Nachhilfe geben als Student /-in: Das musst du wissen

25.08.2026  |  Lesedauer: 6 Minuten

nachhilfe geben

Bild: generiert mit KI

Kurz und knackig: Nachhilfe geben 

  • Flexibel: Wenn du Nachhilfe geben als Student /-in möchtest, kannst du deine Termine meist gut an deinen Stundenplan anpassen.
  • Guter Verdienst: Rund 15 bis 20 Euro pro Stunde sind für Studierende ein realistischer Ausgangspunkt, mit Erfahrung oder bei anspruchsvollen Fächern kann mehr drin sein.
  • Regeln beachten: Ob Minijob oder selbstständige Nachhilfe macht bei Steuern und Anmeldung einen Unterschied. Die Minijob-Grenze liegt 2026 bei 603 Euro monatlich.

Keine Lust auf Regale einräumen oder bis nachts hinter der Bar zu stehen? Dann kannst du einfach mit dem Geld verdienen, was du ohnehin schon kannst. Nachhilfe geben als Student /-in ist flexibel, vergleichsweise gut bezahlt und lässt sich oft problemlos neben Vorlesungen und Prüfungsphasen organisieren. Ganz ohne Vorbereitung geht es aber nicht. Wir zeigen dir, wie du startest, was du verlangen kannst und welche Regeln 2026 gelten.

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Nachhilfe geben als Student /-in: Was ist eigentlich dein Job?

Als Nachhilfelehrer:in hilfst du Schüler:innen oder anderen Studierenden dabei, Lernstoff besser zu verstehen. Dabei geht es nicht darum, einfach Hausaufgaben vorzurechnen. Gute Nachhilfe setzt genau dort an, wo Verständnisprobleme entstehen.

Du erklärst Inhalte anders als im Unterricht, übst Aufgaben, bereitest auf Klassenarbeiten oder Prüfungen vor und entwickelst gemeinsam Lernstrategien.

Eine pädagogische Ausbildung brauchst du dafür normalerweise nicht. Wichtig sind vor allem:

  • Sehr gute Kenntnisse in deinem Fach
  • Geduld, auch wenn du etwas zum fünften Mal erklären musst
  • Zuverlässigkeit bei vereinbarten Terminen
  • Die Fähigkeit, komplizierte Dinge einfach zu erklären
  • Eine gute Vorbereitung auf die jeweilige Unterrichtsstunde

Gerade wenn dein Studienfach zur Nachhilfe passt, hast du einen Vorteil. Wer beispielsweise Mathematik studiert, kann sein Fachwissen direkt für Mathe-Nachhilfe einsetzen.

Welche Fächer eignen sich besonders für Nachhilfe?

Mit den klassischen Hauptfächern hast du meist die größten Chancen, Schüler:innen zu finden. Besonders häufig wird Unterstützung in Mathematik, Englisch und Deutsch gesucht.

Aber auch andere Fächer können sich lohnen:

  • Französisch
  • Spanisch
  • Latein
  • Physik
  • Chemie
  • Biologie
  • Informatik
  • Rechnungswesen

Du kannst außerdem anderen Studierenden Nachhilfe geben. Gerade bei Statistik, Mathematik, Programmierung oder bestimmten Grundlagenmodulen kann die Nachfrage groß sein.

Biete lieber zwei Fächer an, die du wirklich beherrschst, als sieben Fächer, bei denen du selbst erst das Lehrbuch aufschlagen musst.

Wie viel Geld kann ich mit Nachhilfe verdienen?

Wie viel du verlangen kannst, hängt von deinem Fach, deiner Erfahrung, der Klassenstufe und der Unterrichtsform ab.

UNICUM nennt für studentische Nachhilfe ungefähr 15 bis 20 Euro pro Stunde als normalen Bereich. Bei entsprechender Qualifikation, anspruchsvollem Stoff oder viel Erfahrung können auch 20 bis 30 Euro möglich sein. Das sind keine gesetzlichen Tarife. Wenn du selbstständig arbeitest, kannst du dein Honorar grundsätzlich selbst vereinbaren.

Rechne dabei nicht nur die eigentliche Unterrichtsstunde. Musst du 30 Minuten hinfahren und anschließend Arbeitsblätter vorbereiten, sieht ein vermeintlich guter Stundenlohn schnell weniger attraktiv aus.

Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber zur Bezahlung beim Nachhilfegeben.

Situation

Möglicher Preis

Jüngere Schüler:innen / einfacher Stoff

ca. 15–18 €

Mittel- und Oberstufe

ca. 18–25 €

Anspruchsvoller Stoff / besondere Qualifikation

ca. 20–30 € oder mehr

Angestellt oder privat Nachhilfe geben?

Du hast grundsätzlich zwei typische Möglichkeiten.

Über ein Nachhilfeinstitut oder einen Arbeitgeber: Du musst dich weniger um Schüler:innen, Verträge und Organisation kümmern. Bist du dort angestellt, gilt 2026 grundsätzlich der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro brutto pro Stunde.

Privat und selbstständig: Du suchst deine Schüler:innen selbst und entscheidest über Preis und Termine. Dafür musst du dich auch selbst um organisatorische und steuerliche Fragen kümmern.

Der gesetzliche Mindestlohn gilt für Selbstständige nicht.

Nachhilfe geben als Student /-in: Was gilt bei Steuern und Minijob?

Hier kommt es darauf an, wie du Nachhilfe gibst.

Arbeitest du angestellt als Minijobber:in, darfst du 2026 regelmäßig durchschnittlich 603 Euro im Monat beziehungsweise 7.236 Euro im Jahr verdienen.

Gibst du dagegen auf eigene Rechnung regelmäßig private Nachhilfe, handelt es sich steuerlich grundsätzlich um eine selbstständig ausgeübte unterrichtende Tätigkeit. Diese zählt nach § 18 Einkommensteuergesetz zu den freiberuflichen Tätigkeiten.

Das bedeutet in der Regel:

  • Du brauchst für reine freiberufliche Nachhilfe keine klassische Gewerbeanmeldung.
  • Du solltest deine Tätigkeit beim Finanzamt steuerlich erfassen lassen.
  • Für die Einkommensteuer ist dein Gewinn relevant.
  • Auch andere Einkünfte werden bei deiner persönlichen Steuerberechnung berücksichtigt.

Der steuerliche Grundfreibetrag beträgt 2026 12.348 Euro. Bis zu diesem zu versteuernden Einkommen fällt grundsätzlich keine Einkommensteuer an.

Wenn du nur geringe Umsätze erzielst, kann außerdem die Kleinunternehmerregelung relevant sein. Mehr zum Thema findest du in unserem Artikel Freiberuflich arbeiten im Studium.

Bei steuerlichen Fragen kommt es immer auf deine individuelle Situation und deine weiteren Einkünfte an.

Was gilt, wenn ich BAföG bekomme?

Auch dein BAföG solltest du im Blick behalten. Bei einem Minijob bleiben 2026 bis zu 603 Euro brutto im Monat ohne Kürzung der BAföG-Förderung möglich.

Bei selbstständiger Tätigkeit wird dagegen unter anderem dein Gewinn betrachtet. Wenn du regelmäßig selbstständig Nachhilfe gibst, solltest du deshalb deinen Verdienst dokumentieren und im Zweifel direkt beim zuständigen BAföG-Amt nachfragen.

Wie finde ich Schüler:innen für meine Nachhilfe?

Du brauchst nicht direkt eine eigene Website oder einen Social-Media-Kanal. Für den Start reichen häufig einfache Wege.

Probier es zum Beispiel über:

  • Schwarze Bretter an Schulen, Hochschulen oder in Bibliotheken
  • Kleinanzeigen und lokale Plattformen
  • Nachhilfeportale
  • Uni- und Hochschulgruppen
  • Freund:innen und Bekannte
  • Eltern aus deinem persönlichen Umfeld
  • Lokale Social-Media- und Nachbarschaftsgruppen

Formuliere deine Anzeige möglichst konkret. Statt „Student bietet Nachhilfe“ funktioniert beispielsweise „Mathe-Nachhilfe für Klasse 7–13 von Maschinenbau-Student“ deutlich besser.

Weitere Ideen für flexible Jobs findest du bei unseren Nebenjobs für Studierende.

Wie gestalte ich eine gute Nachhilfestunde?

Du musst keine 20-seitige Unterrichtsplanung schreiben. Ein bisschen Struktur macht aber einen großen Unterschied.

So kann eine 60-minütige Stunde aussehen:

  1. 5 Minuten: Kurz klären, was seit der letzten Stunde passiert ist.
  2. 10 Minuten: Hausaufgaben oder aktuelle Probleme anschauen.
  3. 15 Minuten: Thema verständlich erklären.
  4. 20 Minuten: Gemeinsam Aufgaben bearbeiten.
  5. 10 Minuten: Schüler:in alleine üben lassen und offene Fragen klären.

Versuche außerdem herauszufinden, warum etwas nicht verstanden wurde. Manchmal fehlt nicht das Wissen zum aktuellen Thema, sondern eine Grundlage aus einem früheren Schuljahr.

Online oder vor Ort Nachhilfe geben?

Beides kann funktionieren. Online-Nachhilfe spart dir Fahrtwege und macht dich bei der Suche nach Schüler:innen unabhängiger vom Wohnort.

Vor Ort fällt es dagegen gerade bei jüngeren Schüler:innen teilweise leichter, Aufgaben gemeinsam durchzugehen und die Konzentration zu halten.

Online-Nachhilfe

Nachhilfe vor Ort

Keine Anfahrt

Persönlicher Kontakt

Größerer Kreis möglicher Schüler:innen

Oft leichter bei jüngeren Kindern

Sehr flexibel

Materialien einfach gemeinsam nutzbar

Technik erforderlich

Fahrtzeit einplanen

Nachhilfe geben als Student /-in: Lohnt sich das?

Wenn du ein Fach gut beherrschst und gerne erklärst, ist Nachhilfe einer der flexibelsten Nebenjobs im Studium. Du kannst mit wenigen Stunden pro Woche starten, deinen Stundenlohn mit zunehmender Erfahrung steigern und nebenbei Fähigkeiten trainieren, die dir auch später helfen: erklären, organisieren, zuhören und Verantwortung übernehmen.

Vor allem bei privater Nachhilfe solltest du aber von Anfang an Verdienst, Termine und steuerliche Fragen ordentlich dokumentieren. Dann bleibt der Nebenjob vor allem das, was er sein soll: eine ziemlich praktische Möglichkeit, dein Wissen zu Geld zu machen.

Häufige Fragen zum Nachhilfe geben als Student /-in

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