Oxfam Bericht 2018
Die Hilfsorganisation Oxfam klagt soziale Ungleichheit an | Foto: Max Kaharlytskyi/Unsplash
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23. Jan 2018

Nina Weidlich

Zündstoff

Reich bleibt reich: Oxfam-Bericht zur sozialen Ungleichheit

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Alle zwei Tage ein neuer Milliardär

Die Reichen sind zu reich, die Armen zu arm. Die Ergebnisse der Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam überraschen nicht wirklich. Trotzdem sollte uns das nicht langweilen, sondern wachrütteln: Denn wir alle nehmen die soziale Ungerechtigkeit gewissermaßen hin, indem wir billige Kleidung kaufen oder zu Spottpreisen in Hotels übernachten, die von unterbezahlten Kräften gereinigt werden.

Die Zahlen von Oxfam zeigen: 2017 gab es insgesamt 2.043 Dollar-Milliardäre, jeden zweiten Tag ist ein neuer hinzugekommen – das sind so viele wie nie zuvor. Laut der Organisation gingen außerdem 82 Prozent des erwirtschafteten Vermögens an das reichste Prozent der Bevölkerung. Genug Geld, um extreme Armut gleich sieben Mal zu beenden, schreibt Oxfam in ihrem aktuellen Bericht "Reward Work, not Wealth".

Viele Zahlen, die zum Teil kritisiert wurden, da sie die Verhältnisse falsch wiedergeben würden und damit irreführend seien. Andere finden: Um das globale Ungleichgewicht aufzuzeigen, sind diese Ergebnisse allemal geeignet.

Auch in Deutschland ist die Kluft zwischen Arm und Reich groß

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat ebenfalls aktuelle Zahlen veröffentlicht. Die zeigen, dass soziale Ungleichheit nicht nur "woanders" ein Problem ist. Auch hier besitzen die 45 reichsten Personen so viel wie die ärmsten 50 Prozent der Bevölkerung. Eine Analyse des Datenanbieters Bloomberg hatte Anfang Januar bereits ergeben, dass ein Vorstandsvorsitzender eines deutschen Großunternehmens das 136-Fache von dem verdient, was ein gewöhnlicher Angestellter bekommt.

Oft sind es nicht nur Talent, Risikobereitschaft oder besondere Anstrengung, die die Superreichen super reich machen: Zwei Drittel des Milliardärs-Vermögens sind laut Oxfam auf Erbschaften, Monopole oder "Vitamin B" zurückzuführen.

Oxfam fordert: Weniger Steuertricks und mehr soziale Gerechtigkeit

Als Ursache für dieses Ungleichgewicht beklagt die Hilfsorganisation vor allem Steueroasen, unfaire Einkommen und zu wenig Investitionen in Bildung und Gesundheit. Auch die Ungleichstellung der Frau ist überall auf der Welt noch immer ein Thema.

Neben der Gender Pay Gap, die auch in Deutschland häufig diskutiert wird, gibt es laut Bericht auch einen "Wealth Pay Gap" – dieser fällt laut Oxfam sogar noch viel größer aus. Unter dem Motto "Creating a Shared Future in a Fractured World" wollen die Veranstalter des Weltwirtschaftsforums diese Probleme jetzt in Davos angehen.

Oxfam-Bericht: Die Ergebnisse im Überblick

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