Organisation Bachelorarbeit
Nicht zu lange in den Büchern vergraben, nimm dir Zeit zum Schreiben! | Foto: Unsplash/Janko Ferlic
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06. Apr 2017

Melanie Schröder

Prüfungstipps

So überlebst du die Bachelorarbeit!

Nutz Hausarbeiten als Übung

Schon im Verlauf des Studiums kannst du dich auf die Abschlussarbeit vorbereiten. Nimm so oft wie möglich die Übung des wissenschaftlichen Arbeitens mit der Hausarbeit wahr. Hier tastest du dich an das richtige Zitieren und die Fußnotensetzung heran und bekommst wertvolles Feedback von deinen Dozenten.

In der Regel hat jeder Studiengang einen eigenen Leitfaden für das wissenschaftliche Arbeiten, an dem du dich orientieren kannst. So wirst du mit jedem Semester besser, bevor du dich an das große Abschlussprojekt wagst. Denn eine Bachelorarbeit ist im Prinzip nichts anderes als eine längere Hausarbeit.

Fass frühzeitig einen Forschungsgegenstand ins Auge

Warte besser nicht zu lange mit der Wahl deines Themas. Schon ein knappes Jahr vor der geplanten Abgabe der Arbeit kannst du mit den ersten Vorbereitungen anfangen. Am besten wählst du einen Forschungsgegenstand aus, mit dem du dich in einem früheren Seminar schon einmal befasst hast.

Doch Vorsicht: Ein Thema, dass du bereits in einer Hausarbeit bearbeitet hast, darf in der Regel nicht für die Bachelorarbeit verwendet werden. Mit genügend Vorlauf kannst in Ruhe darüber nachdenken, ob sich eine spannende Arbeitshypothese oder Forschungsfrage aus deinem favorisierten Untersuchungsgegenstand ableiten lässt. Außerdem lässt du dir genug Spielraum, um das Thema vielleicht noch einmal zu wechseln.

Such dir rechtzeitig eine/n Betreuer/in für deine Bachelorarbeit

Ungefähr ein halbes Jahr im Voraus sollte man ein paar Dozenten per Mail anschreiben und das grobe Thema der Arbeit vorstellen. Zum einen deshalb, weil dein anvisiertes Thema auch abgelehnt werden könnte, zum anderen, weil du vielleicht länger für die Suche einplanen musst.

Was viele nicht wissen: Auch die Zweitbetreuung wird von den Studierenden ausgesucht! Nicht immer sagen beide Betreuer sofort zu. Daher lohnt es sich, auch für die Suche genügend Zeit einzuplanen. Prüfungsberechtigt sind übrigens nur habilitierte Professor/innen. Dozenten, die "nur" einen Doktortitel oder einen Masterabschluss besitzen, scheiden damit leider von vorneherein aus. 

Triff Absprachen schon bevor du die Arbeit anmeldest!

Schon lange bevor du die Bachelorarbeit offiziell anmeldest und dein Bearbeitungszeitraum – meistens 8 Wochen – abläuft, kannst du dich mit deiner Erstbetreuung absprechen. Gemeinsam erarbeitet ihr ein Konzept, eine Gliederung, konkretisiert die Arbeitshypothese oder ändert diese noch einmal ab.

So beginnst du also schon ein paar Wochen vor der Anmeldung mit dem Einlesen in die Forschungsliteratur. Außerdem kannst du dir schon mal einen passenden Titel für deine Arbeit überlegen. Dieser wird bei der Anmeldung festgelegt und kann danach nicht mehr geändert werden! Daher solltest du einen möglichst vagen Titel wählen, der keinen Bezug auf das Ergebnis der Bachelorarbeit nimmt. Damit lässt du dir die Möglichkeit offen, eventuell zu einem anderen Arbeitsergebnis zu gelangen, als zunächst angenommen.

Der Bearbeitungszeitraum läuft

Die ersten zwei Wochen nach der Anmeldung dürfen noch für das Einlesen in die Sekundärliteratur verwendet werden. Spätestens die restliche Zeit sollte dann aber mit dem Schreiben der Bachelorarbeit verbracht werden.

Dieser am Anfang unglaublich groß erscheinende Haufen Arbeit lässt sich am besten in kleinen Schritten bewältigen. Strukturiere deinen Tag mit festen "Schreibzeiten" und setze dir ein Tagesziel. So könntest du beispielsweise festlegen, pro Tag ein kleines Unterkapitel samt Fußnoten fertigzustellen. Denn bei kleinen Erfolgserlebnissen bleibt man motivierter.

Außerdem solltest du zum Schluss noch ca. zwei Wochen für die Korrektur einplanen. Je mehr "Zeitraum-Puffer" du zum Schluss hast, desto besser.

Professionelles Lektorat oder Korrekturlesen von deinen Kommilitonen?

Wenn man seine fertige Arbeit vor sich liegen hat, sollte man überlegen, ob man es sich leisten kann, sie professionell lektorieren zu lassen. Dieser Service kostet bei 40-50 Seiten ca. 80-100 Euro. Zudem ist die Kompetenz der meist freiberuflichen Lektor/innen schwer überprüfbar. Oft erfolgt der Kontakt ausschließlich per Mail. Daher solltest du dir am besten von deinen Professoren jemanden empfehlen lassen.

Falls du so viel Geld aber gerade nicht übrighaben solltest, könnest du auch einfach erfahrene Studierende um Hilfe bitten. Manchmal kann es auch helfen, eine Person um Rat zu fragen, die sich nicht mit deinem Themengebiet auskennt. Denn während des wissenschaftlichen Arbeitens bekommt man häufig einen "Tunnelblick". Dieser führt oft zu logischen Fehlern oder Fehlinterpretationen, die leichter von einer außenstehenden Person erkannt werden können.

Bachelorarbeit binden lassen

Der letzte Gang geht nun in den Copy-Shop. Hier hast du meistens die Auswahl zwischen Ring- oder Leimbindung sowie dem Hardcover. Die Ringbindung ist dabei an vielen Universitäten am wenigstens akzeptiert. Deshalb solltest du dich vorher mit deinem Erstgutachter oder deiner Erstgutachterin absprechen, um herauszufinden, welche Bindung bevorzugt wird.

Bei einer Leimbindung sollte das Drucken und Binden der Bachelorarbeit in dreifacher Ausführung nicht mehr als 25-30 Euro kosten. Ein Preisvergleich unter verschiedenen Copy-Shops kann sich lohnen, da die Preise zum Teil sehr deutlich schwanken.

Geschafft!

Wenn du die Bachelorarbeit eingereicht hast, gönn‘ dir mal wieder was! Auch wenn dir noch Prüfungen bevorstehen: Leg eine Lernpause ein und belohne dich. Zum Beispiel mit einem entspannten Abend mit Freunden, die du während der heißen Phase deines Schaffens vernachlässigt hast.

Und das oberste Gebot lautet: Schau dir die Bachelorarbeit nicht mehr an, bevor diese benotet wurde! Es besteht die Gefahr, dass du noch ein paar kleinere Fehler findest, die dich nur unnötig aufregen werden. Da du aber nach der Abgabe der Arbeit ohnehin nichts mehr ändern kannst, spar dir lieber den überprüfenden Blick und sei stolz auf dich: Den ersten akademischen Abschluss hast du schon fast in der Tasche!

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