Movember
Bart tragen und drüber reden: Der Aktionsmonat will auf Männergesundheit aufmerksam machen. | Foto: StockRocket/Getty Images
Autor

15. Jul 2019

Elena Weber

Zündstoff

Movember: Zeigt her eure Bärte!

Movember: Lass dir Bart wachsen!

Der No – nein, der Movember ist da und statt ungemütliches Herbstwetter mit Regen und Wind bringt er uns: Barthaare. Und das noch mehr als üblich. Denn im Aktionsmonat Movember wird Bart getragen. Movember ist ein Kofferwort aus den Wörtern "moustache" (engl. für "Schnurrbart") und November und bezeichnet eine Aktion, die 2003 von einer Gruppe australischer Männer ins Leben gerufen wurde und bei der sich Männer im November einen Bart wachsen lassen. Das hat jedoch keinen modischen, sondern einen ernsten Hintergrund. Ziel ist es, durch das veränderte Aussehen zum Gespräch anzuregen und so mehr Aufmerksamkeit auf die Gesundheit von Männern zu lenken. Dabei geht es vor allem um Tabuthemen wie Prostata- oder Hodenkrebs. Doch auch die Erforschung von Depressionen und der Bipolaren Störung werden durch die eingenommenen Spenden gefördert.

Achtet auf euch, Männer!

Das Tragen des Bartes soll das Bewusstsein und Wissen über einige der schwerwiegendsten Gesundheitsprobleme von Männern erhöhen. Dazu gehören:

Prostatakrebs

Prostatakrebs ist die dritthäufigste Todesursache bei deutschen Männern. Er tritt auf, wenn sich einige Zellen der Prostata deutlich schneller als normal reproduzieren. Dadurch entsteht ein Tumor. Erfolgt keine Behandlung, können die Krebszellen auch entfernte Körperteile wie Lymphknoten oder Knochen befallen. Da diese Krebsart im frühen Stadium keine Symptome verursacht, eine frühzeitige Erkennung aber entscheidend für den Behandlungserfolg ist, sind Untersuchungen zur Früherkennung besonders wichtig.

Hodenkrebs

Hodenkrebs ist die am weitesten verbreitete Krebsart bei jungen Männern zwischen 25 und 45 Jahren, Männer zwischen 15 und 40 Jahren haben das höchste Risiko, an dieser Krebsart zu erkranken. Allerdings lässt sie sich gut behandeln – wenn sie frühzeitig erkannt wird!

Psychische Gesundheit

Obwohl psychische Erkrankungen zunehmen und auch gesellschaftlich immer mehr Aufmerksamkeit bekommen, sind sie vor allem bei Männern unterdiagnostiziert und werden häufig zu spät oder gar nie behandelt. Zudem fällt es gerade Männern oft schwer, sich jemandem anzuvertrauen.

Neben dem Aufklärungs- und Informationsgedanken geht es bei "Movember" auch darum, Männer dazu zu animieren, auf sich zu achten und sich nicht zu scheuen, darüber zu sprechen, wenn es ihnen schlecht geht oder ihnen etwas an ihrem Körper komisch oder verändert vorkommt. Nicht verdrängen, in der Hoffnung, es geht wieder weg, sondern darüber reden ist hier die Devise! Und genau das soll auch der "Mo", der Bart: Zu Gesprächen anregen und reale Veränderungen bewirken.

Movember: So wirst du ein "MoBro"

Die Teilnahme an der Aktion ist einfach: Du lässt dir bis Ende des Monats einen Oberlippenbart wachsen und dich zusätzlich auf der Webseite von "Movember" registrieren. Dort können dann Freunde, Familie und Bekannte in deinem Namen Geld spenden. Dieses wird für Prävention, Erforschung und Therapie von verschiedenen Krankheiten verwendet. Derjenige, der am meisten Geld sammelt, erhält einen Preis. Schummeln gilt übrigens nicht. Bevor du deinen Bart wachsen lässt, heißt es "Ran an den Rasierer" und glattrasieren. Und wild drauf loswuchern sollte es auch nicht. Es geht hier wirklich um den Schnurrbart. Und der braucht Pflege!

Beim ersten Movember vor fünfzehn Jahren nahmen 30 Australier an der Aktion teil. Bis heute haben sich auf der Webseite der für das Projekt gegründeten Stiftung über fünf Millionen Menschen weltweit registriert. In Deutschland wird der Aktionsmonat seit 2012 offiziell von der australischen Movember Foundation durchgeführt. Besonders verbreitet ist er zum Beispiel unter den Profis der deutschen Eishockeyliga. Movember startet am 1. November. Aber auch ein späterer Einstieg ist kein Problem.

Schon immer ein Gesprächsthema: Die Geschichte des Bartes

Der Bart war übrigens schon immer ein guter Aufhänger für Gespräche, denn auch unter kulturgeschichtlichen, politischen und individualpsychologischen Aspekten verfügt er über einen hohen Kommunikationswert. Während er in früheren Zeichen ein Symbol für Kraft und Männlichkeit, Weisheit oder Autorität war und einen eher kultischen Charakter mit vielen religiöse Komponenten besaß, ist er für uns heute vor allem Ausdruck von Individualität und Mode.

Die Art, wie der Bart getragen wurde und wird, ist von Kultur zu Kultur und auch von Epoche zu Epoche sehr verschieden. Grundsätzlich wurde mit Bärten schon alles gemacht: Sie wurden geschnitten, geformt, geflochten, gedreht, gelockt, parfümiert, geölt, mit Goldstaub bestreut oder mit Goldfäden und Ersatzhaar ergänzt. Darüber hinaus ist er auch ein sexuelles Symbol. Ein kräftiger Bartwuchs galt als männliches Körpersignal für sexuelle Dominanz. Und er war ein Privileg des freien Mannes. Als Zar Peter der Große den Kosaken Bart und Haare nach westlichem Vorbild stutzen wollte, kam es gar zur Rebellion.

Ein Bruch mit Idealen: Der Damenbart

Gesellschaftlich weitaus weniger akzeptiert ist der Damenbart. Nicht erst bei uns gilt er modisch als absolutes No-Go. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden bärtige Frauen in so genannten Kuriositätenkabinetten, auch bekannt als "Freak Shows", vorgeführt. Die mexikanische Malerin Frida Kahlo hingegen hat ihre Gesichtsbehaarung sowie die dicht zusammengewachsenen Augenbrauen bei ihren Selbstporträts stets mitgezeichnet –  sogar oft viel ausgeprägter als sie es tatsächlich waren. Aus diesem Bruch mit traditionellen Schönheitsidealen hat sie ihr Markenzeichen entwickelt. Gleiches gilt für Conchita Wurst, die mit ihrem Bart ebenfalls für Gesprächsstoff sorgte – und damit sogar Geschlechtergrenzen brach.

So pflegst du deinen Schnauzer:

  • Nicht zu früh stutzen, sonst verschneidest du die Form!
  • Rasiere während deiner täglichen Rasur alles ab, was nicht Schnurrbart ist oder werden soll. Für die erforderliche Präzision haben viele Systemrasierer spezielle Konturenklingen.
  • Dein Schnurrbart ist ein paar Tage gewachsen? Jetzt beginnt die Pflege! Hierbei ist vor allem eine ständige Konturenschärfung wichtig. Denn Barthaare wachsen unterschiedlich schnell, was schnell ungepflegt aussehen kann. Trimme deinen Schnäuzer mit Trimmer und/oder Bartschere daher alle zwei bis drei Tage auf die gewünschte Länge – und das immer im trockenen Zustand!
  • Auf Länge gebracht musst du deinen Schnurrbart noch in die endgültige Form bringen. Davon gibt es viele, überlege dir also am besten schon vorher, wie du den Bart tragen möchtest: Einen sehr schmalen, dünnen Schnurrbart mit kleinem Abstand zur Oberlippe, wie Schauspieler Clark Gable ihn einst trug? Einen markanten Walrossbart wie Ex-Handballnationaltrainer Heiner Brand? Oder darf es, etwas extravaganter, der Zwirbelbart im Stile Kaiser Wilhelms sein?
  • Für ausgefallene Zwirbel-Styles benötigst du Drehbürste und Pomade. Den einfachen Schnauzer kämmst du einfach mit einem Bartkamm oder einer alten Zahnbürste.
  • Für Bärte aller Art gilt: Erst mit mildem Shampoo waschen, dann stylen!

Loading...

Loading...

Artikel-Bewertung:

3.15 von 5 Sternen bei 172 Bewertungen.

Passende Artikel

Deine Meinung: