Putzen WG
Die Küche ist ein Paradies für Keime | Foto: Thinkstock/Thomas Northcut
Autorenbild

03. Jan 2015

UNICUM Onlineredaktion

Wohnen

Putzen in der WG: Hier lauern die Bakterien

Die richtige Hygiene gegen heimliche Mitbewohner

Schwämme & Spülmaschinen

Bakterien machen es sich ausgerechnet im Putzwerkzeug gemütlich, zum Beispiel in Schwämmen und Schwammtüchern. Hygiene-Facharzt Hutter rät: "Schwämme sollten immer gründlich mit heißem Wasser ausgewaschen, ausgewrungen und getrocknet werden. Leider liegen sie in WGs oft in der noch nassen Spüle herum. Das feuchte Milieu und Nahrungsreste bieten dann die perfekte Brutstätte für Bakterien."

Deswegen: Schwämme am besten einmal in der Woche austauschen oder in der Waschmaschine mitwaschen. Für Oberflächen und Geschirr jeweils einen separaten Schwamm verwenden. Auch Besitzer von Spülmaschinen mahnt der Experte zur Sorgfalt: "Die Essensreste in Spülmaschinen werden gern vergessen. Dort sammeln sich Schimmelpilze und Bakterien." Also auch die Maschine ab und zu von den Nahrungsresten befreien und mit ein bisschen Spüli durchwischen.

Hausstaub

In vielen WGs herrscht eine tolerante Haltung gegenüber den fast unsichtbaren Schichten auf Tischen, Schränken und Böden. Hygienisch sind sie bedenklich. Hutter erklärt: "Im Staub stecken neben Hautschuppen von Menschen und Tieren auch Mikroorganismen wie Bakterien und Hausstaubmilben sowie jede Menge Chemikalien." Und die können Krankheiten und vor allem Allergien auslösen.

Deshalb solltet ihr mindestens einmal die Woche Staub saugen und vor allem: feucht wischen. Denn das ist immer noch das beste Mittel gegen den Staub. Der sammelt sich übrigens nicht nur unterm Bett, sondern setzt sich auch in der Matratze fest. Deshalb sollte man die alle zehn Jahre austauschen, rät der Experte.

Raumklima

Was wir bei all dem Wischen und Schrubben gern vergessen: Auch die Luft muss gereinigt werden. Ein schlechtes Raumklima wirkt sich auf unser Wohlbefinden aus und ist auch fürs Büffeln blöd, erklärt Hutter: "Die Anhäufung von CO2 führt dazu, dass man sich schlecht konzentrieren kann."

Um die abgestandene Luft durch frische zu ersetzen, muss man stoßlüften. "Die Fenster zu kippen, bringt vor allem Energieverlust. Der Luftwechsel ist dabei viel zu langsam." Stattdessen rät der Experte: Vier- bis fünfmal pro Tag die Fenster für fünf Minuten weit aufreißen. "Wenn es die Wohnung erlaubt, am besten einen Durchzug erzeugen."

Wovon Hutter dagegen dringend abrät, sind künstliche Luftauffrischer: "Duftspender beseitigen nicht die abgestandene Luft, sondern überdecken sie. Und sie bringen eine zusätzliche chemische Belastung in den Raum." Noch schlimmer: Räucherstäbchen und Duftkerzen. "Neben den chemischen Duftstoffen bläst man zusätzlich Feinstaub in die Luft. Definitiv keine gute Idee."

Toilette

Bei der WG-Toilette gibt es aus hygienischer Sicht zwei absolute No-Gos.

  • Erstens: Pinkeln im Stehen.
  • Zweitens: Auf Teppiche und Klovorleger um oder in der Nähe des Toilettenfußes solltet ihr verzichten. Denn die sind klassische Keim- und Bakterienfänger.

Beim Toilettenputzen selbst sollte man nicht nur im Klo feste schrubben, sondern auch drum herum den Boden reinigen. Zu Zurückhaltung rät Hutter bei den Putzmitteln: "Da gibt es scharfe Reiniger, mit denen man bis zum Abfluss alles desinfizieren kann. Das ist unnötig."


Der UNICUM Experte

Hans-Peter Hutter ist Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie und Oberarzt am Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien.

Artikel-Bewertung:

3.27 von 5 Sternen bei 269 Bewertungen.

Deine Meinung: