Studierende in Hörsaal
Studieren bildet dich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich. Foto: Fotolia/Gorodenkoff

Lerntipps

20.07.2018

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14. Nov 2018

Studium A-Z

Persönlich weiterentwickeln

Das lernst du im Studium fürs Leben

Selbstständigkeit

Mit Hotel Mama und festgelegten Stundenplänen ist jetzt Schluss. Im Studium lernst du auf eigenen Beinen zu stehen und wichtige Dinge selbst zu organisieren.

Die erste eigene Wohnung

Viele ziehen für das Studium zuhause aus und in die erste eigene Wohnung. Schnell merkst du, dass das nicht nur gute Seiten hat. Schließlich musst du dich ab sofort selbst darum kümmern, dass der Kühlschrank gefüllt ist, mittags Essen auf dem Tisch steht und dass sich immer saubere Wäsche in deinem Kleiderschrank befindet.

Außerdem lernst du außerhalb von Hotel Mama, dich um die Instandhaltung deiner Wohnräume zu kümmern – und wenn das nur heißt, dass du bei deinem Vermieter fällige Reparaturen anmeldest oder dass du in Absprache mit ihm manche Angelegenheiten auch selbst angehst.

Insgesamt baust du in deiner ersten eigenen Wohnung wichtige Skills in Bezug auf Haushaltsführung und handwerklichen Arbeiten aus und bist somit schon bald nicht mehr auf die Hilfe deiner Eltern angewiesen.

Organisieren und planen im Studialltag

Das Gute am Studium: Du kannst dir deine Zeit frei einteilen. Das Schlechte am Studium: Du kannst dir deine Zeit frei einteilen. Es gibt keinen festen Tagesablauf, du allein hast das in der Hand und niemand sagt dir, was du wie zu tun hast. Das stellt dich vor die große Herausforderung, zum Selbstmanager zu mutieren und deinen Alltag plus Studium allein zu organisieren.

Aufgabenblätter bearbeiten, wissenschaftliche Texte durcharbeiten, die Inhalte der Veranstaltungen nacharbeiten – in einer normalen Uni-Woche gibt es einige Aufgaben zu erledigen. Dazu kommen im Laufe des Semesters noch Referate, die du ausarbeiten und vorbereiten musst. Und spätestens gegen Ende des Semesters musst du für deine Prüfungen lernen und dir Gedanken um deine Hausarbeiten machen.

Um das alles (fristgerecht) zu schaffen und nicht jedes Semester aufs Neue in großen Stress zu verfallen, ist gute eine Planung und Organisation das A und O. Anfangs wird dir das wie eine unüberwindbare Hürde vorkommen. Doch mit der Zeit hast du den Dreh raus, wie du deinen Studialltag am besten strukturierst.

Erstelle dir eine Art Wochenplan, auf dem einträgst, was du wann erledigen kannst und wie viele Stunden du am Tag dafür einplanst. Alternativ können auch tägliche Rituale wie „samstags wird geputzt“ und „mittwochs erledige ich die Aufgabenblätter“ dabei helfen, alles unter einen Hut zu kriegen.

Prioritäten setzen und verantwortungsvoll handeln

Der beste Plan nutzt nichts, wenn du dich nicht daran hältst. Klar ist es viel spaßiger, jede Woche feiern zu gehen und neue Leute kennen zu lernen, als am Schreibtisch zu sitzen und Sachen für die Uni zu erledigen. Doch mit dieser Haltung wirst du deine Prüfungen nicht bestehen und auf Dauer auch finanziell nicht über die Runden kommen. Es geht im Studium daher auch immer wieder darum, vernünftig zu entscheiden, welche Dinge zurzeit wirklich Priorität haben und erledige sie zuerst.

Die richtigen Entscheidungen treffen

Das Studium ist so ziemlich die entscheidungsreichste Zeit im Leben. Das reicht von der Wahl darüber, was in deinem Einkaufswagen landet, welchen Handyvertrag du abschließt bis hin zum Entschluss, in welche Wohnung du ziehst.
Auch in Bezug auf das Studium hast du viele Entscheidungen zu treffen. Das fängt schon mit der Wahl deines Studienfaches und deiner Unistadt an und geht bis zu der Frage, welches Thema für deine Abschlussarbeit das Beste ist.

Egal, was gerade ansteht: Es ist nicht immer leicht, Dinge allein zu entscheiden. Das Problem bei der Entscheidungsfindung ist oft, dass man eine zu große Auswahl an Möglichkeiten hat oder zu sich zu viele Informationen einholt, weil man nichts falsch machen möchte. Klar solltest du dich bei wichtigen Entscheidungen gründlich informieren, es aber auch nicht übertreiben.

Es hilft aber, auf dein Bauchgefühl zu hören und für dich zu überlegen, mit welcher Entscheidung du dich wohler fühlst anstatt zu lange zu grübeln. Die großen Entscheidungen kann dir niemand abnehmen. Daher gehört es zum Erwachsenwerden dazu, über gewisse Dinge selbst zu entscheiden und damit selbst über das eigene Leben zu bestimmen. Dabei gilt stets die Devise: Eine falsche Entscheidung ist immer noch besser als am Ende überhaupt keine Entscheidung zu treffen.

Selbstbewusstsein

Im Laufe des Studiums wirst du dir über eigene Stärken und Schwächen bewusster, nicht nur was das Wissen, sondern auch was die persönlichen Fähigkeiten anbelangt. Dies kannst du dazu einsetzen, um mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Den eigenen Fähigkeiten vertrauen

Die erste Zeit an der Uni kann ganz schön hart sein. Du fühlst dich wie damals in der fünften Klasse: Du irrst auf der Suche nach deinem Seminarraum durch die Gänge, hast generell noch wenig Plan von den Inhalten deines Studienfaches und keine Ahnung, wie du die Anforderungen der Uni erfüllen, dich gleichzeitig um deine Wohnung kümmern und soziale Kontakte pflegen sollst.

Doch im Laufe des Studiums blüht dein Selbstbewusstsein im wahrsten Sinne auf: Du lernst die unitypischen Abläufe und Gepflogenheiten kennen und gewinnst immer mehr an Sicherheit. Auch, was dein Studienfach angeht. Hast du dich erst einmal durch die ersten Semester durchgeboxt, wirst du in deinen Prüfungen und anderen geforderten Studienleistungen schon bald erste Erfolge erzielen – ein großer Boost für dein Selbstbewusstsein.

Während deines Studiums wirst du aber auch feststellen, dass es nicht alleine darum geht, die Inhalte deines Studienfaches auf dem Schirm zu haben, denn für ein erfolgreiches Studium sind Fähigkeiten notwendig, die zunächst wenig mit der Uni zu tun haben. Dazu gehören Selbstdisziplin, eine schnelle Auffassungsgabe, die Fähigkeit, mit anderen zusammenarbeiten und sich organisieren zu können sowie ein gutes Zeitmanagement.

Sicheres Auftreten

Im Studium wirst du immer wieder mit Situationen konfrontiert, die dich an deine Grenzen bringen. Das kann etwa ein hohes Lern- und Arbeitspensum sein, eine extreme Nervosität beim Vortragen von Referaten oder auch Prüfungsstress. Prüfungsangst ist ein Problem, mit dem sich viele Studierende auseinandersetzen müssen. Dabei gibt es verschiedene Strategien, wie sich diese Angst bewältigen lässt. Achte darauf, vor und während der Prüfung tief und regelmäßig zu atmen. Das beruhigt und unterdrückt somit die Angst.

Auch im späteren Berufsleben kommt man immer wieder in eine Lage ähnlich einer Prüfungssituation, etwa, wenn eine Präsentation im Meeting ansteht. Mit der passenden Strategie kannst du auch diese Situationen souverän und selbstbewusst meistern.

Schwächen zulassen oder daran arbeiten

Jeder von uns hat Schwächen. Daran ist erst einmal nichts Schlimmes, schließlich zeugt es von einem guten Selbstbewusstsein, wenn man sich seiner Schwächen bewusst ist. Allerdings gibt es ein paar Schwächen, die in Zusammenarbeit mit anderen Menschen negativ auffallen. Wer etwa bei Referatstreffen ständig zu spät kommt oder auf den letzten Drücker absagt, macht sich bei seinen Kommilitonen nicht gerade beliebt – auch später im Berufsleben kommen Eigenschaften wie Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit nicht gut an. An solchen Schwächen solltest du also lieber schon während des Studiums arbeiten. 

Aus Fehlern lernen

Du hast zu spät angefangen, für die Prüfungen zu lernen und hast jetzt nur noch wenige Tage, um dir den Stoff des ganzen Semesters einzuprägen? Du bist fast nie im Seminar gewesen und hast keinen Plan mehr vom Stoff? Diese und andere Fehler sind bei Studenten nicht ungewöhnlich. Das bedeutet aber nicht, dass du die Dinge im nächsten Semester so weiterlaufen lassen sollst.

Vielmehr geht es darum, aus Fehlern zu lernen, indem du erkennst, was aus welchen Gründen schiefgelaufen ist und wie du es beim nächsten Mal besser machen kannst. Diese Erkenntnisse, die du aus solchen Situationen ziehst, machen dich klüger und selbstbewusster, weil du danach weißt, wie man die Dinge besser angehen kann.

Arbeitstechniken

Bist du eher ein Teamplayer oder ein Einzelkämpfer? Hast du Führungsqualitäten oder ordnest du dich lieber unter? Bei vielen Aufgaben im Studium zeigt sich, welche Art zu arbeiten am besten zur eigenen Persönlichkeit passt. Wer ein bestimmtes Ziel vor Augen hat, kann in dieser Zeit auch konkret an dafür notwendigen Fähigkeiten arbeiten.

Aufgaben delegieren lernen

Ähnlich wie in der Schule, werden auch in den Seminaren an der Uni hin und wieder Gruppenarbeiten aufgetragen. Dabei geht es meist darum, nach einer bestimmten Vorbereitungszeit die Ergebnisse der Aufgaben für den ganzen Kurs zu präsentieren. Das funktioniert in der Regel nur dann, wenn sich einer zum Gruppenchef erklärt, der die Aufgaben an die Gruppenmitglieder verteilt, sodass die Gruppe insgesamt die verfügbare Zeit effektiver nutzen kann.

Projekte organisieren

An jeder Uni gibt es im Semester ein oder mehrere Projekte, die für und von Studenten organisiert und durchgeführt werden. Teils finden diese Projekte im freiwilligen Rahmen statt und laufen neben dem Studium. Je nach Studiengang gehören Projekte auch einfach zu den Leistungsanforderungen des Studiums, ähnlich wie Hausarbeiten schreiben oder eine mündliche Prüfung ablegen.

Diese Projekte sind entweder als Gruppen- oder als Einzelarbeiten angelegt. Es handelt sich dabei meist um Forschungsprojekte, die ein Thema des Studiengangs untersuchen. Das können etwa Projekte in Form von computertechnischen oder maschinellen Konstruktionen oder Experimente zu Rezeption von Bildern, zur Wahrnehmung oder zur Reaktion auf Stresssituationen sein. 

In jedem Fall werden sie – unter der Leitung eines Dozenten – von Studenten organisiert und durchgeführt. Für einen reibungslosen Ablauf ist eine klare Strukturierung erforderlich. So erhältst du bei der Durchführung eines solchen Projektes Skills in Sachen Organisation und Projektmanagement, die dir später von Vorteil sind, wenn du in deinem Wunschberuf eine Führungsposition anstrebst.

Verantwortung für ein Team übernehmen

An der Uni kannst du deine Führungsqualitäten auch auf andere Weise ausbauen. Etwa dadurch, dass du Uniführungen für Erstsemester anbietest oder als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Lehrstuhl im Rahmen eines Forschungsprojektes eine Gruppe von Hiwis betreust.

In jeden Fall bist du für eine Gruppe zuständig und übernimmst die volle Verantwortung. Diese Praxiserfahrung kommt dir zugute, wenn du später einmal im Beruf Teamleiter sein möchtest oder sogar der Chef eines Unternehmens.

Eine Gruppe motivieren

Wenn es zu deinem Traumberuf gehört, eine Gruppe von Mitarbeitern zu leiten, solltest du einige Eigenschaften mitbringen, um deine Aufgabe gut meistern zu können. Denn ein Team zu leiten, verlangt dir bestimmte Fähigkeiten ab. Dazu gehört die Fähigkeit, innerhalb des Teams Aufgaben zu delegieren und Ziele vorzugeben – auch, wenn das nicht jedem Teammitglied so passt.

Dementsprechend brauchst du ein starkes Selbstbewusstsein und solltest kein Problem damit haben, anderen eine Richtung und bestimmte Herangehensweise vorzugeben. Als Teamleiter musst du dein Team aber auch motivieren können. Das bedeutet, dass du selbst nie die Begeisterung für das aktuelle Projekt verlierst und andere mit deiner Begeisterung anstecken kannst.

Die Fähigkeit, andere auch für unangenehme Aufgaben zu begeistern oder sie über einen längeren Zeitraum für etwas zu motivieren, kannst du schon an der Uni perfektionieren. In Referats-, vor allem aber in Lerngruppen brauch man immer den einen, der die Gruppe zusammen- und die Motivation aufrechterhält.

Zeitvorgaben einhalten

In vielen Berufen kommt es darauf an, Projekte oder Aufgaben rechtzeitig bis zu einem bestimmten Termin fertig zu bekommen und die Zeitvorgaben einzuhalten. Oftmals geht es dabei um Angelegenheiten von oder für Kunden. Solche Deadlines gibt es schon an der Uni, etwa die festgelegten Prüfungstermine oder das Abgabedatum für Haus- und Abschlussarbeiten.

Während deiner Zeit an der Uni hast du also immer wieder Gelegenheit dazu, dein Zeitmanagement zu verbessern und so Projekte und Arbeiten nicht erst in der Nacht vor der Abgabe fertigzustellen und früh genug mit den Prüfungsvorbereitungen anzufangen anstatt drei Tage vorher in Panik zu verfallen und die Prüfung zu versemmeln.

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