Game of Thrones Staffel 8 Jon und Dany
Wie geht es in Game of Thrones Staffel 8 für Jon und Daenerys weiter? | Foto: Helen Sloan/HBO
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13. Mär 2019

Elena Weber

Serien

Game of Thrones Staffel 8

Der Winter ist da

Game of Thrones Staffel 8: Das Ende eines Phänomens

Game of Thrones (GoT) hat die Serienwelt verändert. Neben seinem kommerziellen Erfolg und der riesigen Fanbase hat sich GoT längst zu einem popkulturellen Phänomen entwickelt. Jede neu veröffentlichte Info, sei sie auch noch so klein, regt zu ausufernden Spekulationen an. Wird gar ein neuer Trailer veröffentlicht, bricht dieser binnen Minuten sämtliche Rekorde. Ausdrücke wie "Valar Morghulis" oder die Leitsprüche der verschiedenen Häuser haben sich im Sprachgebrauch etabliert. An Universitäten werden Vorlesungen zur HBO-Erfolgsserie gehalten. Und es soll sogar Menschen geben, die ihre Tochter "Khaleesi" taufen. Wenn Game of Thrones im April in die achte und finale Staffel geht, geht ein Stück Fernsehgeschichte zu Ende. Wir bereiten dich hier auf Game of Thrones Staffel 8 vor. Aber Achtung: Falls du nicht auf dem aktuellen Stand bist, gilt Spoiler-Alarm.



Am 14. April geht der Kampf weiter

Fast zwei lange Jahre mussten wir uns gedulden, bis es mit dem Kampf um den Eisernen Thron weiter geht. Am 14. April startet endlich die achte und letzte Staffel. Während die Serie in den USA auf ihrem Heimatsender HBO zu sehen ist, wird sie hierzulande auf dem Pay-TV-Sender Sky ausgestrahlt. Die erste Folge wird am 15. April um drei Uhr nachts im englischen Original via Sky Q, Sky Go und Sky Ticket gezeigt. Die synchronisierte Fassung gibt es am selben Tag um 20:15 Uhr auf Sky Atlantic HD. Die weiteren Folgen werden wöchentlich ausgestrahlt. Insgesamt enthält die achte Staffel sechs Episoden, viele davon in Spielfilmlänge.

So viel zu den harten Fakten. Was aber erwartet dich in Game of Thrones Staffel 8? Wie so oft wissen wir eigentlich nichts. Aus Angst vor Spoilern oder einem möglichen Leak wie bei Staffel 7 waren die Sicherheitsmaßnahmen in diesem Jahr besonders hoch. So erzählte Jorah-Mormont-Darsteller Iain Glen in einem Radiointerview von Drehbüchern, die es nur in digitaler Form gab und deren Sicherungen selbst für die Schauspieler nur schwer zugänglich gewesen seien. Angeblich haben die Drehbücher sich sogar selbst zerstört, nachdem sie abgearbeitet waren. Außerdem wurden in den Skripten die Namen der Schauspieler geändert, falsche Szenen und mehrere Enden gedreht. Sogar Dronenkiller sollen am Set zum Einsatz gekommen sein.

Serie hat Buchvorlage längst überholt

Tatsächlich ist bisher nicht viel über den Inhalt der finalen Staffel bekannt. Das liegt neben all den Geheimhaltungsmaßnahmen auch daran, dass die Serie sich seit der vierten Staffel immer weiter von ihrer literarischen Vorlage gelöst und diese inzwischen überholt hat. Auf den sechsten (im deutschen elften) Band von "Das Lied von Eis und Feuer", der den Titel "The Winds of Winter" trägt, warten Buchleser bereits seit 2011.

Autor George R.R. Martin hat zwar versprochen, dass die Fortsetzung seiner Romanreihe oberste Priorität habe – ob mit einer Veröffentlichung noch in diesem Jahr zu rechnen ist, ist allerdings fraglich. Doch auch wenn das Ende der Saga lange vor Erscheinen des letzten Bandes bekannt sein wird: Die Serie geht inzwischen eigene Wege.

Game of Thrones Staffel 8: Was wir bisher wissen

In Staffel 7 hat das Erzähltempo deutlich angezogen. Die letzten Nebengeschichten fanden ihr Ende, die Handlung hat sich auf wenige Hauptfiguren verdichtet. Das lang gehütete Geheimnis um Jon Schnees wahre Abstammung ist gelüftet und die Mauer kann das Reich nicht länger vor den Weißen Wanderern schützen. Das bedeutet spannende Konflikte für Staffel 8: Daenerys und Jon werden nach Winterfell zurückkehren und früher oder später von ihrer Verwandtschaft erfahren. Jaime hat Königsmund verlassen – wird er Cersei verraten und die (nur aus den Büchern bekannte) Valonqar-Theorie erfüllen? Oder darf Arya Cersei von ihrer Todesliste streichen? Die rote Priesterin Melisandre hat ihre Rückkehr bereits prophezeit, ebenso ihren und Varys‘ Tod. Und das kurze Aufeinandertreffen zwischen dem Bluthund und seinem Zombie-Bruder, dem Berg, in der Drachengrube in Staffel 7 macht Hoffnung auf den lang erwarteten Cleganebowl. Vielleicht sehen wir Zombie-Gregor dann auch endlich mal ohne Helm.

Sicher ist, dass uns in Game of Thrones Staffel 8 die größte Schlacht der Fernsehgeschichte bevorsteht – die Schlacht der Lebenden gegen die Toten. Bereits in den vorangegangenen Staffeln hat GoT in Sachen Schlachtszenen neue Maßstäbe gesetzt, etwa mit der Schlacht um Hartheim in Staffel 5 oder dem legendären "Battle of Bastards" in Staffel 6. Doch der Kampf gegen die Weißen Wanderer soll sogar die Belagerung von Helms Klamm in "Der Herr der Ringe: Die zwei Türme" – mit rund 40 Minuten das bisher umfangreichstes Leinwandgefecht – in den Schatten stellen. Dazu sollen laut Entertainment Weekly 750 Personen elf Wochen lang in 55 aufeinanderfolgenden Nächten gedreht haben – für nur diese eine Folge.



Die beliebtesten Fan-Theorien

Spekulationen machen bei Game of Thrones seit jeher einen großen Teil der Vorfreude auf eine neue Staffel aus. Mit all den Fan-Theorien ließen sich Bücher füllen, so dick, dass George R. R. Martins Romane dagegen wie Zeitschriften aussähen. Hier einige der beliebtesten und ein paar der kuriosesten Theorien rund um die noch ungelösten GoT-Geheimnisse:

  • Bran ist der Nachtkönig: Laut Theorie ist Bran in der Zeit zu dem Moment zurückgereist, in dem die Kinder des Waldes den Nachtkönig erschaffen. Seitdem ist er im Körper des Nachtkönigs gefangen.
  • Azor Ahai ist... ja wer denn jetzt? Melisandre erkannte einst in Stannis Baratheon den "Prinzen, der verheißen wurde." Inzwischen gelten der wiedererweckte Jon Schnee und die Feuergeborene Daenerys Targaryen als die offensichtlichsten Kandidaten auf den legendären Messias-Posten. Dieser soll die Menschheit vor der Dunkelheit retten. Doch auch um Jamie Lennister und den Zwiebelritter Davos Seewert spinnen sich nicht ganz unplausible Azor Ahai-Theorien.
  • Petyr Baelish lebt noch: Sei ehrlich: Auch dich hat Kleinfingers Tod mit einer gewissen Schadenfreude erfüllt. Doch eine Fantheorie besagt: Er hat mal wieder alle überlistet und lebt noch. Statt seiner Kehle hat Arya die eines Mannes ohne Gesicht durchgeschlitzt. Grund für diese Theorie soll eine Szene aus der Episode "Kriegsbeute" sein. Hier unterhält er sich mit einer Blondine, die sagt, dass seine Zeit abgelaufen sei. Kleinfinger gibt ihr eine Münze, die stark an jene Eisenmünze erinnert, die Arya in Staffel 2 von "Ein Mann braucht einen Namen"-Jaqen H'ghar bekommen hat. Laut der Theorie war die Empfängerin der Münze ein Mitglied der Männer ohne Gesicht, die sich im Staffelfinale für Kleinfinger ausgibt und an seiner Stelle hingerichtet wird.
  • Jaqen H'ghar ist… Über eine Rückkehr Jaqen H'ghars würden sich viele Fans freuen. Und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass er noch eine Rolle spielen könnte. Eine Theorie geht so weit zu behaupten: Jaqen H'ghar ist Rhaegar Targaryen. Daenerys älterer Bruder und (Achtung Spoiler) Jons Vater soll demnach nie gestorben sein und sich als Assassine tarnen. Das könnte immerhin die helle Strähne in Jaqens Haar erklären. Denn wir wissen ja: Alle Targaryens sind hellblond.
  • Varys ist ein Meermann: Wie abgedreht die ganzen Spekulationen rund um GoT sein können, zeigt die Meermann-Theorie. Ausschlaggebend für diese Theorie ist ein Gespräch des Eunuchen mit Tyrion Lennister in Staffel 2. Darin droht der Gnom scherzhaft damit, ihn über Bord eines Schiffes zu werfen. Varys antwortet: "Das Ergebnis könnte euch enttäuschen." Klar, denn Meermänner können nicht ertrinken.

Die GoT-Theorienliste ließe sich von "Tyrion ist ein Targaryen" über "Ned Stark lebt" bis zu "unter Winterfell liegen Dracheneier" beliebig fortsetzen. Nicht nur ist die Welt, die Martin erschaffen hat, unheimlich komplex. Der Autor hat in seinen "Das Lied von Eis und Feuer"-Romanen zahlreiche Hinweise versteckt, die das Ende der "Game of Thrones"-Saga erahnen lassen sollen. Schon nach dem Ende der fünften Staffel gab er zu, dass die subtilen Andeutungen, die er in den Büchern platziert habe, den ein oder anderen bereits auf die richtige Fährte geführt hätten. Und so manch eine Theorie hat sich ja bereits als wahr erwiesen. Denk nur an R+L=J.

Das Ende von Game of Thrones: Was kommt danach?

Wie auch immer das Ende von Game of Thrones aussehen wird, es wird bittersüß sein. Nicht nur, weil es das Ende der Serie ist. George R.R. Martin hat den Fans bereits ein bittersüßes Ende versprochen. Als Tolkien-Fan orientiert er sich nach eigenen Aussagen an den Werken des "Herr der Ringe"-Schöpfers. Und auch wenn das Spekulieren ziemlich viel Spaß macht: Am besten lassen wir uns einfach überraschen. Für Überraschungen ist Game of Thrones schließlich immer gut.

Übrigens: Grund in tiefer Depression zu versinken, ist das Serienende nicht. Denn Tod und (Wieder-) Geburt hängen im Game of Thrones-Universum eng zusammen. So kommt die Kultserie in diesem Jahr zwar zu ihrem Abschluss. Im Frühjahr aber beginnen die Dreharbeiten für das erste Spin-off. Dieses wird tausende Jahre vor der Mutterserie spielen und trägt den Arbeitstitel "Die lange Nacht". Es thematisiert den Übergang des goldenen Zeitalters der Helden in die düstersten Stunden von Westeros. Zum Cast gehört unter anderem die zweifach oscarnominierte Schauspielerin Naomi Watts. Vier weitere Spin-offs befinden sich derzeit in verschiedenen Planungsstadien. Der neue HBO-Chef Bob Greenblatt hat allerdings angekündigt: Ein GoT-Prequel wird nur dann in Serie gehen, wenn es den Standard des Originals halten kann. Valar dohaeris.

Fun Facts:

  • Auch Iwan Rheon sprach für die Rolle von Jon Schnee (Kit Harrington) vor. Schwer vorstellbar, denn Iwan spielte Superbösewicht Ramsay Bolton so gut, dass er stattdessen dessen Rolle bekam.
  • Andere Rollen waren in der Pilotfolge ebenfalls mit anderen Schauspielerinnen und Schauspielern besetzt. Daenerys Targaryen sollte zuerst nicht von Emilia Clarke, sondern von Tamzin Merchant, bekannt aus der Serie "Die Tudors" verkörpert werden. Und statt Michelle Fairley spielte ursprünglich Jennifer Ehle die Rolle der Catelyn Stark. Die Neubesetzung hing unter anderem damit zusammen, dass die Pilotfolge so schlecht gewesen sein soll, dass sie komplett geändert wurde.
  • Der Eiserne Thron besteht keineswegs aus beliebigen Schwertern. Tatsächlich wurde in der Game Of Thrones-Serie unter anderem Robin Hoods Schwert, Gandalfs Schwert aus "Der Herr Der Ringe" und ein Schwert aus dem Film "Königreich der Himmel" in den Thron der Sieben Königslande gesteckt.
  • Bei seinem ersten Auftritt in der Serie häutet Tywin Lannister einen Hirsch. Darsteller Charles Dance soll darauf bestanden haben, dass in der Szene alles echt ist. Seine Kleidung stank noch Tage später.
  • Die Sprache Dothraki wurde eigens für die Show entwickelt und verfügt über mehr als 3000 Worte.

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