Richtig zitieren
Beim Schreiben deiner Hausarbeit solltest du auf die Zitate achten! | Foto: luminatstock/Getty Images
Autor

21. Jan 2019

Marvin Kesper

Hausarbeit & Co.

Richtig zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten

Das solltest du dabei beachten!

Wozu überhaupt zitieren?

Um deiner Arbeit den wissenschaftlichen Charakter zu verleihen, musst du Zitate einbauen. Mit ihnen belegst du deine Aussagen und zeigst, dass du für deine neuen Erkenntnisse auf das Vorwissen von anderen zurückgegriffen hast. Das ist auch zwingend notwendig, denn solltest du das, was andere herausgefunden haben, in deine Arbeit einbauen ohne darauf aufmerksam zu machen, dass es nicht von dir stammt, ist es ein Plagiat und damit Diebstahl geistigen Eigentums. Das kann dazu führen, dass du deine Arbeit nicht bestehst.

Harvard oder deutsche Zitierweise

Zum Zitieren gibt es verschiedenste Zitierweisen. Die in Deutschland verbreitetsten sind die Harvard und die deutsche Zitierweise. Oft darfst du dir aussuchen, welche Zitierweise du verwendest. In manchen Fällen wird sie dir aber auch vom Korrektor vorgegeben. Wichtig ist nur, dass du durchgehend nur eine Zitierweise in deiner Hausarbeit verwendest und nicht zwischen den verschiedenen wechselst.

Deutsche Zitierweise

Bei der deutschen Zitierweise kennzeichnest du Zitate mit einer Fußnote. Die hochgestellte Zahl hinter dem Zitat findet sich dann am Fuße der Seite wieder. Dahinter verweist du auf die Quelle mit einer kompletten Literaturangabe, indem du den Name des Autors, den Titel des Buches, Auflage, den Ort, das Erscheinungsjahr und die Seitenzahl angibst. Wenn du direkt hintereinander die gleiche Quelle zitierst, musst du in der Fußnote nicht nochmal die komplette Literaturangabe machen. Hier kannst du dann mit Autorenname, Titel und Seitenzahl abkürzen.

Zitieren nach Harvard

Im Gegensatz zur deutschen Zitierweise ist die Harvard-Zitierweise kürzer und wird direkt in den Text integriert. Um auf deine Quelle zu verweisen, gibst du in Klammern direkt hinter dem Zitat eine kurze Literaturangabe mit Autorenname, Jahreszahl und Seitenzahl. Die vollständige Literaturangabe erfolgt dann erst im Literaturverzeichnis am Ende deiner Arbeit. Wenn du die gleiche Quelle mehrmals direkt hintereinander zitierst, ohne, dass ein Zitat aus einer anderen Quelle dazwischen liegt, genügt eine Quellenangabe mit einem in Klammern gesetzten "ebenda". Von manchen wissenschaftlichen Arbeitern wird die Harvard-Zitierweise aufgrund ihrer Einfachheit, teilweise als unvollständig angesehen. Allerdings unterbricht sie nicht den Lesefluss, wie die deutsche Zitierweise, bei der der Leser immer an das Ende der Seite springen muss, um die Quellenangabe zu lesen. Am besten ist es also, wenn du im Vorfeld mit deinem Korrektor darüber sprichst, welche Zitierweise für deine Arbeit die Beste ist.


Zitierarten richtig zitieren Bücher


Richtig zitieren mit verschiedenen Zitatarten

Wenn du dich für eine Zitierweise entschieden hast, geht es jetzt ans Textschreiben. In deiner Arbeit kannst du verschiedene Arten von Zitaten einbauen. Welche Zitatarten es gibt und wann du welche anwenden solltest, erklären wir dir.

Direktes Zitat

Bei einem direkten Zitat übernimmst du wortwörtlich eine Aussage aus einer Quelle. Diese Aussage setzt du in Anführungszeichen und versiehst sie, je nach Zitierweise, mit der richtigen Quellenangabe. Wichtig ist, dass du das Zitat komplett unverändert übernimmst, sogar mit möglichen Rechtschreibfehlern. Fehler, die du aus der Quelle übernimmst, werden mit [sic] gekennzeichnet, was auf Latein "so lautet die Quelle" bedeutet. Damit signalisierst du deinem Korrektor, dass der Fehler nicht von dir stammt, sondern du ihn so original aus der Quelle übernommen hast. Direkte Zitate können sowohl einzelne Worte, als auch längere Passagen sein. Sollten sie sich über mehr als drei Zeilen erstrecken, werden sie für bessere Lesbarkeit eingerückt. Du kannst direkten Zitaten auch etwas hinzufügen oder Teile auslassen. Hinzugefügte Wörter werden von dir dann in eckige Klammern gesetzt. Ausgelassene Wörter werden durch [..] ersetzt und mehrere ausgelassene Wörter durch [...]. Du musst nur aufpassen, dass du durch ausgelassene oder hinzugefügte Wörter nicht den Sinn des Zitates verfälschst. Das wäre ein grober Verstoß gegen die Zitierregeln. Zitierst du direkt aus einer fremdsprachlichen Quelle, musst du das Zitat übersetzen, außer es handelt sich um ein englisches Zitat. Generell gilt, dass du mit direkten Zitaten eher sparsam umgehen solltest. Du solltest nur direkt Zitieren, wenn das Zitat sehr aussagekräftig ist und du es mit deinen eigenen Worten nicht besser sagen kannst. Wenn du in deiner Arbeit einfach nur direkt Zitate aneinander reihst, gilt das nicht als Eigenleistung und wird dementsprechend bewertet.

Indirektes Zitat

Eine viel größere Eigenleistung leistest du, wenn du indirekt zitierst. Hierbei greifst du zwar auf eine externe Quelle zurück, erklärst die Aussagen der Quelle allerdings mit deinen eigenen Worten. Indirekte Zitate kennzeichnest du nicht wie direkte Zitate mit Anführungszeichen, sondern setzt lediglich die Quellenangabe hinter das Zitat. Die Quellenangabe leitest du mit "Vgl." ein, was für "Vergleich" steht. In der Harvard-Zitierweise sieht das zum Beispiel so aus: (vgl. Mustermann, 2019: S. 80). Wichtig ist, dass du deutlich machst, was nun ein indirektes Zitat ist und was zu deiner Argumentation gehört. Das kannst du zum Beispiel machen, indem du die indirekten Zitate mit Phrasen wie "der Autor argumentiert damit, dass…" einleitest und mit der Quellenangabe abschließt.

Verweis

Wenn du deinen Leser noch weiter über ein Thema informieren möchtest, dies aber zu weit führen würde und nicht für deine Ergebnisse interessant ist, kannst du Verweise in deine Arbeit einbauen. Sie zeigen dem Leser oder der Leserin Literatur auf, mit der er oder sie sich weitergehend informieren kann, die ähnliche Ergebnisse zeigt wie die eigenen oder eine gegenteilige Meinung vertritt, als man selbst. Ein Verweis steht hinter einem Satz und wird eingeleitet mit "(siehe hierzu auch…)" oder "(siehe dagegen...)". Auch möglich ist, dass du auf Literatur verweist, die deine Ergebnisse zusammenfassen. Dies würdest du mit "(siehe zusammenfassend…)" in deiner Arbeit unterbringen.  

Sekundärzitat

Die vierte und letzte Zitatart ist das Sekundärzitat. Oft wird es auch übernommenes Zitat genannt. Wie der Name schon sagt, übernimmst du dabei eine Textstelle von jemandem, der in ihr auch jemanden zitiert. Dies solltest du aber nur machen, wenn du wirklich keine Chance hast, an die Originalquelle zu gelangen. Für die Quellenangabe gibst du zunächst die Originalliteratur an. Getrennt durch ein "zit. n.", was für "zitiert nach" steht, nennst du dann die Sekundärquelle, aus der du das Zitat übernommen hast. Nach Harvard würde das zum Beispiel so aussehen: (Mustermann 2018: S.30, zit.n. Schulze 2019: S.21). Sekundärzitate sollten allerdings nur der letzte Ausweg sein.


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