Lerne den Energieausweis richtig zu lesen.
Mit einem guten Energieausweis kannst du dich freuen. Foto: Shutterstock
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03. Mär 2020

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Wohnen

Die erste Mietwohnung

Wie liest man den Energieausweis richtig?

Was ist ein Energieausweis?

Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein Steckbrief für Wohngebäude. Darin werden allgemeine Daten über das Haus aufgeführt und natürlich auch festgehalten, wie es um die Energieeffizienz des Gebäudes steht. Diese Info wird als Energieeffizienzklasse angegeben, und pro Klasse wird ein Energieverbrauch in kwh/m²/a angegeben.

Was heißt kwh/m²/a? Kilowattstunde pro Quadratmeter pro Jahr (lat.: annus). Durch diese Angabe kannst du vorab einschätzen, ob dich die Mietwohnung energie- und stromtechnisch eher günstig oder eher teuer zu stehen kommen würde. Das hängt nämlich nicht nur von den Heizkosten per Brennstoff ab, sondern auch davon, ob die Wohnung gut isoliert ist. Wenn nämlich per Strom geheizt wird - etwa bei Infrarotheizungen - macht der Preis pro Kilowattstunde die Musik. Wenn du dann per Stromvergleich einen günstigen Tarif findest, kann dir der ordentliche Ersparnisse bescheren, während ein teurer Tarif auch eine günstige Wohnung zum kostspieligen Wohnvergnügen machen kann. Und eine schlecht isolierte Wohnung, die die Wärme nicht hält, muss natürlich intensiver geheizt werden, und auch das wird wieder teurer.

Welche Energieeffizienzklassen gibt es?

Die Energieeffizienzklassen werden von A+ bis H mit Buchstaben bezeichnet. Dabei ist A+ die beste Einordnung, H eine wirklich miserable Energieeffizienz. Bei A+ beläuft sich der Verbrauch auf weniger als 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr. Damit liegen die Heizkosten bei Öl- oder Gasheizung bei einem Richtwert von sechs Cent pro Kilowattstunde bei weniger als zwei Euro. Bei der Energieeffizienzklasse A wird ein Verbrauch von weniger als 50 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr angenommen - die jährlichen Kosten liegen also bei circa 4 Euro.

Im Kontrast dazu: bei der Energieeffizienzklasse H liegt der Verbrauch bei über 250 Kilowattstunden und die Kosten damit bei 25 Euro und mehr. Bei einer 34-Quadratmeter-Wohnung sind das gut 850 Euro im Jahr, die du in deine Studiengebühren oder einen Urlaub investieren könntest. Die Kosten können natürlich variieren - je nachdem, ob du zum Beispiel sehr viel frierst oder wann bei dir der Sommer ausbricht.

Oftmals geben Makler und Vormieter bei der Wohnungsbesichtigung eine ungefähre Hausnummer an, wo du am Ende des Monats preismäßig landen wirst. Da lohnt es sich übrigens, mal nachzufragen, ob die Heizkosten mit den Nebenkosten schon abgegolten sind. Keine Sorge, bei der ersten Besichtigung vergisst man schon mal das ein oder andere, aber je mehr Wohnungen du dir ansiehst, umso routinierter wirst du die Informationen einholen.

Was hat eigentlich Auswirkungen auf die Energieeffizienz?

Auf dem Energieausweis ist nicht nur die Energieeffizienzklasse angegeben, sondern auch die Verfahren, nach denen sie bestimmt wurde. Das können die Normen DIN V4108-6 (Norm, die die Anforderungen an Wärmeschutz für Gebäude angibt), DIN V 4701-10 (Norm zur Berechnung des Energiebedarfs pro Jahr für Heizen, Trinkwassererwärmung, und Lüften), DIN V 18599 (Norm zur Berechnung des End-, Nutz- und Primärenergiebedarfs für Kühlung, Heizen, Lüften, Trinkwassererwärmung und Beleuchtung), Paragraph 3 Absatz 5 der Energiesparverordnung und Paragraph 9 Absatz 2 ebenda sein.

Bei Neubauten wird zusätzlich betrachtet, ob erneuerbare Energien genutzt werden, um alle Vorgänge im Haus am Laufen zu halten - gemäß dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz. Da bekommst du direkt heraus, wie klimafreundlich die Energie für das entsprechende Haus produziert wird. Der Energieendverbrauch, der ebenfalls auf dem Energiepass vermerkt ist, muss mittlerweile übrigens verpflichtend in einer Wohnungsanzeige angegeben werden. Du solltest also schon in der Wohnungsanzeige einen groben Eindruck vom Energieverbrauch im entsprechenden Haus bekommen.

Achte auf den Energieeffiziensausweis.

Wo finde ich den Energieausweis?

Meist, wenn es sich nicht um eine offene Besichtigung handelt, kontaktierst du vorab die Maklerperson, die Vormieter oder den Hausbesitzer. Manchmal senden dir diese Personen nochmal das Exposé für die Wohnung zu, inklusive Energiepass. Spätestens bei der Besichtigung sollte der der Energieausweis dann gezeigt werden oder ausliegen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben, und du solltest nachfragen, wenn der Energieausweis nicht von alleine vorgelegt wird.

Worauf du bei der Wohnungsbesichtigung achten kannst

Wie hoch sind die Decken, welche Art von Fenster ist verbaut, wie breit sind die Abstände zwischen Boden und Tür? Größe Lücken zwischen Tür und Boden sorgen dafür, dass Heizungswärme viel zu schnell entfliehen kann, und dadurch muss in einer Tour geheizt werden. Und Räume mit hoher Decke erfordern auch eine höheren Energieaufwand als niedrige Zimmer. Du kannst außerdem testen, ob es in der Wohnung zieht, und zwar indem du deine Hand vor den Fensterrahmen hältst und schaust, ob es kühlere Luftzüge gibt. Das muss kein Ausschlusskriterium für die Wohnung sein - vor allem in den beliebten Ballungsgebieten solltest du dir Optionen offen halten - aber es ist bestimmt hilfreich für dich, einen Überblick über die Faktoren für die finalen Kosten zu behalten.

Fazit

Du siehst: den Energiepass richtig lesen zu können, ist nicht nur finanziell vorteilhaft, sondern ziemlich wichtig. Wenn du den Energieausweis eingehend studierst, kann dich das vor bösen Überraschungen wie explodierenden Kosten bewahren. Aber wenn du bei der Wohnungssuche die Augen offen hältst und deine Prioritäten kennst, wird das schon alles klappen. Wir wünschen dir viel Erfolg!

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