BWL Master Geisteswissenschaftler
Ziel als Geisteswissenschaftler: seine Fähigkeiten voll ausschöpfen | Foto: Thinkstock/g-stockstudio

Masterstudium

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02. Feb 2016

Ann-Christin Kieter

Masterstudium

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Nach seinem Wirtschafts-Abi hatte Jonas Schmidt (26) "keine Lust auf Zahlen". Der Statistik-Anteil in den Sozialwissenschaften war gerade so o.k. Irgendwann sah er ein, "dass die Verdienstmöglichkeit im sozialen Bereich häufig geringer und der Arbeitsmarkt umkämpfter ist."

Da er den "ohnehin weniger anspruchsvollen Bachelor" trotzdem durchziehen wollte, passte der spezielle Master an der Internationalen Hochschule Bad Honnef (IUBH) perfekt. Das Vorbereitungssemester bestritt er mit rund 15 anderen, darunter Ingenieure, Psychologen und Sprachwissenschaftler. Erst später kamen die "richtigen BWLer" hinzu.

Von 0 auf Master-Niveau

An der Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen am Bodensee hingegen bleiben Quereinsteiger die ganzen zwei Jahre unter sich. "Die Interdisziplinarität birgt großes Potenzial, den Diskurs anzutreiben und Sachverhalte von unterschiedlichen Seiten zu betrachten", schwärmt Katharina Held (22), die sich schon während ihres Medien- und Kommunikations-Studiums wirtschaftliche Grundlagen angeeignet hat. Mit der nötigen Disziplin sei es für sie, genauso wie für Jonas, kein Problem, den Stoff innerhalb kürzester Zeit nachzuholen.

Tamara Strietz kann zum Lernaufwand noch nichts sagen. Ihr nichtkonsekutiver Master an der International School of Management (ISM) startet erst zum Sommersemester. Ursprünglich hat die 24-Jährige Japanologie studiert, doch bei ihr war es kein direkter Sinneswandel: "Ich wollte BWL als Nebenfach studieren, wurde allerdings nicht zugelassen." Mit dem Master möchte sie ihrem Karriereziel "Projektleiter oder Vertriebsmanager für ein deutsches Unternehmen im asiatischen Markt" näherkommen. Nachteile bei der Bewerbung befürchtet sie keine. Katharina ist sogar noch optimistischer: "Ist doch absolut genial, tiefgehende Kenntnisse in zwei Disziplinen zu erlangen. Das ist mein Alleinstellungsmerkmal."

Auf die Branche kommt es an

Doch wie sehen Personaler das? Die Frage, ob diese nicht denken, man hätte "nichts Halbes und nichts Ganzes" studiert, beschäftigte auch Jonas, weshalb er sie an zwei Dozentinnen, darunter die ehemalige Direktorin des Personalmarketings von Deutsche Post DHL, gestellt hat: "Beide haben gesagt, dass es kein Problem sei, solange man gut Noten hat und das eine oder andere überzeugende Praktikumszeugnis vorweisen kann."

Matt Molina-Pethers, European Talent Acquisition Manager bei Enterprise (www.enterprisealive.de), sieht selbst das nicht so eng: "Wir finden von Jahr zu Jahr heraus, dass es wenig Verbindung gibt zwischen dem, was jemand - und mit welchem Ergebnis - studiert hat, und der tatsächlichen Entwicklung als Führungskraft." Deswegen begrüße man bei der Autovermietung Absolventen mit allen Studienhintergründen.

Dass noch (nicht) in allen Branchen so eine lockere Haltung an den Tag gelegt wird, weiß Susanne Dusel, Head of Career Service an der IUBH: "Anders als zum Beispiel im Consulting ist es für manche Positionen - vor allem im HR- oder Finance-Bereich - eben nach wie vor sehr wichtig, einen konsekutiven Weg gegangen zu sein." Insgesamt halte sie die Jobchancen für Geisteswissenschaftler mit anschließend abgeschlossenem Masterstudium im Management-Bereich für sehr gut.


Übersicht: BWL-Master für Nicht-Ökonomen

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Deine Meinung:

Veröffentlicht am 17. Jun 2017 um 19:03 Uhr von Zacharias Zöller
Danke für diesen gut recherchierten und hilfreichen Artikel.
Veröffentlicht am 21. Dez 2017 um 15:20 Uhr von Happy Camper
Hi! Kennt ihr schon den M.A. Masterstudiengang "Management of Creative Industries" an der bbw Hochschule in Berlin? Ich war so froh, als ich ihn gefunden habe und da es vielen von euch (besonders Geisteswissenschaftlern) da draußen bestimmt so ähnlich geht wie mir damals, möchte ich euch auf diese Chance aufmerksam machen. Der Studiengang ist nämlich der erste seiner Art in Deutschland! Das besondere an diesem Kurs ist dass er nicht-konsekutiv studiert werden kann. Das heißt, ich kann mir mit einem nicht-wirtschaftswissenschaftlichen Bachelor trotzdem praktische Fähigkeiten aneignen, die mich für den Wirtschaftssektor qualifizieren. Zudem finden Seminare nur Freitags und Samstags statt, sodass berufsbegleitend studiert werden kann, während der Studiengang trotzdem als "Vollzeit" Studium zählt und somit BAföG und Stipendiengelder erhalten werden können. Der Kurs legt besonders viel Wert darauf Studierende als zukünftige Arbeitgeber_innen und Arbeitnehmer_innen auf die Digitalisierung vorzubereiten. Desweiteren lässt dieser Master viel Spielraum bei der Schwerpunktsetzung da die Kreativ- und Kulturindustrie nicht eingeschränkt, sondern allumfassend verstanden werden soll und auch behandelt werden kann. So spricht dieser Master Menschen an die Interesse u.a. an Musik, Gestaltene Künste, Kultur, Fashion, Design, Architektur, Journalismus, Werbung, Tanz, Film, etc. haben. Wie der Name bereits verrät, wird dieser Master auf englisch unterrichtet, was für mich ebenfalls ideal ist, um meinen englisch-Wortschatz nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Da der Studiengang an einer privaten Hochschule unterrichtet wird, fallen leider Studienkosten an. Mit knapp 550€/Monat liegen die Kosten jedoch klar im unteren Preissegment der privaten Unis. Da ich sonst jedoch zum Studieren ins Ausland hätte gehen müssen und somit höhere Lebenskosten auf mich genommen hätte, kann ich sagen, dass sich meine Kosten nicht groß verändern. Hier der Link zum Studiengang: https://www.bbw-hochschule.de/studium/studiengaenge/master/management-of-creative-industries.html Vielleicht ist es ja was für euch!