BWL Master Geisteswissenschaftler
Ziel als Geisteswissenschaftler: seine Fähigkeiten voll ausschöpfen | Foto: Thinkstock/g-stockstudio

Masterstudium

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Masterstudium

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Nach seinem Wirtschafts-Abi hatte Jonas Schmidt (26) "keine Lust auf Zahlen". Der Statistik-Anteil in den Sozialwissenschaften war gerade so o.k. Irgendwann sah er ein, "dass die Verdienstmöglichkeit im sozialen Bereich häufig geringer und der Arbeitsmarkt umkämpfter ist."

Da er den "ohnehin weniger anspruchsvollen Bachelor" trotzdem durchziehen wollte, passte der spezielle Master an der Internationalen Hochschule Bad Honnef (IUBH) perfekt. Das Vorbereitungssemester bestritt er mit rund 15 anderen, darunter Ingenieure, Psychologen und Sprachwissenschaftler. Erst später kamen die "richtigen BWLer" hinzu.

Von 0 auf Master-Niveau

An der Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen am Bodensee hingegen bleiben Quereinsteiger die ganzen zwei Jahre unter sich. "Die Interdisziplinarität birgt großes Potenzial, den Diskurs anzutreiben und Sachverhalte von unterschiedlichen Seiten zu betrachten", schwärmt Katharina Held (22), die sich schon während ihres Medien- und Kommunikations-Studiums wirtschaftliche Grundlagen angeeignet hat. Mit der nötigen Disziplin sei es für sie, genauso wie für Jonas, kein Problem, den Stoff innerhalb kürzester Zeit nachzuholen.

Tamara Strietz kann zum Lernaufwand noch nichts sagen. Ihr nichtkonsekutiver Master an der International School of Management (ISM) startet erst zum Sommersemester. Ursprünglich hat die 24-Jährige Japanologie studiert, doch bei ihr war es kein direkter Sinneswandel: "Ich wollte BWL als Nebenfach studieren, wurde allerdings nicht zugelassen." Mit dem Master möchte sie ihrem Karriereziel "Projektleiter oder Vertriebsmanager für ein deutsches Unternehmen im asiatischen Markt" näherkommen. Nachteile bei der Bewerbung befürchtet sie keine. Katharina ist sogar noch optimistischer: "Ist doch absolut genial, tiefgehende Kenntnisse in zwei Disziplinen zu erlangen. Das ist mein Alleinstellungsmerkmal."

Auf die Branche kommt es an

Doch wie sehen Personaler das? Die Frage, ob diese nicht denken, man hätte "nichts Halbes und nichts Ganzes" studiert, beschäftigte auch Jonas, weshalb er sie an zwei Dozentinnen, darunter die ehemalige Direktorin des Personalmarketings von Deutsche Post DHL, gestellt hat: "Beide haben gesagt, dass es kein Problem sei, solange man gut Noten hat und das eine oder andere überzeugende Praktikumszeugnis vorweisen kann."

Matt Molina-Pethers, European Talent Acquisition Manager bei Enterprise (www.enterprisealive.de), sieht selbst das nicht so eng: "Wir finden von Jahr zu Jahr heraus, dass es wenig Verbindung gibt zwischen dem, was jemand - und mit welchem Ergebnis - studiert hat, und der tatsächlichen Entwicklung als Führungskraft." Deswegen begrüße man bei der Autovermietung Absolventen mit allen Studienhintergründen.

Dass noch (nicht) in allen Branchen so eine lockere Haltung an den Tag gelegt wird, weiß Susanne Dusel, Head of Career Service an der IUBH: "Anders als zum Beispiel im Consulting ist es für manche Positionen - vor allem im HR- oder Finance-Bereich - eben nach wie vor sehr wichtig, einen konsekutiven Weg gegangen zu sein." Insgesamt halte sie die Jobchancen für Geisteswissenschaftler mit anschließend abgeschlossenem Masterstudium im Management-Bereich für sehr gut.


Übersicht: BWL-Master für Nicht-Ökonomen

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Veröffentlicht am 17. Jun 2017 um 19:03 Uhr von Zacharias Zöller
Danke für diesen gut recherchierten und hilfreichen Artikel.