Arbeiten als studentische Hilfskraft
Hiwi-Jobs bieten einen Einblick in das universitäre Arbeiten | Foto: Thinkstock/Wavebreak Media Ltd.

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09.12.2014

Studentenjob

Studentenjobs: Gehalt, Arbeitsvertrag, Jobarten & mehr!

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25. Jun 2015

Simon Sperl

Jobben

Als studentische Hilfskraft arbeiten

Uni-Jobs bringen Geld und Erfahrung

Unterscheidung studentische und wissenschaftliche Hilfskraft

  • Studentische Hilfskräfte sind Studierende ohne Hochschulabschluss, die auf Stundenbasis Hilfstätigkeiten in der Forschung ausüben und Studierende in Tutorien unterstützen.
  • Studierende mit Hochschulabschluss werden als wissenschaftliche Hilfskräfte eingestellt, übernehmen aber die gleichen Tätigkeiten wie studentische Hilfskräfte.
  • Häufig kommt es jedoch vor, dass für beide Beschäftigungstypen der Begriff "Hiwi" synonym genutzt wird.
  • Im Unterschied dazu werden Studenten, die Infrastrukturaufgaben in Bibliothek, Verwaltung oder Technik erbringen als studentische Beschäftigte bezeichnet.

Du solltest dir also überlegen, zu welchem Zweck du an der Universität arbeiten willst. Wenn es dir darum geht, nicht nur Geld zu verdienen, sondern erste Einblicke in die Lehrtätigkeit oder die Forschungsarbeit zu gewinnen, solltest du dich um eine Anstellung als studentische oder wissenschaftliche Hilfskraft bemühen. Möchtest du lediglich deinen Kontostand aufbessern, spricht alles für eine Bewerbung als studentische/r Beschäftigte/r.

Aufgabenfelder der Hiwis

Die Einsatzgebiete von studentischen Hilfskräften sind äußerst vielfältig: Angefangen von unterstützenden Tätigkeiten, wie dem Kopieren von Texten, bis hin zur Vorbereitung und Betreuung von Tutorien oder der Mitarbeit in Forschungsprojekten. Falls du dich jedoch noch innerhalb der ersten drei Semester deines Bachelorstudiums befindest, stehen die Chancen für eine Einstellung eher schlecht. Schließlich sollst du den Studienanfängern Wissen vermitteln und dafür benötigst du Erfahrungen in deinem Studiengang.

Stellenbesetzung: Rekrutierung oder Initiativbewerbung

Falls du einem Dozenten aufgrund deiner Erfahrung und Leistung in den Seminaren positiv aufgefallen bist, kann es vorkommen, dass er dich für die Besetzung der Stelle einer studentischen Hilfskraft anspricht. Viel sinnvoller ist es jedoch, sich aktiv um einen solchen Job zu bemühen. Meist weisen die Universitäten due offenen Stellen an schwarzen Brettern, der Homepage der Hochschule oder des jeweiligen Fachbereiches aus. Eine weitere Alternative stellt der Gang ins Karrierezentrum der eigenen Hochschule dar. Zu guter Letzt sei auf die gängigen Online-Jobbörsen verwiesen, die auch die Angebote anderer Universitäten verzeichnen.

Die Bezahlung

Auch wenn der Einblick in die universitäre Arbeit im Vordergrund steht, spielen die Rahmenbedingungen der Einstellung eine wichtige Rolle. So ist die Bezahlung zum Beispiel davon abhängig, wie weit du im Studium fortgeschritten bist. Als studentische Hilfskraft verdienst du weniger als eine wissenschaftliche Hilfskraft mit abgeschlossenem Masterstudiengang. Noch dazu variiert die Bezahlung je nach Bundesland und sogar von Universität zu Universität. Lediglich in Berlin existiert ein Tarifvertrag für studentische Beschäftigte. 

An der Universität Duisburg-Essen beispielsweise erhalten wissenschaftliche Hilfskräfte mit einem Bachelor-Abschluss seit dem Sommersemester 2014 einen Stundenlohn von 12,17 Euro. Mit 14,45 Euro verdienen wissenschaftliche Hilfskräfte mit einem Magister-, Diplom-,  oder Master-Abschluss deutlich mehr. Den geringsten Stundensatz erhalten studentische Hilfskräfte, dieser beträgt 9,34 Euro (laut Auskunft der Pressestelle der Universität Duisburg Essen, Stand: Ende Juni 2014).

Stundenanzahl und Befristung

Einheitlich sehen dahingegen der maximale Stundensatz und die maximale Vertragsdauer von studentischen Beschäftigten aus. Die entsprechenden Paragraphen der Landeshochschulgesetze und des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes legen diese beiden Punkte fest. Demnach darf die maximal zu leistende Stundenzahl bei "weniger als der Hälfte der durchschnittlichen regelmäßigen Arbeitszeit einer oder eines Tarifbeschäftigten des Landes" (Hochschulgesetz NW § 46 (2)) liegen. Die Anstellung darf laut Hochschulrahmengesetz einen Zeitraum von sechs Jahren nicht überschreiten (WissZeitVG § 2 (1)).

Die Gesetzestexte legen jedoch nur die Höchstwerte der Stundenanzahl und der Vertragsdauer fest. Die tatsächlich zu leistende Arbeitszeit wird im Arbeitsvertrag genauso geregelt wie die Vertragsdauer, so dass beides von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz unterschiedlich ausfällt. Erste Informationen dazu stehen zumeist bereits in der Stellenausschreibung oder werden im Vorstellungsgespräch erläutert. Falls du jedoch BAföG, Kindergeld oder finanzielle Unterstützung durch ein Stipendium bekommst oder noch familienversichert bist, musst du dich bei den entsprechenden Stellen informieren.

Urlaubsanspruch an der Hochschule

Natürlich hast du als Hiwi – wie jeder andere Arbeitnehmer – einen grundsätzlichen Anspruch auf Erholungsurlaub. Allerdings erhalten studentische Hilfskräfte nicht die im öffentlichen Dienst üblichen sechs Wochen Urlaub im Jahr, häufig wird nur der durch das Bundesurlaubsgesetz garantierte Mindestanspruch von 24 Werktagen gewährt.

Weiterhin musst du beachten, dass der Urlaubsanspruch für Teilzeitbeschäftigte nur anteilig gilt. Wenn du also regulär nur an zwei Tagen in der Woche arbeitest, stehen dir acht Urlaubstage im Kalenderjahr zu (2 Arbeitstage pro Woche x 4 Wochen Urlaubsanspruch = 8 Urlaubstage). Sollte der Arbeitsvertrag für weniger als ein halbes Jahr gültig sein, steht jedem Beschäftigtem pro Beschäftigungsmonat 1/12 des Urlaubsanspruches zu.

Ein Job als Hiwi: Passt das zu mir?

Ein Job als studentische Hilfskraft lohnt sich vor allem für diejenigen, die einen Eindruck von Wissenschaft und Forschung erlangen wollen. Ob sich eine Anstellung finanziell lohnt, hängt jedoch von zahlreichen Faktoren ab, die zum einen von Bundesland zu Bundesland und zum anderen von Stelle zu Stelle variieren. Auch über die Art der Tätigkeit lässt sich pauschal kein Urteil fällen. Es kann durchaus passieren, dass man als Kopierkraft "missbraucht" wird. Daher ist es ratsam sich am besten bei anderen studentischen Angestellten am Lehrstuhl über den Vorgesetzten und die Arbeitsbedingungen zu informieren.

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Deine Meinung:

Veröffentlicht am 01. Sep 2016 um 12:23 Uhr von Gomeshli
Hallo, ich bin auf der Suche nache einer studentischen Hilfskraft Stelle in den Bereisch Maschinenbau