Präsentation Fallen
Wer sich gut vorbereitet, kann selbstbewusst vortragen | Foto:Thinkstock/olga

Lerntipps

 

Lerngruppe Studium

Lerngruppe: Effektiv gemeinsam lernen

Manchem Lernstoff näherst du dich besser nicht allein, sondern in Lerngruppen. Doch wer gemeinsam lernen möchte, muss ein paar Fallen umschiffen. UNICUM erklärt, wie ihr ... mehr »

Autorenbild

29. Nov 2013

Henning Lobin

Uni-Orga

Präsentation: Die 4 größten Fallen

Tipps für den Vortrag im Studium

Präsentations-Falle 1: Folien über alles

Präsentationsprogramme verleiten dazu, das Zeigen der Folien als fertige "Aufführung" zu verstehen. Diese besteht aber neben den Inhalts-Folien aus der Rede und dem Verhalten des Vortragenden. Alles drei muss ineinandergreifen, damit die Präsentation als Ganzes wirkt. Überleg dir also auch, wann du die Folien links liegen lässt und nur sprichst.

Gerade am Anfang, am Ende und zwischen den Hauptabschnitten solltest du in freier Rede eine Verbindung zum Publikum herstellen. Dies kannst du dadurch unterstützen, dass du währenddessen eine leere schwarze Folie einblendest. Die Präsentation wirkt viel besser, wenn sich Rede und Folie sinnvoll ergänzen. Es muss nicht alles, was du sagst, auf Folien zu lesen sein. So erscheinst du dem Publikum nicht wie ein Sklave deiner eigenen Präsentation.

Präsentations-Falle 2: Prinzipien der Wahrnehmung verletzen

Für die Gestaltung der Folien gilt: "Form follows function". Setze Schriftmerkmale, Farbe, Form und Grafik nur dann ein, wenn du genau sagen kannst, warum. Beachte grundlegende Gestaltungsprinzipien:

  • Was zusammensteht, gehört auch inhaltlich zusammen
  • Größeres erscheint wichtiger als Kleineres
  • Zentriertes wichtiger als Informationen am Rand.

Gestalte alles gleich, was inhaltlich die gleiche Funktion hat. Das bedeutet zum Beispiel, dass Überschriften immer in genau der gleichen Schriftgröße, -typo und Positionierung erscheinen sollen. Die Zuschauer sollen nicht darüber nachdenken müssen, was du wohl gemeint haben könntest, wenn sich etwas verändert. Stattdessen sollen sie sich ganz auf den Inhalt konzentrieren können. Hilf ihnen dabei auch, indem du den Aufbau der Präsentation klar vermittelst, etwa durch Gliederungsfolien.

Präsentations-Falle 3: Bleiwüsten verursachen

Präsentationen leben durch das Visuelle. Wenn du nur Text auf den Folien hast, fehlt das Entscheidende. Dass es bei deinem Thema angeblich nichts zu zeigen gibt, gilt nicht als Entschuldigung. Recherchiere im Netz nach Bildern zum Thema. Auch abstrakte Inhalte werden durch schematisierte Darstellungen zugänglicher. Überleg dir dabei, was die zentrale Aussage deiner Präsentation ist und mit welcher visuellen Metapher diese ausgedrückt werden kann.

Verzichte aber auch nicht auf Beispiele, denn sie fördern nicht nur das Verständnis, sondern lassen sich auch besser bildlich umsetzen als Allgemeines. Aber auch hier gilt: keine Bilder ohne Funktion! Reine Verzierungen sind verboten. Bilder wirken sehr direkt, wenn du sie ohne Rahmen und Überschrift auf einen schwarzen Hintergrund setzt.

Präsentations-Falle 4: Rätselhafte Bewegungen

Animationen sind eine tolle Sache, denn durch sie können Prozesse eingängig visualisiert werden. Aber auch hier gilt: Alles muss eine Funktion haben und in der Präsentation sinnvoll sein. Lass ein Textstück nicht von der Seite auf die Folie fliegen, blinken oder hüpfen. Wenn etwas erscheinen soll, wähle wenig spektakuläre Animationen.

Wirkungsvoll können auch Animationsketten sein: Ba Schaubilder nach und nach auf, wobei du bei jedem Klick genau inszeniert, was passieren soll. Pfeile können in Pfeilrichtung "hineinwischen", Beschriftungen langsam erscheinen. Und auch für Folienübergänge gilt: Sie müssen sinnvoll sein. Durch Blenden über Schwarz kann etwa ein Abschnittswechsel angezeigt werden, durch Überdecken ein Exkurs. In einer normalen Foliensequenz aber solltet du schlichte Übergänge wählen.

Artikel-Bewertung:

3.12 von 5 Sternen bei 242 Bewertungen.

Deine Meinung: