM CHECK:

  • Moral: kommt auf die genaue Ausrichtung an.
  • Kostenpunkt: hängt davon ab, was du einkaufst.
  • Sozialverträglichkeit: Essen gehen wird fast unmöglich.
  • Abwechslung: Wer Zeit und Geld investiert, kann viel Neues entdecken.
  • Mensatauglichkeit: Das Salat-Buffet kann schnell öde werden.

Clean Eating – in der Kürze liegt die Würze

Ernährungsform Clean Eating French Toast mit TomatenchutneyDarum geht's: Wollte man die Gen-Y als Diät darstellen, käme wahrscheinlich Clean Eating dabei raus. Clean-Eater dürfen alles essen. Der selbstgebackene Kuchen mit hochwertigen Zutaten ist völlig okay. Der Marmorkuchen inZellophanfolieaus dem Discounter hingegen nicht. Genauso tabu sind Fastfood, Fertiggerichte und Alkohol. Es gilt: je kürzer die Zutatenliste, desto cleaner. Und ein Blick auf die gute alte Nahrungspyramide kann auch nicht schaden.

Die Expertenmeinung: "Der Verzicht auf liebgewonnene Snacks erfordert Disziplin. Natürliche, unbehandelte Lebensmittel weisen einen höheren Vitamin- und Mineralstoffgehalt auf. Dies fördert körperliches wie geistiges Potenzial auf lange Sicht. Ebenso entlastet eine organische, ballaststoffreiche Ernährung den Stoffwechsel und kann zur Stärkung der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens beitragen."

Schnell und einfach soll es für dich sein? Dann probiere unser Rezept für French Toast mit Tomatenchutney aus:


Clean Eating im UNICUM CHECK

  • Moral: besonders löblich: regionales und saisonales Einkaufen.
  • Kostenpunkt: kommt ganz darauf an, woher du deine Lebensmittel beziehst.
  • Sozialverträglichkeit: nur snacken unterwegs und feuchtfröhliche Partys gehen nicht.
  • Mensatauglichkeit: da muss es schon eine sehr moderne Mensa sein.

Katja Streichardt

Die UNICUM Expertin

Katja Streichhardt ist Diplom-Sportwissenschaftlerin und begleitet als Fitnesstrainerin und Studioleiterin in Dresden Menschen dabei, fitter und gesünder zu leben.

Ihr Fazit: Angesichts von Übergewicht und viel zu hohem Zucker- und Alkoholkonsum heutzutage ist mit ausreichend Wissen und Zeit fast jeder Ernährungstrend besser, als unbewusst zu essen und zu leben.

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